Klinik am Haus Walstedde
Ein Erfolgsprojekt

Walstedde -

Die Privatklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie am „Haus Walstedde“ existiert mittlerweile seit fünf Jahren. In dieser Zeit wurden in der Institution rund 600 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene vom fünften bis zum 21. Lebensjahr behandelt. Heute findet eine kleine Feier statt.

Freitag, 26.08.2016, 23:08 Uhr

Seit fünf Jahren existiert die Privatklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie des „Hauses Walstedde“. Das gilt es heute ab 10 Uhr zu feiern.
Seit fünf Jahren existiert die Privatklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie des „Hauses Walstedde“. Das gilt es heute ab 10 Uhr zu feiern. Foto: -sibe-

„Einfach. Schneller. Zurück ins Leben.“ Auf diesen Leitspruch setzt die Privatklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie am „Haus Walstedde “ mittlerweile seit mehr als fünf Jahren. Der erste Patient bezog Anfang Juni 2011 sein Zimmer in der 2200 Quadratmeter großen Einrichtung – am heutigen Samstag wird im Rahmen einer „Jubiläumsfeier“ auf die Entwicklung in den vergangenen fünf Jahren zurückgeschaut.

„Damals hatten die Ärzte, die sich hier niedergelassen haben, festgestellt, dass noch eine ganzheitliche Versorgung für psychisch kranke Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene fehlt“, berichtet Zentrumsmanager Stefan Kamp von den Anfängen. Hinzu sei gekommen, dass einige Patienten sehr schwer erkrankt waren. „Diese hatten dringenden Behandlungsbedarf in einer stationären Einrichtung, und die umliegenden Kliniken hatten kaum Platz oder die entsprechenden Möglichkeiten, sie zu behandeln“, fügt der Münsteraner hinzu. So beschlossen einige Ärzte, den Bau einer in Walstedde ansässigen Klinik voranzutreiben. Die Eröffnung der Einrichtung fand dann im Sommer 2011 statt – Chefarzt ist seither Dr. Khalid Murafi .

In den fünf Jahren wurden in dieser Institution ungefähr 600 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene vom fünften bis zum 21. Lebensjahr behandelt. Auf drei Etagen befinden sich neben den Patientenzimmern auch noch eine kleine Turnhalle, eine Mensa und verschiedene Therapiezentren für die Bereiche Musik, Kunst, Arbeit oder Theater. „Bewegungstherapien wie etwa Reiten oder Sport werden extern, das heißt in der Umgebung der Einrichtung, angeboten“, erzählt Kamp. Ebenso besitzt die am Kirchplatz beherbergte „Schule für Kranke“ noch einige Räumlichkeiten in der Klinik. Von großer Wichtigkeit ist auch der Krisenraum. „Viele der Patienten begeben sich da freiwillig hinein, wenn sie merken, dass sie sich selbst etwas antun wollen. So können sie sich vor sich selbst schützen“, erläutert Stefan Kamp.

„Insgesamt hat die Klinik 20 stationäre Plätze für Kinder und Jugendliche mit psychischen Störungen unterschiedlichster Art“, sagt der Zentrumsmanager. Dazu zählen beispielsweise psychotische Erkrankungen wie etwa Frühformen der Schizophrenie, Depressionen, psychosomatische Beschwerden, Essstörungen, soziale Ängste, schwerwiegende seelische Beeinträchtigungen, selbstverletzendes Verhalten und vieles mehr. Zudem besteht die Möglichkeit eine Kind-Eltern-Behandlung für Mütter und ganze Familien und auch weiteren Kindern bis zwölf Jahren durchzuführen. Dafür gibt es zwei Familienapartments. „Die Patienten, die bei uns in der Klinik behandelt werden, sind selbst- und auf keinen Fall fremdgefährdend. Es sind junge Menschen, die teilweise große Probleme in ihrem Leben haben“, stellt Kamp dar.

Die Aufenthaltsdauer der Patienten, die aus ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz nach Walstedde kommen, variiere teilweise sehr stark. „Im Schnitt sind die Kinder und Jugendlichen acht bis zehn Wochen hier in der Klinik. Einige Fälle sind deutlich länger, andere deutlich kürzer“, weiß er. „Im Anschluss an die stationäre Behandlung können die Patienten – wenn nötig – hier ambulant weiterversorgt werden“, ergänzt der Zentrumsmanager. Besonders sei auch, dass bereits am ersten Tag schon der Tag der Entlassung geplant werde. „Die jungen Patienten sollen in der Klinik so viel Hilfe wie nötig bekommen, aber auch so wenig aus ihren lebensnahen Bereichen entwurzelt werden wie möglich“, erklärt Kamp das Konzept.

Betreut werden die Kinder und Jugendlichen in der Einrichtung von 50 Mitarbeitern – darunter Psychiater, Psychotherapeuten, Fachärzte, Sozialpädagogen, Kranken- sowie Psychiatriefachpfleger und Lehrer. „Unser Personalschlüssel ist relativ hoch, weil wir dadurch eine intensive und individuelle Betreuung der Patienten sicherstellen können“, bemerkt der Zentrumsmanager. „Wir wollen in der relativ knappen Behandlungszeit nah und eng an den Betroffenen sein“, schildert er den Unterschied zu anderen Einrichtungen dieser Art. Eine feste Mitarbeitergruppe kümmere sich auch rund um die Uhr um eine feste Patientengruppe, so dass es für die Kinder und Jugendlichen immer einen Ansprechpartner gebe. „Wenn man sieht, wie sich die Kinder und Jugendlichen mit der Zeit entwickeln, ist das echt toll. Wenn es ihnen besser geht, freut das jeden hier am Campus“, so Kamp. Das sei der Lohn der harten Arbeit und motiviere die Mitarbeiter.

Langeweile kann in der Klinik ebenso wenig für die Patienten aufkommen. „Wir sind kind- und jugendgerecht ausgestattet. Es gibt beispielsweise ein Spielezimmer für die etwas Jüngeren und eine Multimediaausstattung für die Älteren“, berichtet Kamp. Hinzu kommen eine Tischtennisplatte und ein Kicker. Beliebt seien auch die Ausflüge in die Kletterhalle nach Ahlen, Kino- oder Schwimmbadbesuche oder Fahrradtouren. „Das absolute Highlight für die Jugendlichen ist die Pizza von unserem Bistro ‚Leib und Seele‘“, verrät er. Ab und zu werden den Patienten auch Workshops mit einem Graffiti-Künstler oder professionelles Hip-Hop-Training angeboten.

Die Entwicklung der Klinik sieht Kamp positiv: „Die Einrichtung war anfangs relativ schnell gut gefüllt und ist jetzt auf hohem Niveau stabil.“ So könne man eine gute Aufnahme- und Entlassplanung durchführen. „Kleine Kapazitäten sind aber immer vorhanden, um kurzfristig noch Patienten aufnehmen zu können“, äußert er sich.

► Der Campus ist heute auch für die Öffentlichkeit geöffnet. Alle Interessierten, die Lust haben, sich selbst ein Bild vom Gesundheitszentrum zu machen, sind willkommen.

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