Kirchenkabarett mit Ulrike Böhmer
Neues Rezept: Kopfgelder für Priester

Walstedde -

Viel Freude hatten die Besucher in der Kulturscheune, als sich Kabarettistin Ulrike Böhmer mit der Kirche auseinandersetzte.

Montag, 29.08.2016, 20:08 Uhr

Glänzt mit eigenen Ideen, um den Priestermangel in Deutschland zu beheben: Ulrike Böhmer, alias Erna Schabiewsky, als rechte und linke Hand des Pfarrers.
Glänzt mit eigenen Ideen, um den Priestermangel in Deutschland zu beheben: Ulrike Böhmer, alias Erna Schabiewsky, als rechte und linke Hand des Pfarrers. Foto: -hat-

Ohne Erna Schabiewsky läuft nix. Jedenfalls nicht in ihrer Kirchengemeinde in Dortmund-Eving. Denn dort ist Erna die rechte und die linke Hand des Pfarrers, wobei der ihr in Zeiten von Priestermangel abhandengekommen ist.

Hinter der Dame, die in ihrem roten Outfit am späten Sonntagnachmittag die Bühne in der Kulturscheune erkennbar mühsam erklimmt – die Männer, die einer Dame in einer solchen Situation hilfreich zur Seite stehen, geben lieber ihrer Statistenrolle als Zuschauer den Vorzug – verbirgt sich Ulrike Böhmer . Nachdem die gebürtige Iserlohnerin ihr Theologiestudium in Münster wegen beruflicher Aussichtslosigkeit geschmissen hatte, um in Paderborn auf Religionspädagogik umzusatteln, ist sie als Kabarettistin unterwegs. Erst in lila Latzhosen und mit „Frauen bewegt“, inzwischen als Kirchenkabarettistin, seit 2014 mit ihrem aktuellen Programm „Und sie bewegt sich doch“.

Auf die fesch behütete Erna Schabiewsky kann sich das Motto nicht beziehen, denn sie ist rastlos auf der Bühne unterwegs. Schweißtreibend bei diesen Temperaturen. „Ich bin ganz schlecht drauf“, lässt sie die gut 100 Besucher anfangs gleich wissen. Und ihre „miese Stimmung“ bessert sich auch nicht, als sie auf die „Fusionitis“ zu sprechen kommt, die auch vor ihrer Gemeinde in Eving nicht halt macht. Fehlt nicht mehr viel, dass auch noch der Zusammenschluss mit Castrop-Rauxel droht. „Dann gehe ich doch lieber in die Mosche (Moschee)“, droht sie in Richtung Generalvikariat.

Wohl der Gemeinde, die eine solche „Kornifere“, pardon Koryphäe, in ihren Reihen hat. Als gute Katholikin ist sie natürlich für die „Ökonomene“. Nur schüchtern heben sich die Finger auf ihre Frage, ob sich auch Protestanten im Publikum befinden. Die bekommen anschließend ihre Lektion in Sachen Taufe, wenn der Täufling schon etwas älter ist und dem Taufgewand eigentlich schon entwachsen ist.

Und dann kommt Erna Schabiewsky noch mit ihrem Rezept gegen Priestermangel um die Ecke. Wie wär´s denn mit Kopfgeld für Priester aus der Weltkirche? Was beim Fußball funktioniert, sollte doch auch bei Kirchens funktionieren, um die theologische Nachwuchsfrage zu lösen. Die passende Idee dazu liefert ihre Schwägerin aus dem Sauerland, die sich auf drei indische Priester freut. Und Erna Schabiewski weiß auch, warum. Denn Schwägerin ist ganz vernarrt in Bollywood-Filme. Und dann folgt eine Einlage in Erinnerung an die goldenen 1950-er Jahre, als auf deutschen Lichtspielhäuserleinwänden Filme wie „Im weißen Rößl vom Wolfgangsee“ zu sehen waren und damals noch unverbrauchte Gesichter wie Peter Alexander und Caterina Valente der Nation den grauen Alltag „wegsangen“ und vergessen ließen. Wobei sich Erna Schabiewsky auch Priester aus anderen Ländern wie Russland oder Frankreich wünschen würde, immer begleitet von entsprechenden Gesangseinlagen.

Spätestens da hatte Ulrike Böhmer die KFD-Frauen als Mitorganisatoren der Veranstaltung und ihren männlichen Anhang voll im Griff.

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