Ben Uhlenbrock
Ein Künstler zum Anfassen

Rinkerode -

Seit nunmehr 15 Jahren ist der Rinkeroder Ben Uhlenbrock als freischaffender Künstler tätig. Zuvor hatte er sich in verschiedenen Berufen probiert. Auch im Angestelltenverhältnis. Doch „das war nichts für mich“, blickt Uhlenbrock zurück. Und so ging er den Schritt in die Selbstständigkeit.

Samstag, 31.12.2016, 06:12 Uhr

Auch mit Holz arbeitet Ben Uhlenbrock gerne. So hat er aus mächtigen Baumstämmen schon so manche Figur geschnitzt. Hier ein „Faun“, ein Fabelwesen aus der altrömischen Mythologie.
Auch mit Holz arbeitet Ben Uhlenbrock gerne. So hat er aus mächtigen Baumstämmen schon so manche Figur geschnitzt. Hier ein „Faun“, ein Fabelwesen aus der altrömischen Mythologie. Foto: -bim-

Er bringt Farbe nach Rinkerode , nach Drensteinfurt und in viele andere Orte des Münsterlandes. Und dieses Jahr feierte er ein kleines „Jubiläum“: Seit nunmehr 15 Jahren ist der Rinkeroder Ben Uhlenbrock als freischaffender Künstler tätig.

Zuvor hatte er sich in verschiedenen Berufen, auch ganz abseits der Kunst, probiert. Zuletzt war der gelernte Glaser und „Gestalter im Handwerk“ bis 2001 als Designer von Glasmöbeln – also gleichfalls kreativ – tätig. Und das im Angestelltenverhältnis . Doch „das war nichts für mich“, blickt Uhlenbrock zurück. Und so ging er den konsequenten Schritt in die Selbstständigkeit und ist nun bereits anderthalb Jahrzehnte sein eigener Herr – nach wie vor mit Begeisterung.

Großflächige Wände haben es ihm besonders angetan. Aus grauen Betonflächen werden fantasievolle Kunstwerke zu verschiedenen Themen. Gerne auch im öffentlichen Raum. So findet sich auf einer Wand am Rinkeroder Bahnhof die Abbildung des ehemaligen Bahnhofsgebäudes. Und vielen Bürgern bekannt ist auch seine morbide Wandmalerei unterhalb der Albersloher Wersebrücke.

„Mein Publikum reicht vom Kindergartenkind bis zum Altenheim-Bewohner“, sagt er. Denn in einer Kita in Beckum war er ebenso künstlerisch tätig wie in Altenheimen in Gladbeck und Dorsten. Doch besonders häufig bringt er zurzeit Farbe in den Schulalltag. In Drensteinfurt, wo er bereits seit rund zehn Jahren an den Schulen Projekte durchführt, ist für das kommende Jahr wieder eine Aktion an der Kardinal-von-Galen-Grundschule geplant. Und in einer Schule in Everswinkel hat er bereits den Schulhof sowie den „Chill-Raum“ verschönert. Nun sollen 2017 dort auch Schulküche und Speiseraum ansprechender gestaltet werden.

Ob Uhlenbrock den Auftrag einer Schule erhält, hängt immer auch von der mitunter schwierigen Finanzierung ab. Oft erhält die Schule die nötigen Gelder durch das NRW-Landesprogramm „Kultur und Schule“. Manchmal kann auch ein Förderverein helfen.

Dann kann es losgehen. Das Thema und die konkreten Motive der Wandmalerei erarbeitet der bildende Künstler gemeinsam mit den Schülern. „Die Schüler nehmen mich ernst, weil ich authentisch bin.“ Und das allein schon deshalb, weil er in Arbeitskleidung erscheint. Da merkten die Schüler, dass er, im Gegensatz zu ihren Lehrern, kein Theoretiker ist. Zudem bedient er eben auch nicht das Klischee des unnahbaren Künstlers, der sich in seinem Atelier verkriecht. „Ich bin mehr der Künstler zum Anfassen“, beschreibt er sich selbst.

Aktuell lässt er mit Schülern in Ascheberg ein Gemälde Leonardo da Vincis entstehen – und zwar auf einer Wand mit den herausfordernden Maßen von sechs mal sechs Metern. Das Projekt läuft über ein ganzes Schuljahr hinweg mit je zwei Stunden pro Woche. Da ist Durchhaltevermögen gefragt.

Vandalismus sei praktisch kein Thema, berichtet Uhlenbrock. „Die Kinder achten wirklich gut darauf und wissen es zu schätzen“. Schließlich haben sie selbst an den Kunstwerken mitgewirkt.

Immer wieder kann er nur den Kopf schütteln über das graue, trostlose Erscheinungsbild vieler Schulgebäude. Sie würden von Erwachsenen nach deren Vorstellungen gebaut, obwohl anschließend ja mehrheitlich von Kindern genutzt.

Aber auch in privaten Wohnhäusern bringt er gerne Farbe ins Spiel und empfiehlt Interessenten insbesondere die Gästetoilette. „Das ist doch die ideale Gelegenheit“, ermuntert er Hauseigentümer, die zwar etwas individuelle Kunst in ihre vier Wände bringen möchten, aber auch nicht allzu wagemutig sind. So habe es in einem Eigenheim viele positive Rückmeldungen zu einer gemalten Waldlandschaft an den Wänden des stillen Örtchens für die Gäste gegeben.

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