Besuch einer Ausstellung
Der Legende Luther auf der Spur

Drensteinfurt -

Die evangelische und die katholische Kirchengemeinde unternehmen am Samstag, 11. März, eine gemeinsame Fahrt zur Sonderausstellung „Luther. 1917 bis heute“ im ehemaligen Kloster Dalheim bei Paderborn.

Mittwoch, 11.01.2017, 23:01 Uhr

Vor fast 500 Jahren hat Martin Luther an der Schlosskirche in Wittenberg seine Thesen angeschlagen.
Vor fast 500 Jahren hat Martin Luther an der Schlosskirche in Wittenberg seine Thesen angeschlagen.

Die evangelische und die katholische Kirchengemeinde unternehmen am Samstag, 11. März, eine gemeinsame Fahrt zur Sonderausstellung „Luther. 1917 bis heute“ im ehemaligen Kloster Dalheim bei Paderborn . In Dalheim besteht auch die Möglichkeit, ein Café zu besuchen.

Der Teilnehmerbeitrag für Bus, Eintritt und Führung beträgt 18 Euro pro Person und ist bei der Anmeldung zu zahlen, die ab sofort im katholischen Pfarrbüro St. Regina sowie im evangelischen Gemeindebüro an der Bahnhofstraße möglich ist.

Die Hinfahrt startet ab Rinkerode (Bahnhofvorplatz) um 12.15 Uhr, ab Drensteinfurt (Dreingau-Halle) um 12.30 Uhr und ab Walstedde (K+K-Parkplatz) um 12.45 Uhr. Die Rückfahrt ist um 18.30 Uhr ab Kloster Dalheim geplant.

Zur Ausstellung: Mit den Zeiten wandelt sich auch das Bild des Reformators. Beginnend im Kriegsjahr 1917 erscheint Luther zur 400-Jahrfeier des Thesenanschlags an vorderster Front als Nationalheld des Kaiserreichs. Sein Choral „Ein feste Burg“ wird zur Durchhalteparole für die Soldaten im Ersten Weltkrieg . Nur 15 Jahre später gerät Luther in die Fänge der Nationalsozialisten, die ihn als Protagonisten der politischen Propaganda vereinnahmen. Die Haltung des SED-Regimes in der DDR bewegt sich zwischen Ablehnung und Aneignung der Figur Luthers. Doch welches Verhältnis hatten Bürger und Politik auf der anderen Seite der Mauer in der Bundesrepublik Deutschland zu dem Reformator? Und wie steht es heute, 500 Jahre nach den Thesen von Wittenberg?

Wie jede Zeit gibt auch die Gegenwart der Figur Luther ihr Gesicht. Heute gilt er als Verkörperung gesellschaftlicher Tugenden. Die Menschen kennen ihn als Schöpfer der deutschen Sprache, als Vater der Volksbildung und als Mann der Freiheit und Zivilcourage. Sie begegnen ihm in der Bildenden Kunst, in Literatur und Film, aber auch als Werbe-Ikone und Musical-Star. Doch aller Popularität zum Trotz: Die Legende Luther ist auch umstritten. In der Kritik stehen vor allem seine politischen Ansichten, etwa zum Bauernkrieg (1524–26), und seine judenfeindlichen Äußerungen.

Im Spannungsfeld von politischer Projektionsfläche und kollektiver Identifikationsfigur erleben Besucher der Sonderausstellung „Luther. 1917 bis heute“ einen steten Wandel des Lutherbildes als Spiegel seiner Zeit. Diese anregende Reise in die deutsche Geschichte führe zu einer einzigartigen Begegnung und persönlichen Auseinandersetzung mit der Legende Luther, schreibt Pfarrer Jörg Schlummer.

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