Denkmalschutz
Pietà ist kein Denkmal

Drensteinfurt -

Antworten darauf, ob etwas zum Denkmal erklärt werden soll oder nicht, gibt in der Regel Dr. Fred Kaspar von der Unteren Denkmalbehörde beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe. Die Pietà an der Regina-Kirche ordnet er nicht als solches ein. Bei dem Steinkreuz hinter dem Gotteshaus steht die Beurteilung noch aus.

Montag, 16.01.2017, 23:01 Uhr

Die Pietà soll nicht unter Denkmalschutz gestellt werden. Bei dem Steinkreuz ist die Entscheidung noch nicht gefallen.
Die Pietà soll nicht unter Denkmalschutz gestellt werden. Bei dem Steinkreuz ist die Entscheidung noch nicht gefallen. Foto: -stk-

Denkmal oder nicht? Diese Frage stellt sich derzeit an vielen Stellen im Stadtgebiet. Antworten darauf gibt in der Regel Dr. Fred Kaspar von der Unteren Denkmalbehörde beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe in Münster . In Augenschein genommen hat der Denkmalschützer auch das Steinkreuz für Patronatsherr von Landsberg und die Pietà, die beide ihren Platz an der Regina-Pfarrkirche haben.

Die Pietà an der Südseite des Gotteshauses wird auch als „Marienklage“ bezeichnet. Erstellt wurde die „großformatige Gruppe“, wie es im Gutachten von Dr. Fred Kaspar heißt, 1907 aus Sandstein durch den Bildhauer Heinrich Lobenberg in Münster. „Sie wurde auf einen aufgemauerten Sockel gesetzt und mit einer hoch aufragenden Rahmung an der Kirchenwand versehen.“ Die „künstlerisch durchgearbeitete Gruppe“ sei allerdings durch Verwitterung der Oberflächen inzwischen stark angegriffen. Details der Ausführung seien kaum noch erhalten. Zudem seien die rahmende Architektur entfernt und der Sockel verändert worden. „Wir haben daher Zweifel, ob eine Eintragung der verbliebenen Figurengruppe allein in die Denkmalliste noch zu rechtfertigen ist“, schreibt Kaspar. In der Verwaltungsvorlage für die letzte Sitzung des Kulturausschusses ist resümierend zu lesen, dass die Marienklage nicht als Baudenkmal in die Denkmalliste der Stadt eingetragen werden soll.

Die Pfarrei St. Regina ist an Stadtarchivar Dr. Ralf Klötzer mit dem Anliegen herangetreten, die Denkmaleigenschaften des hinter der Kirche platzierten Steinkreuzes überprüfen zu lassen. Einer Eintragung in die Denkmalsliste hat der Kirchenvorstand bereits zugestimmt. Hintergrund ist, dass eine Restaurierung geplant ist. Und als Baudenkmal ist ein Mehr an Zuschüssen zu erwarten, ist in der Verwaltungsvorlage zu lesen. Ob das zu Ehren von Patronatsherr von Landsberg errichtete Steinkreuz tatsächlich unter Denkmalschutz gestellt wird, ist noch offen. Das Ergebnis der Begehung durch die Denkmalschützer vom Oktober 2016 steht noch aus.

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