„Hygiene-Ampel“ sorgt für Ärger
„Schlag ins Gesicht“

Rinkerode -

Die Einführung der „Hygiene-Ampel“ sorgt in den betroffenen Betrieben für viel Unmut. Der heimische CDU-Landtagsabgeordnete Henning Rehbaum bezog bei einem Besuch der Rinkeroder Landfleischerei Lechtermann mit deutlichen Worten Stellung.

Freitag, 17.02.2017, 07:02 Uhr

Ortstermin: Der heimische CDU-Landtagsabgeordnete Henning Rehbaum besuchte gemeinsam mti dem Ortsunionsvorsitzenden Reinhard Pöhler die Rinkeroder Landfleischerei Lechtermann, um sich vor Ort über das Thema „Hygieneampel“ zu informieren.
Ortstermin: Der heimische CDU-Landtagsabgeordnete Henning Rehbaum besuchte gemeinsam mti dem Ortsunionsvorsitzenden Reinhard Pöhler die Rinkeroder Landfleischerei Lechtermann, um sich vor Ort über das Thema „Hygieneampel“ zu informieren.

Als einziges Bundesland bekommt Nordrhein-Westfalen eine „Hygiene-Ampel“. Dazu hat der Landtag das „Kontrollergebnis-Transparenz-Gesetz“ mit der Mehrheit der Stimmen von SPD und Grünen verabschiedet, teilt die CDU mit.

„Der heutige Gesetzesbeschluss ist ein Schlag ins Gesicht der Handwerksbetriebe im Lebensmittel- und Gastronomiebereich – auch im Kreis Warendorf . Trotz anhaltender Kritik und entgegen aller fachlichen Argumente einer Vielzahl von Experten wurde das Gesetz von SPD und Grünen durchgedrückt. Auch die örtlichen Abgeordneten von SPD und Grünen stimmten diesem Gesetz zu“, erklärt der heimische CDU-Landtagsabgeordnete Henning Rehbaum .

Seine Partei teile zwar grundsätzlich den Ansatz, dem Verbraucher eine Möglichkeit zu geben, sich einen schnellen und einfachen Eindruck von der Qualität und dem hygienischen Zustand eines Restaurants oder einer Bäckerei zu verschaffen. „Nicht erst seit der Debatte um das neue Gesetz haben unsere hoch qualifizierten und engagierten Lebensmittelkontrolleure diese Aufgaben im ganzen Land wahrgenommen. Die ,Hygiene-Ampel‘ ist deshalb der falsche Ansatz“, kritisiert Rehbaum.

Bereits das Oberverwaltungsgericht in Münster habe Umweltminister Johannes Remmel aufgezeigt, dass dieses Instrument ungeeignet sei. Auch die Lebensmittelkontrolleure sagten klar, dass die Bewertungsgrundlage des Gesetzes nicht für eine klar definierte Aussage über Qualität und Hygiene geeignet seien, heißt es in der Mitteilung der Christdemokraten weiter.

„Verbraucher möchten nicht wissen, wie der Kellner sein Hemd gewaschen hat. Denn zukünftig gibt es schon Minuspunkte, wenn er dieses bei sich zu Hause wäscht und nicht in die Großwäscherei bringt. Betriebe sollten ausgezeichnet werden, wenn sie alle Qualitätsstandards einhalten oder sogar darüber hinausgehen. Eine solche Positivkennzeichnung hilft dem Verbraucher und dem Unternehmer. Hier setzt man positive Anreize und stellt keinen Betrieb an den Pranger“, sagt Henning Rehbaum, der in den vergangenen Tagen zahlreiche familiengeführte Metzgereien, Bäckereien und Gaststätten im Kreis Warendorf – darunter auch die Rinkeroder Landfleischerei Lechtermann – besucht hat.

„Wir als Familienbetrieb fühlen uns von der Regierung Kraft ungerecht behandelt. Wir haben Sauberkeit in Schlachtküche und Verkaufsraum von der Pike auf gelernt und legen größten Wert auf Hygiene“, betont Inhaber Ludger Lechtermann. „Mit einer gerissenen Fliese im Altbau oder einer verspäteten Dokumentation der Kühlhaustemperatur droht unsere Hygieneampel trotzdem von Grün auf Gelb zu springen und hängt dann mindestens sechs Wochen lang an unserer Ladentür und schreckt die Kunden ab. Das ist unfair.“

In die gleich Kerbe schlägt auch Henning Rehbaum. Denn die flächendeckende Einführung sei nicht nur mit eine Verunsicherung der Kunden verbunden. Sie sei vielmehr „eine Existenzbedrohung für betroffene Betriebe“, zumal Fleisch- und Backtheken innerhalb von Supermärkten von der Hygieneampel ausgenommen seien. „Gerade die kleinen Fleischereien und Bäckereien sind es doch, die unsere Dorfkerne lebendig und liebenswert halten und für Arbeitsplätze sorgen. Warum macht Herr Remmel gerade diesen Betrieben das Leben schwer?“, fragte der Rinkeroder Ortsunionsvorsitzende Reinhard Pöhler. Wie es in der Mitteilung der CDU weiter heißt, soll die „Hygiene-Ampel“ übrigens auch in Gaststätten ohne Küchenbetrieb zum Einsatz kommen. Was Doris Droste von der „Alten Dorfschänke“ scharf kritisiert. Ihrer Ansicht nach bestehe die Gefahr, dass kleine Unternehmen zu unrecht an den Pranger gestellt würden, da „Minuspunkte“ nichts mit der eigentlichen Lebensmittelhygiene zu tun haben müssten.

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