Tagesfahrt des Heimatvereins
Hightech und Antike

Drensteinfurt -

Viel erlebt haben 37 Heimatfreunde bei ihrer Tagestour nach Georgsmarienhütte und nach Kalkriese.

Montag, 24.04.2017, 23:04 Uhr

Die Ausflügler aus Drensteinfurt und Herbern besichtigten das Stahlwerk in Georgsmarienhütte.
Die Ausflügler aus Drensteinfurt und Herbern besichtigten das Stahlwerk in Georgsmarienhütte.

37 Heimatfreunde besuchten das Stahlwerk Georgsmarienhütte und das Varusschlacht-Museum in Kalkriese .

Das Stahlwerk Georgsmarienhütte zählt zu den führenden europäischen Anbietern für Qualitätsstahl. Das Traditionsunternehmen besteht seit 1856, kam 1923 in den Besitz von Klöckner und steht seit 1993 als GmbH unter der Leitung von Dr. Jürgen Großmann.

Stahl aus Georgsmarienhütte werde überall dort eingesetzt, wo die Belastung am größten sei, wo Kraft erzeugt oder übertragen werde und wo Sicherheit eine Rolle spiele, heißt es in dem Bericht von Holger Martsch . Kunden des Stahlwerks fertigen Kurbelwellen, Pleuel, Nockenwellen, Antriebswellen, Getriebeteile, Fahrwerksteile und vieles mehr. Hinzu kommt Stahl für Ketten, Maschinenbauteile und Hydraulikkomponenten. Bei Qualitätsstahl vertrauten insbesondere die Automobilhersteller auf deutsche Produkte wie eben aus Georgsmarienhütte. Billigstähle aus Asien hätten da keine Chance. Jede Stahlcharge, die das Werk verlässt, wird einer peniblen Analyse und Qualitätskontrolle unterworfen. Kernstück der Produktionsanlage ist die „Hölle“, ein gigantischer Elektro-Lichtbogenofen, der in einem Schmelzvorgang 140 Tonnen Rohstahl erzeugt, gewonnen aus Schrott. 1350 Menschen aus 15 Nationen bietet die Hütte Arbeit.

Qualmende Schlote sucht man auf dem Werksgelände vergeblich – die wenigen Abgase unterschritten alle vorgegebenen Werte für den Immissionsschutz. Mit der Abwärme des Werks werden Schulen beheizt. Die Besucher aus Drensteinfurt zeigten sich äußerst beeindruckt von der Technik in den riesigen Produktionshallen. Fünf Kilometer Fußmarsch und etliche Treppen bewältigten sie bei der Werksbesichtigung. Höhepunkt war der Schlacke- und Stahlabstich in der „Hölle“, ein atemberaubendes Schauspiel, das an einen Vulkanausbruch erinnert.

Nach dem Mittagessen im Kolpinghaus in Georgsmarienhütte ging die Fahrt weiter nach Kalkriese, zum dortigen Varusschlacht-Museum. Die Anlage wurde gegründet, da die Fundregion Kalkriese darauf hinweist, dass sie im Jahr neun nach Christi Geburt einer der Schauplätze der Varusschlacht zwischen Arminius und Varus gewesen sein könnte. Das Museum erfreut sich wachsender Beliebtheit und zieht jährlich rund 100 000 Besucher an, darunter allein etwa 1000 Schulklassen. Die höchsten Besucherzahlen verzeichnen regelmäßig die in den ungeraden Jahren stattfindenden „Römer- und Germanentage“. In der Dauerausstellung des Museums werden rund 400 Objekte der Grabungen in Kalkriese gezeigt. Insgesamt sind rund 6000 römische Funde in Kalkriese ans Tageslicht gekommen. Das Glanzstück der Ausstellung ist die eiserne Helmmaske eines römischen Reiters, die einst einen Überzug aus Silberblech trug, das vermutlich von Plünderern heruntergerissen wurde.

Die fachkompetente Führung durch das Museum und die Besteigung des 40 Meter hohen Turmes aus Kortenstahl waren weitere Höhepunkte dieses Ausfluges des Heimatvereins, der an diesem Tag zu Hightech und Antike führte, so Martsch abschließend.

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