Klönabend des Heimatvereins
Landwirte stehen immer mehr unter Druck

Walstedde -

Dass es Landwirte heutzutage nicht immer leicht haben, wurde beim Besuch von Kreislandwirt Karl Werring beim Klönabend des Heimatvereins mehr als deutlich.

Freitag, 28.04.2017, 23:04 Uhr

Karl Werring, hier mit dem Heimatvereinsvorsitzenden Theo Schulze Berge (re.), hatte viele interessante Informationen mitgebracht.
Karl Werring, hier mit dem Heimatvereinsvorsitzenden Theo Schulze Berge (re.), hatte viele interessante Informationen mitgebracht. Foto: -sibe-

Die Landwirtschaft gestern, heute und in der Zukunft war das Thema des Klön­abends des Walstedder Heimatvereins am Donnerstag im Paul-Gerhardt-Haus. Dazu hatten sich die Heimatfreunde – rund 20 waren gekommen – Kreislandwirt Karl Werring aus Sendenhorst eingeladen. „Ich begrüße euch herzlich zum ersten Klönabend in diesem Jahr. Ihr könnt euch heute auf einen spannenden Vortrag freuen“, bemerkte Theo Schulze Berge, der Vorsitzende des Heimatvereins, zu Beginn.

„Früher, vor 80 bis 90 Jahren, gab es in Walstedde etwa 40 landwirtschaftliche Betriebe“, erklärte Werring. Jeder davon habe eigentlich ein paar Kühe gehabt und eine Fläche von 30 bis 40 Hektar besessen. Heute gebe es im gesamten Stadtgebiet von Drensteinfurt 60 000 Schweine, 4500 Rinder, 3600 Sauen, eine Ackerfläche von 5500 Hektar, Grünland von 680 Hektar und rund 69 Hektar Dauerkulturen.

Im Anschluss stellte der Kreislandwirt die Frage in den Raum, welche Zielgrößen sich ein landwirtschaftlicher Betrieb heute setzen müsse, um die Familie ernähren zu können. „Man benötigt entweder 2500 Mastschweine, 130 Kühe, 300 bis 400 Sauen, 300 bis 500 Mastbullen, 80 000 Hähnchen, 250 bis 500 Hektar Waldbetrieb oder 150 bis 300 Hektar Ackerland – je nachdem was man dort anbaut –, um Gewinn zu erzielen“, führte Werring aus.

Die Märkte hätten sich für die Landwirtschaft drastisch verändert. Durch neue EU-Richtlinien stünden die Landwirte immer mehr unter Druck. Ein Drittel der Arbeitszeit müssten die Betriebsleiter der Höfe mittlerweile im Büro verbringen, um die Vorgaben der Bürokratie zu erfüllen. Hinzu kämen die Krisenjahre 2015 und 2016 für Milchbetriebe und Sauenhalter.

Zudem wachse auch der Druck von außen, zumindest bei den überregionalen Medien. „Hier vor Ort zeigen die Bürger viel Verständnis für die Landwirtschaft. Bei den öffentlich-rechtlichen und anderen Bundesmedien kommen wir dafür kaum zu Wort“, beklagte Werring.

Im Anschluss an den Vortrag diskutierten die Heimatfreunde mit dem Kreislandwirt noch über verschiedene Themen wie etwa über das Tierwohl, Nitrat im Grundwasser, den Vertrieb von regionalen Produkten oder die „Kooperation“ zwischen Jägern und Landwirten.

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