Schwimmmeister im Erlbad
Hobby zum Beruf gemacht

Drensteinfurt -

Andreas Willuweit und sein Team fiebern dem Start in die Freibadsaison 2017 entgegen. Seit Wochen laufen die Vorbereitungen. Doch noch spielt das Wetter nicht mit. Im Sommer ist für den Schwimmmeister die schönste Zeit, wenn an manchen Tagen mehrere Tausend Besucher in das Freibad strömen.

Freitag, 28.04.2017, 23:04 Uhr

In einem Saisonbetrieb wie dem Erlbad brauche man ein zuverlässiges Mitarbeiter-Team, machte Betriebsleiter Andreas Willuweit (li.) deutlich. Dazu gehören unter anderem (v.li.) Nina Strobach, Eike Weidenbach und Christian Hofmann.
In einem Saisonbetrieb wie dem Erlbad brauche man ein zuverlässiges Mitarbeiter-Team, machte Betriebsleiter Andreas Willuweit (li.) deutlich. Dazu gehören unter anderem (v.li.) Nina Strobach, Eike Weidenbach und Christian Hofmann. Foto: -bim-

„Wir sind startklar. An uns soll‘s jetzt nicht mehr liegen“, sagt Andreas Willuweit . Der Betriebsleiter des Erlbads wünscht sich genauso wie wohl viele in Drensteinfurt wärmeres Wetter herbei, damit das städtische Freibad in die neue Saison starten kann. Denn der 50-jährige Schwimmmeister macht seinen Job gerne.

Anfang März hat er gemeinsam mit Mitarbeiter Eike Weidenbach mit den Vorbereitungen begonnen. Denn sechs bis acht Wochen Vorlaufzeit seien nötig, um den Besuchern ein unbeschwertes Badevergnügen zu bieten, erklärt er.

Das Becken musste zunächst gesäubert werden. Dann wurde Wasser, das aus mehreren Brunnen gezapft wird, eingelassen. Zudem standen einige Reparaturen und der eine oder andere neue Anstrich an. Auch der Großteil der Grünanlagen wurde bereits einem Pflegeschnitt unterzogen. Und zuletzt waren die Reinigungskräfte Nina Strobach und Christian Hofmann mit dem Putzen der Umkleidekabinen und Sanitäranlagen beschäftigt.

Nun muss nur noch die Wassertemperatur auf einen akzeptablen Wert kommen. „Eine Zwei sollte schon vorne stehen“, sagt Willuweit. Dafür sollen sogenannte „Absorbermatten“ sorgen, die auf dem Dach der Freibad-Anlage installiert sind und sich durch Sonneneinstrahlung aufheizen. Doch wenn diese fehlt, muss mit Öl zugeheizt werden. „Ohne Heizung funktioniert es in unseren Breiten nicht“, spricht der Betriebsleiter aus Erfahrung. Andere Bäder, die aus Kosten- und ökologischen Gründen zunächst darauf verzichtet haben, hätten inzwischen nachgerüstet. Um die Wärme zu halten, wird das Erlbad-Becken zudem mit einer Matte abgedeckt.

Und wie kommt man dazu, Schwimmmeister zu werden? Er komme vom Schwimmsport und habe sein Hobby zum Beruf gemacht, erklärt Willuweit. Zwar sei dieser während der Saison sehr arbeitsreich, aber eben generell auch sehr vielseitig. „Es ist nicht damit getan, bei schönem Wetter am Beckenrand zu stehen“, räumt er mit falschen Vorstellungen auf. Man müsse Spaß daran haben, mit Leuten umzugehen. Und ebenso Interesse an Verwaltungsarbeit und an technischen Aufgaben haben. Auch unterschätzten viele Schulabgänger die Ausbildung, in der auch Fächer wie Mathe und Chemie durchaus eine Rolle spielen.

Eike Weidenbach hat diese Herausforderung angenommen und 2012 als „Azubi“ im Erlbad angefangen. Denn ihn interessierte das Sportliche in Kombination mit dem Technischen, erklärt er. Bis heute ist er zufrieden. Er mag es, auch draußen zu sein, anstatt nur im Büro zu sitzen.

Noch eine weitere fest angestellte Kollegin ist im Freibad tätig. Hinzu kommen zwei Kassiererinnen und drei Reinigungskräfte für die Saison. „Man braucht zuverlässige, gute Leute in so einem Betrieb“, macht Willuweit deutlich.

In den Sommermonaten hat er eine lange Sechs-Tage-Woche. Manchmal beginnt der Arbeitstag bereits um 5 Uhr. Das bedeute auch, etwa das Schützenfest bereits um zehn Uhr abends zu verlassen, um am nächsten Morgen fit zu sein. Doch die besondere Stimmung in der Natur, wenn er morgens bei Sonnenaufgang auf die noch leere Anlage komme, das entschädige dann wieder.

August und September empfindet er als die schönste Zeit. Dann wird es nicht mehr so früh hell, ist aber immer noch warm, und es herrsche eine entspanntere Atmosphäre, meint er.

Und Badegäste, die „über die Stränge schlagen“? Die gebe es kaum, sagt Willuweit – und bleibt offensichtlich auch in solchen Situationen gelassen. „Wir haben ein gutes Publikum“ zeigt er sich zufrieden. 5000 Badegäste an einem Tag sind ein Spitzenwert, 100 000 sind es im Durchschnitt im Jahr.

Trotz Spaß am Job – „irgendwann ist der Akku leer“, gibt er zu. Doch erst, wenn die Anlage winterfest gemacht ist und Sonnenliegen und Bänke eingelagert sind, können die zahlreichen Überstunden abgebaut werden. Aber in dieser Zeit werden auch Lehrgänge absolviert, Materialien eingekauft und Pläne erarbeitet. „Der Winter geht schnell um“, findet Willuweit.

Nun freut er sich mit den Badegästen auf die Saison 2017.

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