Diskussionsveranstaltung der Grünen
Gegen schärfere Sicherheitsgesetze

Drensteinfurt -

Über „Sicherheit in unsicheren Zeiten“ sprach Münsters früherer Polizeipräsident Hubert Wimber bei einer Diskussionsveranstaltung der Grünen in der Alten Post. Es sei nicht richtig, dass die Gewaltkriminalität zugenommen habe, wie vielfach behauptet werde, stellte Wimber klar.

Donnerstag, 04.05.2017, 23:05 Uhr

Münster Ex-Polizeipräsident Hubert Wimber war in der Alten Post zu Gast und sprach über „Sicherheit in unsicheren Zeiten“.
Münsters Ex-Polizeipräsident Hubert Wimber war in der Alten Post zu Gast und sprach über „Sicherheit in unsicheren Zeiten“.

Die Grünen , Polizei und Sicherheit sind nicht das, was man als erstes mit ihnen verbindet“, sagte der ehemalige Münsteraner Polizeipräsident Hubert Wimber am Mittwochabend in der Alten Post. Wimber sprach auf Einladung der Drensteinfurter Grünen zum Thema „Sicherheit in unsicheren Zeiten“.

Der gebürtige Recklinghäuser war bei seiner Ernennung zum Polizeipräsidenten 1998 bundesweit der erste mit grünem Parteibuch. „Sicherheit ist keine Kernkompetenz unserer Partei, was man durchaus bedauern kann“, so Wimber weiter.

Ambivalenz von wahrgenommener und gemessener Kriminalität

Denn die Wahrnehmung von Kriminalität in Deutschland spiegele eine verzerrte Wirklichkeit wider. „Die Mehrheit der Bundesbürger ist davon überzeugt, dass Kriminalität, besonders Gewaltkriminalität, zugenommen hat. Die Statistik sagt etwas anderes“, erklärt Wimber. Denn die Zahlen der bundesweiten Kriminalitätsstatistik seien seit vielen Jahren insgesamt konstant. Und die Gewaltkriminalität sei seit 20 Jahren rückläufig.

Mediale und politische Diskussionen darüber würden aus Sicht Wimbers oft dramatisiert und verallgemeinert geführt, was zu Forderungen nach zusätzlichen Eingriffsrechten und einer Verschärfung des Strafrechts führe.

Einbruchsdelikte und Taschendiebstähle haben zugenommen

Zwei Bereiche der Kriminalität hob Wimber hervor, die in den vergangenen Jahren massiv zugenommen hätten: Einbruchsdelikte und Taschendiebstähle. Auch für die rund 20 Zuhörer waren Einbruch- und Diebstahlsdelikte ein wichtiges Thema. Denn auch im Kreis Warendorf und in Drensteinfurt habe seit 2011 die Zahl der Einbrüche zugenommen. Ein Patentrezept dagegen hatte auch Wimber nicht. Die beste Prävention sei immer noch eine gute Sicherung von Wohnung und Haus.

Zusammenfassend sprach sich Wimber gegen schärfere Sicherheitsgesetze und für einen nüchterneren Blick auf die tatsächliche Entwicklung aus. Jeder Bürger könne sich dazu auch auf den Internetseiten der Bundes-, Landes- und Kreispolizeibehörden informieren.

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