Ausschuss berät Entwurf
Windkraft auf 350 Fußballfeldern

Drensteinfurt -

Das Thema „Windkraft“ beschäftigt die Politik seit vielen Jahren. Am Montag landet es nun erneut auf der Tagesordnung des Stadtentwicklungsausschusses. Um 17 Uhr wird die Verwaltung in der Alten Post darstellen, wie sie sich das weitere Prozedere vorstellt. Läuft alles nach Plan, könnten Anfang 2018 neue Bauanträge gestellt werden.

Donnerstag, 11.05.2017, 23:05 Uhr

Neun Konzentrationszonen für die Nutzung von Windkraft sieht der Entwurf des Flächennutzungsplanes vor.
Neun Konzentrationszonen für die Nutzung von Windkraft sieht der Entwurf des Flächennutzungsplanes vor. Foto: Stadt Drensteinfurt

Wie geht es mit der Windkraft in Drensteinfurt weiter? Diese Frage beschäftigt die politischen Gremien seit Jahren. Irgendwie schien das Thema in der Sackgasse zu stecken, auch wegen immer wieder neuer Vorgaben von Land und Bezirksregierung. Doch jetzt scheint es voranzugehen. In der Sitzung des Bauausschusses am kommenden Montag um 17 Uhr in der Alten Post präsentiert die Verwaltung, wie sie sich das weitere Prozedere vorstellt, und wo sie mögliche Flächen für Windenergieanlagen sieht.

Ein Vorentwurf hatte extrem viele Flächen enthalten, die inzwischen aber deutlich reduziert wurden. Rinkerode ist ganz herausgefallen, weil der vorgeschriebene Abstand zum Naturschutzgebiet Davert eingehalten werden muss. Außerdem haben in erster Linie artenschutzrechtliche Untersuchungen und der Vorsorgeabstand von 450 Metern zu Wohngebäuden im Außenreich dazu geführt, dass neun potenzielle Konzentrationszonen übriggeblieben sind. Diese haben zusammengenommen eine Fläche von 190 Hektar, was 1,8 Prozent des Stadtgebietes oder etwa 350 Fußballfeldern entspricht. Zum Vergleich: Bislang gibt es drei Windkraftzonen mit einer Größe von 23 Hektar,

Zu Ortschaften muss ein Abstand von 600 Metern eingehalten werden. Die bis vor Kurzem geltende Höhenbegrenzung von 100 Metern ist weggefallen. „Die Entscheidung über die Höhe liegt jetzt auf der Genehmigungsebene. Das ist der Kreis Warendorf“, erläutert Bauamtsmitarbeiter Christoph Grabbe .

Nachdem die frühzeitige Beteiligung 2016 abgeschlossen werden konnte, geht es in der Sitzung am Montag um die politische Abwägung der eingegangenen Stellungnahmen und um den daraus resultierenden Entwurf des Flächennutzungsplanes. „Ich habe die Hoffnung, dass alles so beschlossen wird, wie wir es einbringen“, so Grabbe. „Wenn die Flächen noch weiter reduziert werden, dann ist fraglich, ob wir der Windkraft noch substanziell Raum geben können.“ Die Bezirksregierung will in diesem Punkt zufriedengestellt werden, die festgeschrieben hat, dass der Windkraft von den Städten und Gemeinden „substanzieller Raum“ gegeben werden muss. Wobei unklar bleibt, wie groß dieser „substanzielle Raum“ sein soll. Konkrete Zahlen gibt es nicht.

Sollte dem Entwurf des Flächennutzungsplanes am Montag zugestimmt werden, folgt eine vierwöchige Offenlegung – vermutlich im Sommer. Läuft alles nach Plan, könnte der Rat im Herbst den Feststellungsbeschluss des Flächennutzungsplanes fassen. Dieser geht dann zur Bezirksregierung. Mit einer zweimonatigen Bearbeitungszeit ist zu dort rechnen. Grabbe rechnet vor, dass möglicherweise schon Anfang 2018 erste Anträge für neue Windenergieanlagen gestellt werden könnten.

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