Ausflug des Heimatvereins
Faszinierende Turmuhr

Drensteinfurt -

Eine interessante Turmbesteigung hat eine Gruppe von Heimatfreunden hinter sich.

Freitag, 19.05.2017, 23:05 Uhr

Dr. Henning Thoholte (2.v.re.) empfing den Besuch aus Drensteinfurt vor dem Portal der Probstei- und Wallfahrtskirche St. Clemens. Die Mechanik der Turmuhr sorgte für große Augen.
Dr. Henning Thoholte (2.v.re.) empfing den Besuch aus Drensteinfurt vor dem Portal der Probstei- und Wallfahrtskirche St. Clemens. Die Mechanik der Turmuhr sorgte für große Augen.

Telgte war das Ziel eines Ausfluges der Heimatfreunde. Die Radtour, mit immerhin 53 Kilometern Streckenlänge schon eine kleine konditionelle Herausforderung, hatte Norbert Unkhoff ausgearbeitet, und alle 13 Teilnehmer waren begeistert von der schönen Streckenführung.

Über den jetzt vollständig ausgebauten Bürgerradweg ging die Fahrt von Drensteinfurt aus nach Albersloh, dann über den Werseradweg nach Angelmodde und Wolbeck, von dort weiter ein Stück entlang der Landesstraße von Wolbeck nach Telgte und dann wieder über stille Wirtschaftswege und kleine Straßen durch Wohngebiete ins Zentrum von Telgte. „Das Mittagessen bei ,Tante Lina’ mundete köstlich, und wir waren gestärkt für die anstehende Kirchturmbesteigung“, berichtet Heimatfreund Holger Martsch .

Ziel der Tour war die Telgter Propstei- und Wallfahrtskirche St. Clemens, vor deren Eingangsportal Dr. Henning Thoholte die Gäste aus Drensteinfurt zu einer Besteigung des 65 Meter hohen Turms empfing. Im Mittelpunkt stand die mechanische Turmuhr, die in der Turmspitze – unter den Glocken – ihren Dienst verrichtet. Sie wurde im Jahr 1907 von der Firma „Bernhard Vortmann Turmuhrenbau“ aus Recklinghausen installiert. Uhrmachermeister Reinhold Flüthe aus Telgte, Dr. Henning Thoholte und Jörg Berg retteten die Uhr vor der Ausmusterung und restaurierten sie 2003. Sie steuert die Zeiger der drei Zifferblätter und die Mechanik für den Stundenschlag der Glocken über Seilzüge und Umlenkgetriebe. Die Gewichte, die die Mechanik in Gang halten, müssen regelmäßig mit Handkurbeln hochgezogen werden, was die Besucher auch selbst ausprobieren konnten. Am gut eineinhalb Meter langen hölzernen Pendel der Uhr hängt ein 30 Kilogramm schweres Gewicht, das im Zusammenwirken mit dem Hemmwerk den Zeittakt vorgibt. Die Gangungenauigkeit beträgt lediglich 14 Sekunden im Jahr.

Heute seien in Deutschland die alten, von Manufakturen hergestellten mechanischen Turmuhrwerke weitgehend durch elektrische Antriebe und elektronische Steuerungen ersetzt worden, berichtet Martsch. Der Grund: Kostenersparnis – alles laufe automatisch, Personal werde nicht mehr benötigt.

Dr. Thoholte hat mehrere Turmuhrwerke vor dem Verschrotten gerettet. Sie bereichern jetzt, gereinigt und funktionsfähig, seine private Uhrensammlung.

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