Kreuzung L 671/Kerkpatt
Stopp-Schilder als Lösung

Walstedde -

Die Ecke L 671/Kerkpatt ist ein Unfallschwerpunkte. Jetzt gibt es Vorschläge, wie die Kreuzung entschärft werden könnte. Doch damit sind längst nicht alle zufrieden.

Dienstag, 13.06.2017, 23:06 Uhr

Auch viele Anwohner und Vertreter der Stadt waren zum Ortstermin gekommen. Mit den angekündigten Maßnahmen zeigten sie sich allerdings nicht abschließend zufrieden.
Auch viele Anwohner und Vertreter der Stadt waren zum Ortstermin gekommen. Mit den angekündigten Maßnahmen zeigten sie sich allerdings nicht abschließend zufrieden. Foto: -ne-

Vier Unfälle mit Schwerverletzten in vier Jahren: Dass die L 671 Richtung Ahlen in Höhe der Einmündungen Kerkpatt/Herrenstein ein Unfallschwerpunkt ist, hat auch der Kreis Warendorf längst erkannt.

Bei einem Ortstermin am Dienstagmorgen konnte Ordnungsdezernentin Petra Schreier eine Lösung präsentieren. Im Kreuzungsbereich sollen zwei Stopp-Schilder aufgestellt und entsprechende Fahrbahnmarkierungen aufgebracht werden. Diese Maßnahmen seien mit dem Landesbetrieb Straßen.NRW, der Eigentümer der L 671 ist, abgestimmt und könnten innerhalb von vier Wochen umgesetzt werden.

Man habe, so Polizeihauptkommissarin Dagmar Artmeier , die Unfälle der jüngsten Vergangenheit ausgewertet. Überhöhte Geschwindigkeit oder Überholvorgänge seien in der Regel nicht der Grund gewesen. Das hätten auch mehrere Geschwindigkeitsmessungen, zuletzt im Mai, ergeben: Von 2200 Fahrzeugen waren lediglich sechs zu schnell unterwegs. „Unfallursache ist stattdessen die Missachtung der Vorfahrt“, betonte Schreier. Demnach seien die Stopp-Schilder das geeignete Mittel, um die Stelle zu entschärfen. Mehr – etwa ein Überholverbot oder gar eine Tempo-70-Zone – sei mit dem Landesbetrieb nach derzeitiger Lage nicht zu machen.

Auch Anwohner und Vertreter der Stadt waren gekommen – und sind mit den vorgestellten Maßnahmen zum Teil so gar nicht einverstanden. Sie greifen ihnen viel zu kurz. „Man muss sich doch fragen, warum gerade an dieser Stelle die Vorfahrt so häufig missachtet wird“, brachte beispielsweise Martin Brinkötter, Leiter des Ordnungsamtes, vor. „Ich fahre hier selbst oft lang – und fühle mich immer unsicher.“ Insbesondere, weil die Kreuzung von den Einmündungen aus so schlecht einsehbar sei.

Ins gleiche Horn stieß Bürgermeister Carsten Grawunder: „Autofahrer, die die L 671 hier queren, schätzen die Geschwindigkeit der anderen Verkehrsteilnehmer falsch ein. Tempo 100 ist an dieser Stelle grundsätzlich zu viel.“

Das findet auch der Walstedder Franz-Josef Bricke, der sich seit langem für eine Entschärfung dieser Gefahrenstelle einsetzt. „Auf der B 63 ist durchgängig Tempo 70. Es geht also um einen Lückenschluss von drei Kilometern bis nach Ahlen. Man sollte hier nicht nach Prinzip entscheiden, sondern pragmatisch.“

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