Ralf Heidfeld ist Bezirksbeamter
Ansprechpartner in Uniform

Drensteinfurt -

Sprechstunden, Schulwegkontrollen, Anzeigenaufnahmen und Verkehrserziehung: Ralf Heidfelds Aufgabenspektrum ist weit gestrickt. Seit mittlerweile vier Jahren verzieht der Hauptkommissar seinen Dienst als Bezirksbeamter in Drensteinfurt.

Donnerstag, 15.06.2017, 08:06 Uhr

Seit 36 Jahren ist Ralf Heidfeld im Polizeidienst. Und seit Mitte 2013 versieht er seinen Dienst als Bezirksbeamter seinen Dienst in Drensteinfurt, Walstedde, Mersch und Ameke.
Seit 36 Jahren ist Ralf Heidfeld im Polizeidienst. Und seit Mitte 2013 versieht er seinen Dienst als Bezirksbeamter seinen Dienst in Drensteinfurt, Walstedde, Mersch und Ameke. Foto: Birte Moritz

„Ich kann mir nichts Schöneres vorstellen, als Bezirksdienstbeamter in Drensteinfurt zu sein“, sagt Ralf Heidfeld mit einem Lachen. Der 52-jährige Polizeihauptkommissar macht den Einwohnern der Wersestadt gern solch ein Kompliment, denn er mag es, „Ansprechpartner zu sein“ für die Bürger von Drensteinfurt, Walstedde, Ameke und Mersch, wie er seine Aufgabe zusammenfassend beschreibt. Rinkerode gehört nicht dazu – der Ortsteil fällt zusammen mit Albersloh in die Zuständigkeit seines Kollegen Robert Kempe .

Seit 1981 ist Heidfeld bei der Polizei. Seine Ausbildung absolvierte er in Stukenbrock. Weitere Stationen waren Bork, Düsseldorf und zuletzt Ahlen, wo er heute gemeinsam mit seiner Frau wohnt. „Es ist gut, eine gewisse Distanz zum Arbeitsort zu haben“, sagt er.

Seit Mitte 2013 versieht er seinen Dienst im Drensteinfurter Stadtgebiet. Sein Büro, der „Polizeiposten“, befindet sich im Rathausgebäude. Das bedeutet einen sehr engen Kontakt zur Stadtverwaltung. Man kenne sich persönlich, und Angelegenheiten könnten zügig bearbeitet werden, sieht Heidfeld viele Vorteile in diesem Standort.

Zu seinen vielfältigen Aufgaben zählt als Basis die regelmäßige Bürgersprechstunde. Dabei sei es ihm möglich, sich ohne Zeitdruck um die Anliegen und möglichen Ängste – gerade auch der älteren Einwohner – zu kümmern. „Präsenz vor Ort zeigen“ sei ebenso wichtig, erklärt der Polizeihauptkommissar. Und so läuft er Streife, um einerseits das Sicherheitsgefühl der Bürger zu erhöhen und andererseits potenzielle Kriminelle abzuschrecken.

Auch für die Schulwegsicherung ist Heidfeld zuständig. „Eltern, die ihre Kinder mit dem Auto an der Schule absetzen, bereiten die größte Gefahr“, äußert der erfahrene Polizist Kritik. Zudem stand gerade wieder die Verkehrsprävention in den Grundschulen an. „Eine Sache, die ich sehr gerne mache“, sagt Heidfeld. Dabei übt er mit den Erstklässlern das sichere Überqueren einer Straße. Mit den Schülern der vierten Klassen trainiert er dagegen in Kleingruppen das Radfahren im Straßenverkehr, denn dann sind die Kinder in einem Alter, in dem sie mit ihren Rädern nicht mehr den Bürgersteig nutzen dürfen.

Da dieses aber auch viele Erwachsene immer wieder mal tun, muss er auch regelmäßig ermahnende Gespräche führen. Verwarnungsgeld ordne er nur an, wenn gar keine Einsicht bestehe, sagt der Gesetzeshüter.

Doch auch mit dem Autoverkehr befasst er sich. So schaut er sich Unfallhäufungsstellen genau an und geht auch Beschwerden nach, etwa wenn ein Bürger meint, dass in seiner Straße gerast wird. Dann veranlasst er mitunter Geschwindigkeitsmessungen.

Ein weiterer Aufgabenbereich ist die Ermittlungstätigkeit. Hier geht es darum, herauszufinden, wo sich eine Person aktuell aufhält, etwa weil sie als Zeuge zu einer Straftat aussagen soll oder aber mit Haftbefehl gesucht wird. Bis auf eine Ausnahme konnte Heidfeld bisher immer erreichen, dass der Straffällige seine Geldstrafe zahlte und nicht in Haft musste, zeigt er sich froh.

Zudem ist Heidfeld mit der Aufnahme von Strafanzeigen befasst. Hier hat er es vor allem mit Fahrraddiebstählen und Betrügereien zu tun. „Bitte zeitnah melden“, appelliert er an die Geschädigten. Nur dann habe die Polizei eine Chance auf Aufklärung. Wenn er gerade keine Sprechzeit hat, sollten sich die Betroffenen an die Polizeidienststelle in Ahlen wenden. „Was mir in letzter Zeit Sorge bereitet: Gehäuft treten Diebstähle von Geldbörsen auf.“ Diese würden unbemerkt aus Handtaschen, aus Einkaufswagen in Supermärkten oder aus unverschlossenen Autos entwendet. Die Folge seien viel Zeit und Geld, die der Bestohlene für die Neubeschaffung seiner Personalpapiere und Bankkarten aufwenden müsse. Da zudem immer die Gefahr bestehe, dass Ausweise und Bankkarten missbräuchlich genutzt werden, müsse der Betroffene auch zur Anzeigenaufnahme einige Zeit mitbringen, da die Polizei möglichst viele Ausweisinformationen ermitteln und erfassen muss.

Weitere Arbeitsstunden fallen an, wenn zu speziellen Anlässen besonders viele Einsatzkräfte benötigt werden. Dann wird der Ahlener zur Verstärkungskraft, etwa beim „Blitzmarathon“, bei einem Popkonzert oder einem Risiko-Fußballspiel.

Damit, dass man ihn oft den „Dorfsheriff“ nennt, hat der Polizeihauptkommissar keinerlei Probleme. Ansonsten aber hat er, wie auch viele seiner Kollegen, für sich festgestellt: „Der Respekt vor der Polizei ist gesunken“. Auch ihm begegneten Bürger vereinzelt pampig oder beleidigend. Er gehe nicht gleich gegen jedes Fehlverhalten vor, doch wenn eine gewisse Grenze überschritten sei, ahnde er konsequent. In seiner Freizeit lässt Heidfeld es heute eher ruhig angehen. War er früher einmal Trainer im Mädchenfußball, sagt er nun: „Fotografieren ist meins.“ Er könne sich da gut hineinvertiefen und alles um sich herum vergessen, erklärt er.

Und schaut sich der Polizeihauptkommissar auch Krimis und Polizeiserien im Fernsehen an? Von Serien wie „Toto und Harry“ halte er gar nichts. Aber den „Tatort“ am Sonntagabend schaue er schon ab und zu – auch wenn die Darstellung der Polizeiarbeit dort mitunter wenig mit der Realität zu tun habe.

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