196 Euro Schulden pro Kopf
Drensteinfurt bleibt „Kreismeister“

Drensteinfurt/Sendenhorst -

196 Euro pro Einwohner: So hoch ist die öffentliche Pro-Kopf-Verschuldung in der Stadt Drensteinfurt. Im Kreisgebiet ist das der mit Abstand niedrigste Wert.

Freitag, 23.06.2017, 07:06 Uhr

Die Stadt Drensteinfurt hat die mit Abstand geringste öffentliche Pro-Kopf-Verschuldung im Kreis Warendorf.
Die Stadt Drensteinfurt hat die mit Abstand geringste öffentliche Pro-Kopf-Verschuldung im Kreis Warendorf. Foto: Dietmar Jeschke

Die Stadt Drensteinfurt bleibt ein „Musterknabe“: Wie das Landesamt für Information und Technik in dieser Woche veröffentlichte, betrug die städtische Pro-Kopf-Verschuldung in der Wersestadt zum Stichtag 31. Dezember 2016 „nur“ 196 Euro. Im Kreisvergleich steht die Gemeinde damit mit großem Abstand am besten da. Zum Vergleich: In der Nachbarstadt Sendenhorst lag die Pro-Kopf-Verschuldung bei 1773 Euro. Noch höher war die kommunale Kreditbelastung pro Einwohner nur in Beckum (2135 Euro), Ennigerloh (2088 Euro) und Ahlen (1893 Euro). Zu den Gemeinden mit der geringsten Pro-Kopf-Verschuldung zählten neben Drensteinfurt die Kommunen Wadersloh (375 Euro), Sassenberg (403 Euro) und Everswinkel (473 Euro).

Eine nahezu identische Reihefolge ergibt sich bei der Gesamtverschuldung. Auch hier lag Drensteinfurt zum Stichtag mit einer Kreditbelastung von 3,04 Millionen Euro an unterster Stelle. Ein Unikum: Die Wersestadt war die einzige Gemeinde im Kreis Warendorf mit einem schuldenfreien „Kernhaushalt“, betraf die Darlehnsbelastung bislang doch ausschließlich den städtischen Eigenbetrieb „Abwasser“.

Die weitaus meisten Schulden im Kreis hatte die Stadt Ahlen mit 99,01 Millionen Euro angehäuft. In Beckum waren es 78,04 Millionen und in Ennigerloh 43,83 Millionen. Die Nachbarstadt Sendenhorst stand am Stichtag mit insgesamt 23,44 Millionen Euro in der Kreide.

Zahlen, die allerdings relativ sind. Denn in den vergangen zwei Jahren ist in Sachen Flüchtlingszustrom bekanntlich viel passiert. Die meisten Kommunen mussten ihre Unterbringungsmöglichkeiten rapide Aufstocken. Neue Häuser wurden gebaut oder gebrauchte Immobilien erworben. Mit Folgen für die Haushalte, die sich in der jüngsten Statistik nicht vollständig wiederfinden. In Drensteinfurt etwa wurden für den Bau der beiden Flüchtlingsunterkünfte in Rinkerode und an der Drensteinfurter Pferdebahn insgesamt 594 000 Euro über Sonderkredite finanziert. Darlehn, die nun stückweise im Kernhaushalt auftauchen – aber dennoch ein „gutes Geschäft“ sind: Denn die Stadt erhält einen Tilgungsnachlass von 35 Prozent und spart damit gut 208 000 Euro.

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