Träger der Kita Blumenstraße
Die Caritas soll’s machen

Drensteinfurt -

Die Entscheidung war eindeutig: Träger der neu entstehenden Kita im geplanten Baugebiet Blumenstraße soll die Caritas werden. 15 der insgesamt 19 anwesenden Mitglieder des Sozialausschusses stimmten für den kirchlichen Träger. Zuvor hatten die drei in die engere Auswahl gekommenen Kandidaten sich und ihr Konzept vorgestellt.

Donnerstag, 29.06.2017, 23:06 Uhr

Die Caritas im Dekanat Ahlen, links das zentrale Verwaltungsgebäude an der Ahlener Rottmannstraße, soll die Trägerschaft der neuen Kindertagesstätte übernehmen. Entstehen soll die Einrichtung im Bereich Blumenstraße, Ecke Kleiststraße (gr. Bild, unten links).
Die Caritas im Dekanat Ahlen, links das zentrale Verwaltungsgebäude an der Ahlener Rottmannstraße, soll die Trägerschaft der neuen Kindertagesstätte übernehmen. Entstehen soll die Einrichtung im Bereich Blumenstraße, Ecke Kleiststraße (gr. Bild, unten links).

Träger der neu entstehenden Kita im geplanten Baugebiet Blumenstraße soll die Caritas werden. Dafür sprach sich eine große Mehrheit in der Sitzung des Sozialausschusses am Mittwochabend in Rinkerode aus. 15 der insgesamt 19 anwesenden Ausschuss-Mitglieder votierten für den kirchlichen Träger. Die anderen vier Stimmen gingen an die „Outlaw gGmbH“.

Zuvor hatten die drei in die engere Auswahl genommenen Kita-Betreiber je 30 Minuten Zeit, ihr jeweiliges Konzept vorzustellen und Fragen zu beantworten.

Dies tat zuerst die Arbeiterwohlfahrt, Unterbezirk Hamm-Warendorf. In den oft als Familienzentren geführten Einrichtungen setzt sie unterschiedliche Schwerpunkte wie Musik, Bewegung oder Sprachförderung und wollte in Drensteinfurt die „Konzeptionsentwicklung auf Grundlage bedarfsorientierter Analysen“, etwa durch Elternbefragungen, durchführen. Eine Urlaubsschließung der Kita sollte vom Bedarf abhängig sein.

Bei der betont konfessionsunabhängig ausgerichteten „Outlaw gGmbH“ wird nach eigenen Angaben die Partizipation der Kinder besonders groß geschrieben, etwa in Form eines Kinderparlaments. Die Verantwortlichen planten eine ganzjährige, aber zu Urlaubszeiten eingeschränkte Öffnung der Kita.

Doch das Rennen machte schließlich die Caritas im Dekanat Ahlen, wozu auch Sendenhorst und Drensteinfurt gehören. Es bestehe bereits eine Kooperation mit den Familienzentren „MiO“ in Drensteinfurt und St. Pankratius in Rinkerode, wie Dekanats-Geschäftsführer Heinrich Sinder und Ludger Althoff, Leiter der Ahlener 24-Stunden-Kita „Roncalli-Haus“, erläuterten. „Vereinbarkeit von Familie und Beruf spielen bei uns in den Kitas eine ganz große Rolle“, so Althoff. „Wir planen eine großzügige Öffnungszeit von 7 bis 17 Uhr, plus bedarfsbezogene Betreuung in den Randzeiten.“ Außerdem soll es keine Ferienschließung geben.

Bezüglich der Kosten hat die Caritas ihr Angebot geändert. Sie ist nun nicht mehr bereit, einen Anteil der Betriebskosten zu übernehmen, möchte dafür aber die veranschlagten Einrichtungskosten von bis zu 90 000 Euro komplett selbst bestreiten. Zudem hat sie bereits Kontakt zu ihrem Wunsch-Investor, der Bauunternehmung Horstkötter aus Rinkerode, aufgenommen und präsentierte einen auf eigene Kosten erstellten ersten Plan der Architekten Höller-Rieping aus Münster, mit der favorisierten Gebäudeanordnung.

Im Anschluss gab Kreis-Jugendamtsleiter Wolfgang Rüting seine Einschätzung. Er habe Erfahrung mit allen drei Trägern. „Sie haben die Qual der Wahl“, denn jeder Träger gewähre eine gute Ergänzung und werde sich in die bestehenden Strukturen einfügen.

Das Abstimmungsergebnis war schließlich eindeutig. Er habe „für die Kinder“ zu Gunsten der Caritas gestimmt, erläuterte Heinrich Töns (CDU). „Ich hätte einen nicht-konfessionellen Träger besser gefunden“, äußerte Christiane Havers (SPD). Doch die Caritas habe die beste Präsentation gebracht und würde die besten Betreuungszeiten anbieten. Sonja Berstermann-Kowalke (FDP) begründete ihre Entscheidung mit der angebotenen 24-Stunden-Betreuung, der besonderen Wertschätzung für gesunde Ernährung und der Möglichkeit flexibler Urlaubsplanung für die Familien und Mitarbeiter. Und Cornelia Tetampel (Grüne) lobte das „sehr innovative Konzept“ von „Outlaw“ und bedauerte, dass man nicht die Möglichkeit genutzt habe, „das in Drensteinfurt bestehende Angebot noch mal vielfältiger zu gestalten.“

Nun wird am 3. Juli auch im Haupt- und Finanzausschuss über das Thema beraten, bevor die endgültige Entscheidung über den Kita-Träger in der Ratssitzung am 11. Juli fällt.

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