Anzeige erstattet
Übermäßiger Peitscheneinsatz

Drensteinfurt -

„Casanova d’Amour“, ein erfolgreicher Traber aus dem „Stall Drensteinfurt“, soll bei einem Rennen in Berlin von seinem Fahrer übermäßig mit der Peitsche angetrieben worden sein. Wegen des Verdachts des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz hat ein Mann aus Dortmund Strafanzeige gegen Fahrer Jochen Holzschuh erstattet.

Donnerstag, 24.08.2017, 23:08 Uhr

„Casanova d’Amour“, hier auf einem Archivfoto, soll am 28. Juli bei einem Rennen in Berlin von seinem Fahrer übermäßig mit der Peitsche angetrieben worden sein.
„Casanova d’Amour“, hier auf einem Archivfoto, soll am 28. Juli bei einem Rennen in Berlin von seinem Fahrer übermäßig mit der Peitsche angetrieben worden sein. Foto: Fotoagentur Sabine Sexauer

„Casanova d’Amour“ ist ein erfolgreicher Traber aus dem „Stall Drensteinfurt“, der von seinen Besitzern auch bei großen Rennveranstaltungen an den Start geschickt wird. Jetzt soll das Pferd nach Ansicht von Thomas Wingbermühle am 28. Juli bei der Derbywoche in Berlin-Mariendorf beim ersten Rennen von seinem Fahrer Jochen Holzschuh übermäßig mit der Gerte malträtiert worden sein. Eine Videoaufzeichnung des Rennens des Berliner Trabrennvereins dokumentiere dies, so Wingbermühle. Wegen des Verdachts des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz hat er am 15. August beim Polizeipräsidium Dortmund Strafanzeige gegen Fahrer Jochen Holzschuh erstattet. „Seitdem habe ich von der Polizei aber noch nichts gehört“, so Wingbermühle.

„Meiner Ansicht nach wurde dabei massiv gegen das Tierwohl verstoßen. Mein Anliegen ist es, dass der Fahrer das nicht weitermacht. Ich halte das nicht für rechtens“, so Wingbermühle. „Herr Holzschuh hat die Peitsche deutlich zu viel eingesetzt.“ Was allerdings von der Rennleitung nicht moniert worden sei.

Das sei bei einem Rennen in Gelsenkirchen am 9. August anders gewesen. Dort habe Jochen Holzschuh im Sulky eines anderen Pferdes gesessen. „Im sechsten Rennen ist er von der Rennleitung wegen unvorschriftsmäßigen Peitschengebrauchs zu einer Strafe von 75 Euro verdonnert worden“, berichtet der Dortmunder.

Nach Wingbermühles Ansicht verstoße Holzschuh gegen Paragraf 17, Absatz 2b, des Tierschutzgesetzes, in dem es heißt, dass derjenige zu bestrafen ist, der einem Wirbeltier anhaltende oder wiederholte Schmerzen und Leiden zufügt. Auch in den vom Bundesverbraucherministerium herausgegebenen Leitlinien „Pferdesport“ sei eindeutig bestimmt, „dass der Gebrauch der Peitsche über eine Hilfengebung keinesfalls hinausgehen darf“. Trotzdem habe Holzschuh „weit über eine Hilfengebung oder notwendige Korrektur hinaus die Peitsche gegen das Pferd ,Casanova d’ Amour’ eingesetzt“, schreibt Wingbermühle in seiner Strafanzeige.

Wingbermühle betont, dass er weder Mitglied einer Tierschutzorganisation sei, noch jemals zuvor eine Anzeige wegen des Verdachts der Tierquälerei gestellt habe. Allerdings habe er sich im vorliegenden Fall mit einer Tierschutzorganisation beraten und sei dazu ermutigt worden, Anzeige zu erstatten.

Gelassener sieht Klaus Storck , gemeinsam mit Heinz Kuhlmann Besitzer von „Casanova d’Amour“, die Geschichte. Er sehe keinerlei Anlass, Jochen Holzschuh das Pferd nicht mehr anzuvertrauen. „Der Fahrer bekommt ja sonst auch keine Strafen“, so Storck. „Wenn er das Pferd quälen würde, dann würde es keine Leistung bringen“, ist sich der Rennvereinsvorsitzende sicher.

Die Strafe auf der Gelsenkirchener Bahn habe Holzschuh nicht wegen übermäßigen Peitscheneinsatzes bekommen, sondern weil er mit der Peitsche auf den Scherbaum geschlagen haben, was wegen der dadurch entstehenden Geräusche verboten sei. Andere Fahrer könnten dadurch irritiert werden.

Besagtes Rennen in Berlin hat sich Storck noch einmal angesehen. Wie die Rennleitung auch, habe er dabei keinen zu starken Peitscheneinsatz gesehen. Ansonsten hätte die Jury das auch sanktioniert, ist sich Storck sicher. Dies geschehe immer, wenn gegen die Trabrennordnung verstoßen werde.

„Ich bin natürlich gegen einen übermäßige Unterstützung durch Peitscheneinsatz“, sagt Klaus Stock. „Aber ,Casanova’ braucht schon mal die Hilfe des Fahrers. Der hört sonst gern auch mal auf“, weiß er aus Erfahrung.

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