Stadt beteiligt sich an Förderprogramm
„Sinnvolle Geschichte“

Drensteinfurt -

Mit großer Mehrheit stimmten die Mitglieder des Stadtentwicklungsausschusses für die Teilnahme am Förderprogramm für die Aufwertung von Höfen und Fassaden im Innenstadtbereich. Der Fördertopf soll insgesamt 150 000 Euro beinhalten. Pro Maßnahmen können Eigentümer einen Zuschuss bis zu 5000 Euro erhalten.

Donnerstag, 09.11.2017, 23:11 Uhr

Einige Eigentümer haben in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten kräftig in den Erhalt ihrer Häuser investiert. An anderen Stellen dagegen hält sich der „städtische Charme“ buchstäblich in Grenzen. Hier möchte die Stadt nun mit einem speziellen Förderprogramm Anreize zur Sanierung und Modernisierung schaffen.
Einige Eigentümer haben in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten kräftig in den Erhalt ihrer Häuser investiert. An anderen Stellen dagegen hält sich der „städtische Charme“ buchstäblich in Grenzen. Hier möchte die Stadt nun mit einem speziellen Förderprogramm Anreize zur Sanierung und Modernisierung schaffen. Foto: Dietmar Jeschke

Es gibt durchaus einige bauliche Schmuckstücke in der Stadt. Aber es gibt eben auch zahlreiche gegenteilige Beispiele: brüchige, graue, verwitterte und ungepflegte Fassaden vor manchmal schon seit Jahren verwaisten Häusern und ungenutzten Ladenlokalen. Kurz: keine Werbung für eine attraktive Innenstadt. Das soll sich ändern. Mehrheitlich stimmte der Stadtentwicklungsausschuss in seiner jüngsten Sitzung für die Teilnahme am durch Landesmittel geförderten „Hof- und Fassadenprogramm“, das nun im Zuge des „Integrierten Stadtentwicklungskonzept Innenstadt“ in den Stiel gestoßen werden soll.

„Ziel des Förderprogramms ist die Aufwertung privater Gebäude und Freiflächen zur Attraktivitätssteigerung des Erscheinungsbildes und der dauerhaften Verbesserung von Wohn, Arbeits- und Freizeitverhältnissen in der Innenstadt“, erläuterte Markus Freise vom Bauamt der Stadt. Denn schließlich, so Freise weiter, gelten Dächer, Fassaden und Schaufenster als „das Gesicht“ einer Stadt.

Im sogenannten „ISEK-Geltungsbereich“, also vor allem am Landsbergplatz, an der Mühlenstraße, am Markt, an der Kurzen Straße, an der Wagenfeldstraße sowie an der Münsterstraße und am Westwall, befinden sich zahlreiche Bauwerke aus unterschiedlichen Epochen. Denn neben klassischen Fachwerkhäusern und Gebäuden mit Barock- und Jugendstilanleihen stehen dort auch zahlreiche Häuser aus der Nachkriegszeit. „Der Erhaltungsgrad und der äußerliche Zustand der Gebäude und insbesondere der Dächer und Fassaden unterscheiden sich stark“, erklärte Freise. „Einzelne Gebäude sind gut erhalten. Allerdings bedarf es bei einigen Gebäuden einer gründlichen Verbesserung. Dazu zählen insbesondere sanierungs- oder renovierungsbedürftig Fassaden, verunreinigte Gebäudefronten, nachkriegstypische bauliche Ergänzungen und andere Erneuerungsbedarfe.“

Um Eigentümer zu motivieren, selbst aktiv zu werden, soll es daher in den kommenden Jahren einen besonderen Fördertopf geben – und zwar in Höhe von insgesamt 150 000 Euro, zu denen 90 000 Euro das Land und 60 000 Euro die Stadt besteuern. Plant ein Eigentümer nun etwa, seine Hausfassade zu sanieren, kann er dies eine Investitionssumme von maximal 10 000 Euro für die Förderung gelten machen. 5000 Euro würde er in diesem Fall dazubekommen. Die Details zu den Förderrichtlinien sollen in einer der kommenden Ausschusssitzungen konkretisiert werden. „Es geht heute nur darum, den Pott festzuzurren“, erklärte Bauamtsleiter Werner Rohde.

Die Resonanz in der Politik war fast durchweg positiv. „Ich finde das grundsätzlich eine sehr gute Sache“, erklärte Ausschussmitglied Andreas Kurzhals (FDP). „Allerdings sollten wir Dachsanierungen herausnehmen. Es ist wichtig für das Stadtbild, dass die Fassaden auf Vordermann gebracht werden.“ Unterstützung gab es auch von den Grünen. „Es gibt Leute, die haben einfach nicht ausreichend eigene Mittel“, erklärte Maria Tölle. „Insofern ist es eine sinnvolle Maßnahme zur Sanierung der Innenstadt.“ Kritik gab es dagegen aus Reihen der SPD. Fraktionsvorsitzender Ingo Stude monierte vor allem, dass Anlieger, die bereits in der Vergangenheit etwas für ihr Haus getan haben, nun leer ausgehen. „Das ist keine gute Idee, um die Stadt voranzubringen“, so Stude. „Die 60 000 Euro sollte man lieber an anderer Stelle investieren.“

„Jede Förderung beginnt nun einmal an einem gewissen Stichtag“, entgegnete Georg Feldmann (CDU). „Dies Ungerechtigkeit lässt sich niemals vermeiden.“ Zudem wies CDU-Ratsmitglied Markus Wiewel darauf hin, dass die Bürger nicht in den Genuss von Landesmitteln kommen, wenn man die Zustimmung verweigere. Ganz zu schweigen davon, dass Interessenten in vielen Fällen deutlich mehr Geld in die Hand nehmen müssten, als die dem Förderhöchstsatz gegenüberstehenden Eigenleistung von 5000 Euro.

„Wenn es einen Fördertopf in Höhe von 150 000 Euro gibt, bedeutet dies, dass mindestens 300 000 Euro investiert werden. Und davon trägt die Stadt lediglich ein Fünftel“, rechnete Andreas Kurzhals vor.

Bei drei Gegenstimmen und zwei Enthaltungen aus Reihen der SPD wurde das Projekt schließlich mit großer Mehrheit angenommen.

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