Erneut Probleme für Rollstuhlfahrer in der Eurobahn
Ausstieg erst in Bielefeld

Drensteinfurt -

Wegen einer defekten Zugtür wäre der Drensteinfurter Daniel Kuhlmann anstatt in Hamm fast in Bielefeld gelandet. Und das, obwohl er den Zugbegleiter ausdrücklich um Hilfe gebeten habe, schildert der Rollstuhlfahrer.

Donnerstag, 11.01.2018, 07:01 Uhr

Die Eurobahn machte zuletzt wieder negative Schlagzeilen. Nun beschwert sich ein Rollstuhlfahrer, der in Hamm nur mit großen Probleme den Zug verlassen konnte.
Die Eurobahn machte zuletzt wieder negative Schlagzeilen. Nun beschwert sich ein Rollstuhlfahrer, der in Hamm nur mit großen Probleme den Zug verlassen konnte. Foto: Meyer

Überfüllte Waggons, ausgefallene Züge und Probleme für Gehbehinderte: Die Kritikwelle an der Eurobahn ebbt nicht ab. Nach den Leserbeschwerden bezüglich der Platznot meldete sich in dieser Woche der Drensteinfurter Daniel Kuhlmann in der WN-Redaktion, um zu berichten, wie ihn die Eurobahn erneut habe „im Regen stehen lassen“.

„Ich bin um 15.53 Uhr in Drensteinfurt in den Zug gestiegen. Als ich drin war, habe ich gesehen, dass die Tür in Fahrtrichtung links mit einem Absperrband abgesperrt war“, berichtet Kuhlmann, der an den Rollstuhl gebunden ist. „Der Schaffner kam zwei Minuten später, um die Tickets zu kontrollieren. Ich habe ihn gefragt, wie ich denn in Hamm hinaus kommen soll, wenn die linke Tür kaputt ist“, so Kuhlmann weiter. „Er meinte, dass sich die Tür nicht öffnen lässt – sonst wäre sie ja auch nicht abgesperrt. Ich sollte einfach mit dem Zug weiterfahren, bis ich rechts aussteigen kann.“

Kuhlmanns Einwand, dass andere Zugbegleiter in der Vergangenheit sehr wohl in der Lage gewesen seien, die entsprechenden Türen manuell zu öffnen, habe der Eurobahnbedienstete nicht gelten lassen. „Er sagte mir, dass er erst den Lockführer fragen müsse und sich dann melde. Er kam aber nicht zurück. Ich hatte Glück, dass mir ein netter Mann in einen anderen Zugteil geholfen hat. Wäre er nicht gewesenen, hätte ich bis nach Bielefeld fahren müssen, um den Zug wieder verlassen zu können“, so Kuhlmann, dem das Ganze nach eigener Schilderung nun bereits zum dritten Mal passiert sei. „Aber wenn man sich bei der Eurobahn beschwert, interessiert die das nicht“, sagt Kuhlmann.

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