Bewerbungscamp an der Teamschule
Einzigartige Unterstützung

Drensteinfurt -

„Lebenslauf schreiben“, „Vorstellungsgespräch führen“ und „Ausbildungsbetrieb besuchen“: Das steht in dieser Woche bei den Neuntklässlern der Teamschule auf dem Stundenplan. Das einwöchige Bewerbungscamp soll den Schülern Unterstützung bei ihrem Weg ins Berufsleben bieten.

Donnerstag, 08.02.2018, 06:02 Uhr

Wie im „wahren Leben“ werden an der Teamschule in dieser Woche Vorstellungsgespräche geführt. Dirk Steimann (v.li.) und Stefan Pavlovic von der Ahlener Firma Kaldewei nehmen die Bewerbungsunterlagen und das Auftreten von Schüler Nico Bryning genau unter die Lupe.
Wie im „wahren Leben“ werden an der Teamschule in dieser Woche Vorstellungsgespräche geführt. Dirk Steimann (v.li.) und Stefan Pavlovic von der Ahlener Firma Kaldewei nehmen die Bewerbungsunterlagen und das Auftreten von Schüler Nico Bryning genau unter die Lupe. Foto: Nicole Evering

Sie haben sich schick gemacht, die Haare ordentlich gestylt und die besten Schuhe angezogen. Ihre Bewerbungsmappen in den Händen, stehen die Neuntklässler auf den Fluren der Teamschule verteilt und warten – mal gespannt, mal richtig nervös – darauf, dass ihre Vorstellungsgespräche beginnen.

Unter so realen Bedingungen wie möglich laufen die Gespräche an zwei Vormittagen ab. Insgesamt 52 „Chefs“ – Menschen, die sich in Sachen Personal berufsbedingt gut auskennen – hat Organisatorin Claudia Schemmelmann für das einwöchige Bewerbungscamp mobilisiert. In Zweierteams prüfen die „Chefs“ die Schüler auf Herz und Nieren, reflektieren anschließend mit ihnen gemeinsam, was an Anschreiben, Auftreten oder Aussagen verbessert werden könnte. Einen Tag später haben die Jungen und Mädchen bei einem zweiten Vorstellungsgespräch die Chance, die Tipps umzusetzen.

An Haupt- und Realschule hat Claudia Schemmelmann damals das Bewerbungscamp mit initiiert. „Und es wächst immer weiter“, erklärt sie stolz, dass in diesem Jahr mit 103 Schülern so viele wie noch nie dabei sind. Eine Woche lang stehen derzeit eben nicht Mathe, Bio und Erdkunde auf dem Stundenplan, sondern „Lebenslauf schreiben“, „Vorstellungsgespräch führen“ und „Ausbildungsbetriebe besuchen“. Denn am heutigen Praxistag öffnen insgesamt sechs Unternehmen in der Umgebung ihre Türen, um den Schülern einen Blick hinter die Kulissen zu gewähren – darunter die Firma Veka in Sendenhorst, die St.-Barbara-Klinik in Hamm und die „Wellness Oase“ in Drensteinfurt.

Das alles soll die Jugendlichen darauf vorbereiten, „dass die Schule eben nicht ewig dauert“, erklärt Schulleiterin Anja Sachsenhausen. „Sie müssen sich so früh wie möglich klar werden, wo es für sie beruflich einmal hingeht.“ In dem Umfang, in dem die Teamschule dabei Unterstützung in Form des jährlichen Bewerbungscamps leistet, ist das in der Region einzigartig. „Wir wollen dieses Angebot an der Schule dauerhaft behalten – die Schüler werden es brauchen“, ist auch Bürgermeister Carsten Grawunder von der Resonanz begeistert.

Viele der „Chefs“ sind seit der Premiere vor neun Jahren mit an Bord, andere sind neu dabei. Die Ahlener Firma Kaldewei, die einer der sieben Kooperationspartner der Teamschule ist, hat an diesem Tag mit Dirk Steimann und Stefan Pavlovic zwei Mitarbeiter nach Stewwert geschickt, um den Bereich technischer Berufe wie den des Elektrikers abzudecken. „Für mich ist ein natürliches Auftreten im Vorstellungsgespräch wichtig“, sagt Steimann. „Außerdem müssen die Bewerbungsunterlagen zur Person passen“, will er nicht den Eindruck haben, dass das Anschreiben mal eben aus dem Netz gezogen worden ist.

Eine gute Vorbereitung des Bewerbers auf das Gespräch ist für Martina Lammersmann das A und O. Sie ist zum einen für die Firma Gaßmöller für den Handwerksberuf des Tischlers vor Ort, zum anderen aber auch im Team mit Petra Wrede, Leiterin der Kita „Zwergenburg“, Ansprechpartnerin für soziale Berufe wie den des Erziehers. „Über das Berufsbild und die Firma sollte man sich im Vorfeld gut informiert haben, um Fragen dazu beantworten zu können“, meint Lammersmann. Und: Pünktlichkeit und ordentliche Kleidung seien ebenfalls wichtige Faktoren.

Die Aussagen der „Chefs“ decken sich auch mit den Erfahrungen von Claudia Schemmelmann und Anja Sachsenhausen: Auf soziale Kompetenzen legen Personaler in der heutigen Zeit großen Wert. Sich als Jugendlicher ehrenamtlich in der Schule oder in einem Verein einzubringen, kann schon mal die eine oder andere schlechtere Note in den Hintergrund rücken lassen.

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