Kita Blumenstraße
Das Gericht soll entscheiden

Drensteinfurt/Rinkerode/Walstedde -

Die Bagger rollen zwar bereits. Der Hickhack um das Grundstück, auf dem die neue Kita „Blumenstraße“ entstehen soll, ist aber noch nicht vorbei.

Donnerstag, 26.04.2018, 23:04 Uhr

Auch ohne Flächen-Eigentum laufen die Arbeiten an der neuen Kita „Blumenstraße“ seit einigen Wochen auf Hochtouren. Wie lange das so bleibt, ist angesichts der weiter ungeklärten Besitzverhältnisse allerdings offen.
Auch ohne Flächen-Eigentum laufen die Arbeiten an der neuen Kita „Blumenstraße“ seit einigen Wochen auf Hochtouren. Wie lange das so bleibt, ist angesichts der weiter ungeklärten Besitzverhältnisse allerdings offen. Foto: Dietmar Jeschke

Eigentlich hätte am Mittwoch alles unter „Dach und Fach“ sein sollen. Ist es aber nicht. Denn entgegen der Hoffnung der Stadt ist der Streit um die Umlegung der Grundstücke im künftigen Baugebiet Blumenstraße nach wie vor nicht vom Tisch. Im Gegenteil: Wie Bauamtsleiter Christoph Britten auf WN-Anfrage bestätigte, hat einer der Beteiligten mittlerweile einen Antrag auf gerichtliche Entscheidung gestellt. Und das bedeutet, dass die Stadt nach wie vor nicht wie geplant Eigentümerin des Geländes des künftigen Kindergartens „Blumenstraße“ ist – obwohl sie dort mittels Investor bereits fleißig baut.

Wie lange der private Bauherr das angesichts der weiter offenen Besitzverhältnisse und eines möglichen Klageverfahrens aber noch tun wird, ist allerdings offen. Sollte er zum Entschluss kommen, zunächst den Ausgang des nun drohenden Rechtsstreits abwarten zu wollen, bevor unter Umständen eine ungewollte „Abschreibung“ droht, hätte dies weitreichende Folgen für die weitere Kindergartenplanung. Aus dem ohnehin schon verspäteten Einzugstermin der Caritas – statt zum 1. August war zuletzt vom Jahreswechsel die Rede – würde dann nichts werden.

Damit dies nicht passiert, hat die Stadtverwaltung mittlerweile alle Hebel in Bewegung gesetzt. „Der Umlegungsausschuss versucht, eine Lösung zu finden“, erklärt Christoph Britten. „Bislang haben wir keinerlei Verzug.“ Dass dies so bleibt, dürften sich viele Eltern sehnlichst wünschen. Denn wie die Verwaltung die Mitglieder des Sozialausschusses am Dienstag informierte, werden nicht alle Eltern ihre Kinder zum 1. August wie gewünscht unterbringen können. Probleme bereitet dabei vor allem die Zahl der unter Dreijährigen, von denen im Stadtgebiet mittlerweile knapp 43 Prozent für einen Kita-Platz angemeldet wurden. „Dieser Trend im U-3-Bereich ist im Kreis überdurchschnittlich und stellt eine große Herausforderung dar“, schildert Bürgermeister Carsten Grawunder in der Sitzungsvorlage.

In konkreten Zahlen bedeutet dies, dass im Ortsteil Drensteinfurt alle über Dreijährigen zum 1. August in einer Kita unterkommen. Für die 270 angemeldeten Kinder stehen 275 entsprechende Plätze zur Verfügung. Auf 63 Plätze für Zweijährige kommen allerdings 68 Anmeldungen. Und 31 Eltern möchten bereits ihre unter Zweijährigen unterbringen, wofür es allerdings bislang nur 25 Plätze gibt.

In Rinkerode gibt es für 107 über Dreijährige 117 Plätze. Für die 39 angemeldeten Zweijährigen stehen aber nur 27 Plätze zur Verfügung. Bei den unter Zweijährigen halten sich Angebot und Nachfrage mit jeweils elf Kindern und Plätzen die Waage.

In Walstedde benötigen 71 über Dreijährige einen Platz. Zur Verfügung stehen aber nur 70 Plätze. Ferner wurden für das kommende Kita-Jahr 25 Zweijährige angemeldet, für die nur 18 Plätze zur Verfügung stehen. Ein Sonderfall: Im Lambertusdorf stehen bislang überhaupt keine Plätze für unter Zweijährige zur Verfügung. Und das, obwohl es bereits jetzt Bedarf gibt und die Kinderzahl gemäß der aktuellen Prognose in den kommenden Jahren kontinuierlich steigen wird. „Aktuell besteht schon ein Defizit im U-2-Bereich“, so der Bürgermeister. „Mittelfristig wird sich dieses Defizit auch im Ü-3-Bereich widerspiegeln. Vor allem im Hinblick auf das weitere Baugebiet ,Kerkpatt – zweiter Bauabschnitt‘ mit etwa 50 Wohneinheiten ist in Walstedde über eine dauerhafte Lösung nachzudenken.“

Wie Alfons Krellmann (CDU) mitteilte, habe man das bereits getan und erste Gespräche mit der katholischen Kirchengemeinde als Träger der Kita St. Lambertus bezüglich einer möglichen Erweiterung oder aber einer gänzlich neuen Lösung geführt. Gespräche, die nun weiter fortgeführt werden sollen.

Was die konkreten Kita-Wünsche betrifft, so werden im Stadtgebiet nur 60 Prozent der Kinder in der Tageseinrichtung landen, die sich ihre Eltern gewünscht haben. 40 Prozent werden in alternativen Einrichtungen untergebracht. „Im gesamten Kreis liegt die Quote bei 75 Prozent Wunscheinrichtung und 25 Prozent alternativ“, berichtet die Verwaltung, die zum Erstaunen einiger Ausschussmitglieder weiter mitteilte, dass es die Loslösegruppe „LoLa Kids e.V.“ ab dem kommenden Kita-Jahr nicht mehr geben wird.

Grund dafür sei unter anderem die finanzielle Unsicherheit „durch nur kurzfristig erfolgte Bestätigungen der Zuschüsse in der Vergangenheit durch das Amt für Kinder, Jugend und Familien des Kreises Warendorf“.

Hinzukommen dürfte allerdings auch die Tatsache, dass sich eben immer mehr Eltern von Zweijährigen direkt für einen Kita-Platz entscheiden und so der „LoLa-Gruppe“ den Rücken kehren. Nicht betroffen von der Einstellung des Angebots seien jedoch die Eltern-Kind-Gruppen, die es auch weiterhin geben werde, betont die Stadt.

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