20 Jahre Bienenmuseum
Ein Leben für die Bienen

Drensteinfurt -

Maria Schratz ist Imkerin aus Leidenschaft. Seit nunmehr 20 Jahren bringt sie Besuchern in ihrem kleinen Bienen-Museum die Welt der nützlichen Insekten näher.

Freitag, 01.06.2018, 23:59 Uhr

Seit 20 Jahren gibt es „Dat kleine Immenhuisken“ in Drensteinfurt schon. Maria Schratz selbst ist schon seit mehr als 50 Jahren Imkerin mit Leidenschaft.
Seit 20 Jahren gibt es „Dat kleine Immenhuisken“ in Drensteinfurt schon. Maria Schratz selbst ist schon seit mehr als 50 Jahren Imkerin mit Leidenschaft. Foto: Nicole Evering/dpa

„Bienensterben“. Wenn Maria Schratz dieses derzeit heiß diskutierte Wort ausspricht, bereitet ihr das beinahe körperliche Schmerzen. Denn die 80-Jährige widmet ihr Leben seit mehr als einem halben Jahrhundert den kleinen Insekten, die für die Natur so unverzichtbar sind.

„Fast 80 Prozent aller Nutz- und Wildpflanzen werden von der Westlichen Honigbiene bestäubt“, weiß etwa Marcel Richter , Klimaschutzmanager beim Kreis Warendorf. Und: ohne Bestäubung – keine Früchte.

„Die Chemie ist schuld“, verweist Maria Schratz zum einen auf die Arbeitsweise in der Landwirtschaft. „Ich verstehe ja, dass es ganz ohne nicht geht. Aber dann sollen sie am Abend spritzen, wenn die Bienen schon wieder zu Hause sind“, meint Schratz. Erst kürzlich haben die EU-Staaten einem Freilandverbot für drei nachweislich bienenschädliche Insektenmittel (Neonicotinoide) zugestimmt.

Zum anderen finden die Tiere in der Natur immer weniger geeignete Lebensräume und damit weniger Nahrung. Vor diesem Hintergrund hatte Bundesumweltministerin Svenja Schulze jüngst das „Aktionsprogramm Insektenschutz“ vorgelegt. Und auch in Drensteinfurt hat eine Bürgerinitiative einen Antrag mit der Forderung nach mehr Blühstreifen und Wildblumen in den Stadtrat eingebracht. Ein Ansinnen, das Maria Schratz nur unterstützen kann.

Ihr Garten am Felsenweg ist mit seinen vielen Blumen und Bäumen ein wahres Paradies für die nützlichen Flugtiere. Einige der Bienenstöcke, die die Drensteinfurterin hegt und pflegt, stehen dort. Andere sind in der näheren Umgebung zu finden. Deshalb ist Schratz momentan oft unterwegs, um zu schauen, wie sich ihre Völker entwickeln. „Das ist eine spannende Zeit. Man weiß nie, was einen erwartet, wenn man den Deckel hochhebt“, so Schratz.

Ihre Leidenschaft für die Imkerei hat sie nicht nur an ihren eigenen Nachwuchs weitergegeben – die Enkel sind ebenfalls schon in diesem Bereich aktiv –, auch die interessierte Öffentlichkeit kann seit 20 Jahren von ihrem Wissen profitieren. So lange gibt es „Dat kleine Immenhuisken“, das einzige Bienenmuseum im Kreis Warendorf, nämlich schon.

An die 500 Ausstellungsstücke haben sich im Laufe der Jahre angesammelt: von der Schleuder über zahllose Stülper bis hin zum Smoker. Die ersten Dinge hat sie von ihrem Vater bekommen, der ebenfalls Imker war. „Ich wollte das alles nach seinem Tod nicht einfach wegwerfen. So ist die Idee entstanden, ein Museum zu eröffnen“, erinnert Schratz. Ein alter Hundezwinger wurde dafür umgebaut. Mittlerweile erstrecken sich die Exponate – viele hat sie von anderen Imkern oder als Spenden von Besuchern erhalten – über den gesamten Garten.

Dort sind jedes Jahr zwischen Mai und August alle Menschen willkommen, die sich für Bienen und die Imkerei interessieren. Sogar Gäste aus Israel, England, Holland und aus der künftigen französischen Partnerstadt Ingré hat sie schon begrüßt. Eintragungen in den Gästebüchern zeugen davon. Drei dicke Ordner sind in den vergangenen 20 Jahren zusammengekommen. „Auch die vielen Gespräche mit den Menschen machen meine Arbeit so interessant“, sagt Schratz.

Der runde Geburtstag des Bienenmuseums soll am Samstag, 30. Juni, gefeiert werden. Um 11 Uhr beginnt zunächst eine Feier für geladene Gäste. Von 15 bis 18 Uhr lädt Maria Schratz dann auch alle anderen zum Tag der offenen Tür ein.

► Während der Saison ist „Dat kleine Immenhuisken“ immer donnerstags von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Zusätzliche Termine, insbesondere für größere Gruppen, sind auch an anderen Tagen nach vorheriger Anmeldung unter ✆ 0 25 08 / 14 97 möglich.

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