Diskussionen um den Fuhrpark
„Stöhnen auf hohem Niveau“

Drensteinfurt -

Die umfangreiche Investitionsliste für den städtischen Fuhrpark, die die Stadt am Montag dem Hauptausschuss vorgelegt hat, sorgte für einige Diskussionen. Bezweifelt wurde vor allem, ob auch der Drensteinfurter Löschzug tatsächlich bereits einen neuen Mannschaftstransporter braucht.

Mittwoch, 04.07.2018, 15:52 Uhr

Braucht der Drensteinfurter Löschzug ein neues Transportfahrzeug? Darum drehte sich die Diskussion im Hauptausschuss. Abgesegnet wurde am Ende nicht nur dies, sondern auch die Ersatzanschaffung für den alten Klärwerkstransporter, der bislang noch von den Hausmeistern der Asylbewerberunterkünfte genutzt wird.
Braucht der Drensteinfurter Löschzug ein neues Transportfahrzeug? Darum drehte sich die Diskussion im Hauptausschuss. Abgesegnet wurde am Ende nicht nur dies, sondern auch die Ersatzanschaffung für den alten Klärwerkstransporter, der bislang noch von den Hausmeistern der Asylbewerberunterkünfte genutzt wird. Foto: Dietmar Jeschke

Sinnvolle und notwendige Ersatzinvestition, oder aber schlichter „Geldrausschmiss“? Darüber diskutierten am Montagabend die Mitglieder des Haupt- und Finanzausschusses in ihrer letzten Sitzung vor der Sommerpause. Und in der ging es um nicht weniger als 382 600 Euro, die die Stadt in diesem und im kommenden Jahr für neue Fahrzeuge ausgeben möchte.

Wie berichtet, will die Verwaltung mit der 90-prozentigen Förderung aus dem Kommunalinvestitionsförderungsgesetz zwei Lastwagen für den Bauhof, einen Kastenwagen für die Hausmeister der Asylbewerberunterkünfte und drei neue Mannschaftswagen für die Feuerwehr anschaffen. Und genau über letztere gab es in der Politik einigen Gesprächsbedarf.

Wurde die Notwendigkeit der beiden Transporter für die First-Responder-Gruppen in Rinkerode und Walstedde nicht bezweifelt, so fragten sich vor allem die Mitglieder von CDU und FDP , ob denn auch in Drensteinfurt tatsächlich ein neuer Mannschaftstransporter her muss, obwohl das bisherige Fahrzeug gerade einmal acht Jahre alt ist. Denn das, monierte Burkhard Wieland (FDP), sei nun nicht gerade viel, wenn man Fahrleistung und Pflegezustand berücksichtige, der vergleichbaren Einsatzfahrzeugen in der Regel eine mehr als doppelt so lange Lebensdauer beschere. „Es gefällt mir nicht, wie hier das Geld verschleudert wird“, kritisierte Wieland.

„Bauchschmerzen“ bereitete das Fahrzeug für den Drensteinfurter Löschzug auch Heinz Töns. „Wir dürfen nicht vergessen, dass wir noch eine ganze Menge vor der Brust haben“, warnte der CDU-Fraktionsvorsitzende mit Blick auf die Aufgaben, die der Brandschutzbedarfsplan noch für die kommenden Jahre parat hält. „Wir stöhnen auf einem hohen Niveau“, ergänzte Ortsvorsteher Josef Waldmann (CDU). „Denn ich bin mir sicher, dass das alte Fahrzeug in einer anderen Stadt noch viele Jahre rollen wird.“

Die Verwaltung hingegen verwies noch einmal darauf, dass das bisherige Transportfahrzeug des Drensteinfurter Löschzuges weder über einen Beifahrer-Airbag, noch über eine heute übliche Anti-Schlupf-Regulierung verfügt. Zudem, sagte Bürgermeister Carsten Grawunder , „wollen wir ja auch etwas für den Klimaschutz tun“. Ob das aber spürbar der Fall ist, wenn ein nur wenige Kilometer im Jahr rollendes Einsatzfahrzeug lediglich die Euro-Abgasnorm vier oder bereits die strengere Euro-Sechs-Norm erfüllt, bezweifelte FDP-Mitglied Burkhard Weiland: „Das kann kein Argument sein.“

Dennoch, so Carsten Grawunder, mache es Sinn, gleich drei neue Transporter zu beschaffen. Nicht nur mit Blick auf die Sicherheitsaspekte, sondern auch auf die Anschaffungskosten. „Es ist ein Zugriff bei günstiger Gelegenheit“, erklärte der Bürgermeister mit Blick den Preis von rund 55 000 Euro pro Fahrzeug, der damit deutlich unter anderen „marktüblichen“ Angeboten liege. Zum anderen spare man durch einen einheitlichen Wartungsvertrag zu vergünstigen Konditionen weiteres Geld. Und schließlich könne das alte Fahrzeug ja auch noch für rund 10 000 Euro veräußert werden.

Der Vorschlag von Alfons Krellmann (CDU), den alten Mannschaftstransporter doch einfach zu behalten, um ihn den Hausmeistern der Asylunterkünfte zur Verfügung zu stellen, deren alter Klärwerkstransporter kurz vor der „Scheidung“ durch den TÜV steht, lehnte die Verwaltung ab. Aus praktischen Gründen, denn die Anhängelast des alten Feuerwehrautos reiche schlichtweg nicht aus, erklärte Markus Freise aus dem Bauamt. Die mangelnde Anhängelast war dann übrigens auch ein Ausschlusskriterium für den Grünen-Antrag, die die Hausmeister gerne mit einem Elektromobil anstatt mit einem neuen Dieseltransporter ausgestattet hätten.

Trotz mancher Bedenken wurde die umfangreiche Investitionsliste am Ende ohne Gegenstimme abgesegnet.

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