Protestaktion am Heuweg
„Spielhalle ist erst der Anfang“

Drensteinfurt -

Die Spielhallen-Pläne am Heuweg sorgen für heftige Diskussionen. Nach einer bereits ins Leben gerufenen Online-Petition trafen sich am Dienstag etliche Bürger, um Recep Erol zu unterstützen. Er will seinen Imbiss gerne weiterführen.

Freitag, 06.07.2018, 14:56 Uhr

Breiter Rückhalt aus Nachbarschaft und Bevölkerung: Zahlreiche Bürger waren am Dienstag gekommen, um für den Erhalt des Imbisses von Recep Erol und gegen die Einrichtung einer Spielhalle am Heuweg zu protestieren.
Breiter Rückhalt aus Nachbarschaft und Bevölkerung: Zahlreiche Bürger waren am Dienstag gekommen, um für den Erhalt des Imbisses von Recep Erol und gegen die Einrichtung einer Spielhalle am Heuweg zu protestieren. Foto: -sibe-

Braucht Stewwert wirklich eine Spielhalle? Oder kann Recep Erol mit seinem Imbiss neben der „Q1“-Tankstelle am Heuweg bleiben? Für die mittlerweile 475 Unterzeichner – Stand Mittwochvormittag – einer von Karina Spiekermann ins Leben gerufenen Online-Petition eine mehr als klare Sache. Schließlich sei Drensteinfurt – so steht es dort geschrieben – eine historische und familiäre Stadt. Und, dass „a la Erol´s“ der beste türkische Imbiss vor Ort sei. Eine Spielhalle, so die Initiatorin der Petition, sei schlichtweg nicht nötig und inakzeptabel.

Um dem Gastronom den Rücken zu stärken und das weitere Vorgehen gegen die geplante Baumaßnahme zu besprechen, trafen sich am Dienstagabend rund 50 Anwohner und Spielhallen-Gegner am Imbiss am Heuweg. „Erol hat hier den am besten laufenden Laden in Drensteinfurt. Eine Spielhalle braucht hier kein Mensch“, war aus den Reihen der Anwesenden zu hören.

Als erste Gegenmaßnahme wollen die Protestler nun eine Unterschriftenaktion durchführen. Die dazugehörigen Listen sollen in allen Drensteinfurter Geschäften ausgelegt werden. „Eine Spielhalle betrifft alle, nicht nur die direkten Anwohner. Wir werden als Bürger dagegen ankämpfen“, meldete sich ein Teilnehmer der Protestaktion zu Wort. „Bürger können in Stewwert noch eine Menge entscheiden“, bemerkte auch Heidi Pechmann, die Organisatorin des Treffens. Sie habe bereits versucht, beim Kreis Warendorf Akteneinsicht für die Bauvoranfrage zu bekommen. „Mir wurde aber nur gesagt, dass ich erst einmal auf mein eigenes Grundstück schauen soll, bevor ich mich mit anderen Grundstücken beschäftige“, erklärte sie verärgert. Das sei nach dem Motto „Macht ihr ein Fass auf, machen wir ein Fass auf“ gelaufen. Als „Unverschämtheit“ und „moralisch unterstes Niveau“ wurde diese Aussage der Kreisverwaltung anschließend von einigen Anwesenden bezeichnet.

Auch mehr Unterstützung aus der örtlichen Politik würden sich einige Protestler wünschen: „Wir haben die Politiker gewählt, um Politik für die Bevölkerung zu machen“, hieß es. Ein anderer Anwesender äußerte die Vermutung, dass die Stadt höhere Gewerbesteuereinnahmen erzielen würde, wenn die Spielhalle kommen sollte.

„Die Spielhalle ist erst der Anfang“, besteht bei vielen Anwohnern ebenfalls die Befürchtung, dass sich die Örtlichkeit am Heuweg in einen Autohof verwandeln könnte und es dementsprechend noch lauter werden wird. „Die Lkw stehen jetzt schon stundenlang mit laufendem Motor hier. Man hört alles“, beschwerte sich ein Anwohner über die vorherrschende Geräuschkulisse. Imbisspächter Recep Erol hatte für die anwesenden Protestler ebenfalls Neuigkeiten im Gepäck. „Mein laufender Vertrag muss sechs Monate vor dem Endtermin gekündigt werden, ansonsten wird er automatisch um ein Jahr verlängert“, berichtete der 34-jährige Gastronom, der einen Mitarbeiter und eine Aushilfskraft beschäftigt. Da das am Samstag nicht geschehen sei, bleibe er zumindest noch bis Ende 2019 in Drensteinfurt. Unverständnis äußerte er auch noch mal darüber, das Ganze aus der Zeitung erfahren zu haben. „Ich möchte gerne Klarheit für meine Zukunft haben, aber ich bekomme keine vernünftigen Aussagen von meinem Verpächter“, ist Erol ratlos.

Der Gastronom, der seinen Imbiss seit Anfang 2014 angemietet hat und mittlerweile eigentlich sogar kaufen wollte, wollte auch noch einmal allen Gerüchten entgegenwirken. Er liebe seine Arbeit und sei nicht pleite. „Der Laden läuft gut. Ich habe Stammkunden aus Münster, Ahlen, Hamm, Sendenhorst und natürlich auch aus Drensteinfurt“, betonte er.

Die Spielhallen-Gegner und Erol-Unterstützer, denen der 34-jährige Imbisspächter für ihre starke Unterstützung sehr dankbar ist, wollen die Bauvoranfrage nun rechtlich prüfen lassen. Zudem sind für die kommenden Wochen weitere Protestaktionen geplant.

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