Streit um Legehennenstall für knapp 15 000 Tiere
„Es geht um die Gesundheit“

Walstedde -

er geplante Bau eines Legehennenstalls für knapp 15 000 Tiere in Walstedde sorgte nicht nur in der Politik für Unmut. Am Donnerstagabend trafen sich etliche Bürger, um ihrem Ärger Luft zu machen.

Montag, 09.07.2018, 16:29 Uhr

Der Streit um die geplante „Eier-Farm“ – hier ein Symbolbild – geht weiter. In Walstedde trafen sich nun zahlreiche Gegner des geplanten Legehennenstalls zu einer Protestveranstaltung.
Der Streit um die geplante „Eier-Farm“ – hier ein Symbolbild – geht weiter. In Walstedde trafen sich nun zahlreiche Gegner des geplanten Legehennenstalls zu einer Protestveranstaltung.

Während die Bürger in Drensteinfurt wegen einer möglichen Spielhalle am Heuweg auf die Barrikaden gehen, regt sich nun auch in Walstedde Unmut über ein geplantes Bauvorhaben: Ein 2000 Quadratmeter großer Legehennenstall für 14 998 Tiere inklusive Auslauf und betrieblicher Nebenanlagen direkt an der Bundesstraße 63. Das Bauprojekt wurde in einer Sitzung des Bauausschusses Ende Juni denkbar knapp mit elf Ja- und neun Nein-Stimmen durchgewunken und sorgt nun für Gesprächsbedarf bei einigen Bürgern des Lambertusdorfes.

„Wir sind heute hier zusammengekommen, weil wir nicht toll finden, was da vor den Toren von Walstedde gebaut werden soll“, eröffnete Heinz Gottmann, der zusammen mit Peter Burghardt, Monika Reckmann und Klaus Berenbrock das Treffen am Donnerstagabend kurzfristig initiiert hatte, den Anwohnern. „Fast 15 000 Hühner, die Emissionen abgeben: Das kann uns allen nicht gefallen.“

Die betroffenen Nachbarn hatten bereits im Januar ein Schreiben, das unserer Redaktion vorliegt, an Landrat Dr. Olaf Gericke und Bürgermeister Carsten Grawunder geschickt, darin Bedenken geäußert und um eine fachliche Stellungnahme zum geplanten Legehennenstall gebeten. Der Landrat, so Gottmann, habe wenigstens geantwortet, wenn auch ohne großartig etwas zum Thema zu sagen. Aber vom Bürgermeister fehle bislang eine schriftliche Äußerung. „Herr Grawunder scheint nicht ganz die Interessen der Walstedder Anlieger vertreten zu wollen. Das ist schon etwas befremdlich“, entgegnete dazu ein Anwesender.

Zudem vermissen die Anwohner Informationen vom Betreiber des Legehennenstalls: „Auf uns ist er noch nicht zugekommen und hat sein Vorgehen – insbesondere die Schutzmaßnahmen – näher erläutert.“ Zumindest das hätten sich die „Stall-Gegner“ schon gewünscht.

Viele seien generell irritiert über das Bauvorhaben. „Im Neubaugebiet ‚Sonnenwiese‘ wurden doch gerade viele Grundstücke verkauft. Die Leute sind gar nicht informiert über den Stall“, äußerte sich eine Anwesende. Walstedde sei eine Westwind-Zone. „Schon jetzt müssen wir oft den ‚Duft‘ der Landwirtschaft ertragen. Und dann soll noch ein Stall mit fast 15 000 Tieren dazu kommen“, echauffierte sich ein Anderer. Dr. Karl Averhage wies außerdem auf die gesundheitliche Gefährdung durch die „kontaminierten Partikel“ in der Luft hin. „Durch die Chlamydien können Lungenentzündungen und andere Krankheiten entstehen“, erklärte der Neurologe im Ruhestand. „Es geht uns nicht primär um den Stall, sondern um unsere Gesundheit.“ Ein weiterer Anwesender bemerkte, dass der Betreiber ohnehin nur seinen Namen für den Legehennenstall hergeben würde. „Da steckt doch eine Firma hinter, die die Hühner und das Futter liefert und sich auch um die Entsorgung der Tiere kümmert“, vermutete er. Das sei keine Landwirtschaft mehr, sondern Industrie – und dafür sei in Walstedde kein Platz da.

► Ein weiteres öffentliches Treffen zum Thema findet am kommenden Freitag, 13. Juli, um 20 Uhr im Paul-Gerhardt-Haus statt. Dazu wollen die Anwohner nicht nur den Betreiber, sondern auch noch einige Experten wie etwa Ärzte und einen Juristen einladen. Zudem fordern die Stall-Gegner eine Stellungnahme vom Kreisgesundheitsamt.

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