Gegen Spielhalle am Heuweg
Bürgerprotest setzt sich fort

Drensteinfurt -

Der Protest hält an: 750 Unterschriften haben Anwohner gegen den möglichen Bau einer Spielhalle am Heuweg gesammelt. Die Listen sowie ihre eigenen Bedenken brachten etwa 30 Bürger mit in die Bürgerfragestunde der Ratssitzung.

Freitag, 13.07.2018, 17:58 Uhr

Schon vor der Ratssitzung hatten sich die Anwohner zum Protest versammelt. In der Bürgerfragestunde übergaben sie der Verwaltung dann ihre 750 gesammelten Unterschriften und bekundeten erneut, dass sie von einer Spielhalle nicht viel halten.
Schon vor der Ratssitzung hatten sich die Anwohner zum Protest versammelt. In der Bürgerfragestunde übergaben sie der Verwaltung dann ihre 750 gesammelten Unterschriften und bekundeten erneut, dass sie von einer Spielhalle nicht viel halten. Foto: -sre-

750 Unterschriften haben sie gegen das Vorhaben gesammelt. Diese sowie ihre eigenen Bedenken zum möglichen Bau einer Spielhalle brachten rund 30 Anwohner des Bereichs Heuweg mit in die Bürgerfragestunde der Ratssitzung am Dienstag.

„Wir wollen keine Spielhalle“, erklärte Wolfgang Pechmann stellvertretend für die Gruppe. Als einen Grund gab er die Lärmbelästigung an, die durch die „Q 1“-Tankstelle ohnehin schon sehr hoch sei. Häufig würden Lkw dort auch nachts bei laufendem Motor länger halten.

Im Moment liege nur eine Bauvoranfrage vor, entgegnete Bürgermeister Carsten Grawunder. Die Aufgabe der Stadtverwaltung sei es lediglich, zu prüfen, ob eigene Planungsbelange betroffen seien und ob die Erschließung gesichert sei. „Genehmigen wir dann nicht, handeln wir rechtswidrig“, so der Bürgermeister. Eine bewusste Verhinderung könne eine Klage nach sich ziehen. Zudem sei eine Spielhalle ein übliches Gewerbe. Selbst das Land NRW betreibe Spielcasinos. Der Betreiber solle jetzt die Möglichkeit bekommen, seine Planungen vorzustellen, meinte er.

Ordnungsamt einschalten

Parkende Lkw mit laufendem Motor allerdings müssten so nicht hingenommen werden. Die Anwohner sollten von der Möglichkeit Gebrauch machen, das Ordnungsamt – am Wochenende oder abends sei die Bereitschaftsnummer besetzt – in Kenntnis zu setzen.

Jürgen Blümer fragte: „Werden Sie Ihrer Verantwortung als Bürgermeister gerecht, wenn Sie sich allein auf Verwaltungsvorgaben berufen und eine politische Stellungnahme verweigern? Wie beim Fracking sollten Sie sich klar gegen eine Spielhalle positionieren, weil es der Stadt nicht gut tut.“

Diesen Vorwurf wollte der Bürgermeister nicht auf sich sitzen lassen: „Von einer Spielhalle geht keine vergleichbare Gefahr aus wie vom Fracking.“ Als Bürgermeister unterliege er zudem der Neutralitätspflicht. Es sei nicht wichtig, wie er persönlich zu einer Spielhalle stehe. Im Übrigen habe der Kreis als Genehmigungsbehörde das letzte Wort.

24 Stunden geöffnet?

Bedenken, die „Q 1“-Tankstelle könnte künftig 24 Stunden am Tag geöffnet haben, entkräftete Grawunder. „Ich stelle mir das schwierig vor, diese Genehmigung zu bekommen.“ Und Bauamtsleiter Christoph Britten ergänzte: „Änderungen der Betriebszeit sind vom Kreis genehmigungspflichtig.“

Am Ende versprach der Bürgermeister, sich sowohl mit dem Investor der Tankstelle als auch mit dem Kreis in Verbindung zu setzen.

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