Eurobahn und ZVM ziehen erste Bilanz
„Die Qualität ist besser geworden“

Drensteinfurt -

Die Qualität der Eurobahn sei in Drensteinfurt besser geworden, meint das Unternehmen. Seit Februar habe es bei mehr als 110 Fahrten der Eurobahn um 7.02 Uhr von Hamm nach Münster lediglich zwei eigenverschuldete Ausfälle und drei Verspätungen gegeben.

Freitag, 13.07.2018, 12:00 Uhr

Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit der Eurobahn in Drensteinfurt sollen sich verbessert haben, berichteten die Vertreter des Unternehmens und der ZVM.
Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit der Eurobahn in Drensteinfurt sollen sich verbessert haben, berichteten die Vertreter des Unternehmens und der ZVM. Foto: -stk-

Die Drensteinfurter Kunden der Eurobahn hatten in den vergangenen Monaten auf der Strecke Münster-Hamm viele Probleme. Züge waren bis zum Bersten voll, vor allem am Morgen für die Pendler und Schüler. Zuweilen fuhren die Züge gar nicht oder verspätet. Das soll sich nun verbessert haben, erklärte Manfred Klugmann vom Bahnunternehmen in der jüngsten Ratssitzung.

Nach der Ratssitzung im Februar kam das Thema nun erneut auf den Tisch. Die Grünen im Stadtrat hatten eine vorläufige Bilanz und die Schilderung des Ist-Zustands beantragt. „Jede Fahrt, die nicht stattfindet, ist ärgerlich“, erklärte Markus Klugmann nun. Seit Februar habe es bei mehr als 110 Fahrten der Eurobahn um 7.02 Uhr von Hamm nach Münster lediglich zwei eigenverschuldete Ausfälle und drei Verspätungen gegeben. „Wir sind auf einem sehr guten Weg“, so der Eurobahnvertreter. Die Pünktlichkeit liege derzeit bei 89 Prozent, im Vergleich zum Februar mit damals 87 Prozent eine kleine Verbesserung. Das Unternehmen bewege sich stetig in kleinen Schritten.

"Ausfälle generell nicht zu vermeiden"

Allerdings könne er nicht versprechen, dass es künftig nie mehr zu Wartezeiten komme. Absolute Pünktlichkeit sei beim komplexen Bahnsystem schwer zu gewährleisten. Angesichts der vollen Wagen verwies Klugmann auf den zusätzlichen Zug, der nach dem Fahrplanwechsel im Dezember um 6.50 Uhr eingesetzt werde.

Neben Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit wurden im Zusammenhang mit der Eurobahn weitere Themen besprochen. Bürgermeister Carsten Grawunder wies auf den Fall eines Rollstuhlfahrers hin, der auf allen Vieren durch den Zug gekrochen sei, um eine funktionierende Tür zu erreichen, da sein Rollstuhl nicht durch den Mittelgang gepasst habe. Hier gelte es, dafür zu sorgen, dass die Technik am und im Zug funktioniere. „Wir arbeiten daran, solche Störungen möglichst schnell zu beheben“, versprach Manfred Klugmann. Dazu werde ab September ein zusätzliches mobiles Team eingesetzt.

„Die Qualität ist besser geworden“, versichert auch Benjamin Müller vom Zweckverband SPNV Münsterland (ZVM), der ebenfalls Rede und Antwort stand. Die Eurobahn arbeite derzeit gut. Und: „Auch woanders fallen Züge aus.“ Ausfälle seien nun mal nicht generell zu vermeiden, zum Beispiel durch Krankheitsfälle beim Personal.

Druck auf Deutsche Bahn ausüben

Bei den mobilen Rampen, die von National Express genutzt würden, habe es in der Vergangenheit Probleme gegeben, in deren Folge alle Zugführer mit dem Umgang geschult wurden. Alle Züge der Eurobahn seien bereits mit Rampen ausgestattet.

Mit Blick auf die Bahnsteigerhöhungen in Drensteinfurt, Mersch und Rinkerode erklärte die Stadtverwaltung, dass Förderbescheide für die Planungsphasen eins bis vier eingegangen seien. Der Auftrag sei erteilt worden. Anfang bis Mitte 2019 soll die Planung abgeschlossen sein. Dann sei absehbar, wann mit einer Fertigstellung zu rechnen sei.

Bürgermeister Grawunder erklärte, mit den Bundestagsabgeordneten das Gespräch zu suchen, um auch politisch Druck auf die Deutsch Bahn ausüben zu können. „Leider sind wir als Kommune mit unserer Größe in einer bestimmten Rangordnung.“

Mehr Transparenz

Waltraud Angenendt (Grüne) wandte sich mit der Frage nach der Anzahl des Zugbegleitungspersonals an die Gäste. Seinerzeit sei man davon ausgegangen, dass bei 25 Prozent der Züge ein Zugbegleiter an Bord sein soll. „Wird das eingehalten?“, fragte sie. Zunehmend mehr Reisende hätten Probleme und bräuchten einen Ansprechpartner. „Die Quote wird eingehalten. Ansonsten werden Strafzahlungen fällig“, versicherte Benjamin Müller. „Die Fahrgäste haben ein höheres Sicherheitsbedürfnis“, so der Vertreter der ZVM.

Daher sei beschlossen worden, mit dem Fahrplanwechsel am 8. Dezember flächendeckend die Zugbegleitung am Tag auf 50 Prozent und am Abend auf 90 Prozent zu erhöhen. Ziel sei es, bis 2020 auf allen Fahrten 100 Prozent zu gewährleisten. Ob das realisierbar sei, sei eine Frage der Finanzierung. Raphaela Blümer (Grüne) bemerkte: „Was Sie erzählen, ist gut, jedoch noch keine Wahnsinnsverbesserung.“ Zudem wünschte sie sich mehr Transparenz und konkrete Zahlen. „Sie arbeiten mit unseren Steuergeldern“, erklärte sie.

Ärgerlich sei es für Bahnfahrende, wenn sie am Bahnsteig stehen, der Zug nicht komme und keinerlei Information gegeben werde. Ein Hinweis, den Klugmann und Müller mit in ihre Gremien nehmen wollen, um mögliche Abhilfe zu schaffen.  

Anzeige
Anzeige
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5901036?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F106%2F127%2F
Weniger Staus als im Vorjahr
Der Verkehr staut sich.
Nachrichten-Ticker