Serie „Lieblingsplatz“
Idylle mitten in der Stadt

Drensteinfurt -

Seine Arbeit als Stadtführer bringt es mit sich, dass Pastor Walter Gröne beinahe jeden Winkel der Innenstadt wie seine eigene Westentasche kennt. Ein Ort aber liegt im besonders am Herzen: Gerne steht er auf der kleinen, geschwungenen Steinbrücke am Haus Steinfurt mit Blick auf die Seerosen und Trauerweiden.

Samstag, 28.07.2018, 07:00 Uhr
Veröffentlicht: Samstag, 28.07.2018, 07:00 Uhr
Seit vielen Jahren bietet Pastor Walter Gröne Führungen durch Drensteinfurts Innenstadt an, gerne auch bei Nacht. Auf die Frage nach seinem Lieblingsplatz muss er nicht lange überlegen: Von der Steinbrücke am Schloss hat man einen herrlichen Ausblick.
Seit vielen Jahren bietet Pastor Walter Gröne Führungen durch Drensteinfurts Innenstadt an, gerne auch bei Nacht. Auf die Frage nach seinem Lieblingsplatz muss er nicht lange überlegen: Von der Steinbrücke am Schloss hat man einen herrlichen Ausblick. Foto: Evering

Seine Arbeit als Stadtführer bringt es mit sich, dass Pastor Walter Gröne beinahe jeden Winkel der Innenstadt wie seine eigene Westentasche kennt. Ein Ort aber liegt im besonders am Herzen. „Hier ist es einfach ästhetisch und schön. Hier kann ich entspannen“, sagt Gröne, als er auf der kleinen, geschwungenen Steinbrücke am Haus Steinfurt steht, auf die Seerosen in der Gräfte und auf die Trauerweiden an deren Ufer blickt.

Seit 1972 lebt Gröne in Drensteinfurt. „Wir sind damals wirklich gut aufgenommen worden und haben uns schnell eingelebt“, erinnert er. Zunächst habe er privat Freunden, die ihn in Stewwert besuchten, die Stadt gezeigt. Die Teilnahme an einer Nachtwächter-Führung in Rothenburg hat die Idee in Pastor Gröne geweckt, das Ganze ein bisschen „professioneller“ aufzuziehen. Im langen Mantel, mit Laterne und Hellebarde kennen ihn heute diejenigen, die sich schon einmal von dem ehemaliger Pfarrer der evangelischen Martinsgemeinde des Nachts durch die Innenstadt haben begleiten lassen.

Seine Steckenpferde: die kleinen Gassen mit den alten, zum Teil denkmalgeschützten Fachwerkhäusern, die ehemalige Synagoge – und natürlich das Schloss. Zur dort lebenden Familie von Landsberg-Velen hat er ein freundschaftliches Verhältnis. „Das sind zwar Adelige, aber eigentlich ganz normale Menschen“, erzählt Gröne schmunzelnd, als er seinen Blick über das Idyll mitten in der Stadt schweifen lässt. „Sehr schön ist es hier im Herbst und Winter. Dann kann man den Giebel der Alten Post durch die Baumwipfel sehen.“ Das Torhaus im Hintergrund ist in den Jahren 1585 bis 1591 entstanden und damit der älteste Teil der Anlage.

Schattiges Plätzchen

Der besondere Blick bietet sich auch Spaziergängern und Radfahrern, denn die Schlossallee von der Mühlen- bis zur Sendenhorster Straße ist für die Öffentlichkeit freigegeben. Sie können an heißen Sommertagen ein schattiges Plätzchen unter Jahrzehnte alten Bäumen finden und vom Eingang zum Schlosspark über die Brücke bis zur großen Treppe des Herrenhauses blicken, das zwischen 1707 und 1709 errichtet worden ist. Flankiert wird dieses von Nebengebäuden, zwei Torhäuschen rechts und links des Schlosshofes, einer Wassermühle und einer Remise sowie dem Park.

Eine solch gerade Sichtachse sei selten, berichtet Gröne. Denn zur Abwehr von Feinden seien Wege und Eingänge in früheren Jahrhunderten stets im Zick-Zack-Kurs angelegt worden. „So mussten die Kanonen immer neu ausgerichtet werden, und das kostete Zeit.“ Diese Bauweise habe auch für das Haus Steinfurt gegolten, dessen eigentlicher Eingang an der Mühlenstraße lag. Im Zuge diverser Umbauarbeiten sei das geändert worden, um die neue, besonders repräsentative Ansicht zu erreichen.

Wie in einem Englischen Garten seien die Bäume und Pflanzen rund um das Haus Steinfurt angelegt, berichtet der Stadtführer. „Es wirkt natürlich, aber nichts ist dem Zufall überlassen.“ In diesem Idyll mitten in der Innenstadt findet Pastor Walter Gröne Ruhe nach einem anstrengenden Tag.

Führungen und Info-Tafeln

Drei Stadtführer bringen interessierten Bürgern und Besuchern die Geschichte und die Sehenswürdigkeiten Drensteinfurts näher. Zum Team gehören Petra Holler-Kracht, 01 51 / 64 81 26 70, Walter Gröne, 01 75 / 5 86 60 00, und Manfred Blanke,01 75 / 57 28 58 19. In den Ortsteilen Drensteinfurt und Rinkerode gibt es außerdem jeweils einen historischen Rundgang: Info-Tafeln vermitteln Wissen und lassen Stadtgeschichte lebendig werden. Für Walstedde wird ein solcher Rundgang derzeit erarbeitet.

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