Amerikanische Faulbrut in Ahlen
Hitze macht Bienen zu schaffen

Ahlen/Drensteinfurt -

In Ahlen ist die Amerikanische Faulbrut bei Bienen ausgebrochen. Das Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt des Kreises Warendorf hat einen Sperrbezirk verhängt. In Drensteinfurt sind die Insekten bislang von der Krankheit verschont geblieben. Stattdessen macht die Hitze den Tieren zu schaffen.

Montag, 06.08.2018, 06:00 Uhr

Von der Amerikanischen Faulbrut, die östlich von Ahlen ausgebrochen ist, sind die Drensteinfurter Bienen nicht betroffen. Das heiße Wetter indes macht den Insekten schwer zu schaffen, denn sie finden in der Natur nicht mehr genug Nahrung.
Von der Amerikanischen Faulbrut, die östlich von Ahlen ausgebrochen ist, sind die Drensteinfurter Bienen nicht betroffen. Das heiße Wetter indes macht den Insekten schwer zu schaffen, denn sie finden in der Natur nicht mehr genug Nahrung. Foto: kaj-

In Ahlen ist die Amerikanische Faulbrut bei Bienen ausgebrochen. Wie die Kreisverwaltung mitteilt, hat das Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt einen Sperrbezirk von drei Kilometern rund um den Standort des betroffenen Bienenvolkes verhängt.

Bis nach Drensteinfurt haben es die infizierten Insekten offensichtlich (noch) nicht geschafft. „Die betroffenen Völker stehen in Richtung Roland. Da ist die Entfernung bis hierher doch zu groß“, hat Imkerin Maria Schratz bislang keinen Ausbruch der Krankheit zu beklagen, die auch von Biene zu Biene übertragbar ist. Ihre Völker seien in der Vergangenheit stets verschont geblieben. Doch Schratz kann sich erinnern, dass ihr Vater einst mit der Faulbrut zu kämpfen hatte. „Das ist ein großer Verlust, denn die Brut geht einfach ein.“

Bienen können den Erreger durch Genuss von ausländischem Honig aus offenstehenden Gläsern einschleppen. Infektionsherde seien außerdem Glascontainer, die es in allen Städten – auch in Drensteinfurt an gleich mehreren Standorten – gibt. Honiggläser für das Altglas sollten deshalb vor dem Einwerfen kräftig durchgespült werden. „Man versucht, seine Völker nicht in der Nähe dieser Container anzusiedeln“, berichtet Schratz. Doch Luftlinie sei es von ihrem Garten am Felsenweg bis zu den Standorten an der Sendenhorster Straße oder am Ladestrang auch nicht allzu weit. Schratz klopft auf Holz und hofft, dass ihre Bienen weiterhin verschont bleiben.

Doppelter Saunagang

Denn in diesem sehr heißen Sommer hat die Imkerin schon ganz andere Herausforderungen zu meistern. Bei Temperaturen von weit über 30 Grad versucht sie, ihre Arbeiten in den Morgen oder den späten Abend zu verlegen. „Denn eingepackt in Overall und Schleier, fühlt sich das an wie ein doppelter Saunagang“, scherzt Schratz.

Die Hitze, der fehlende Niederschlag und das damit einhergehende mangelnde Nahrungsangebot machen indes den Tieren schwer zu schaffen. „Die Völker sind schwächer als sonst“, macht Schratz sich Sorgen, dass einige es nicht durch den Winter schaffen könnten. „Ich hoffe, dass die Auswirkungen am Ende nicht allzu groß sein werden.“ Sie weiß von Imker-Kollegen, die bereits mächtig zufüttern. Deshalb falle die Honig-Ausbeute in diesem Jahr wahrscheinlich geringer aus als sonst. Wobei: Einen besonders dunklen Tauhonig hat Maria Schratz in diesem Sommer ernten können. „Der sieht fast ein bisschen aus wie Kaffee – und ist herrlich im Geschmack.“

► Die Saison des Bienenmuseums „Dat kleine Immenhuisken“ ist zu Ende. Maria Schratz nimmt keine Anmeldungen mehr an.

Die Amerikanische Faulbrut

Bei der Amerikanischen Faulbrut (AFB) handelt es sich um eine bakterielle Infektionskrankheit, die die Brut der betroffenen Bienenvölker befällt. Die Brut stirbt größtenteils ab, so dass die Zahl der Bienen in dem betroffenen Volk immer geringer wird und schlussendlich nicht mehr die notwendige Stärke aufweist, um zu überwintern. Für Menschen ist die Krankheit ungefährlich, der Honig kann ohne jede Einschränkung weiter verzehrt werden. Das letzte Mal im Kreis Warendorf ist sie im Jahr 2011 in Beckum ausgebrochen.

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