Pläne für Legehennenstall
Kreis teilt Bedenken der Anwohner nicht

Walstedde -

Das Bauvorhaben eines Legehennenstalls an der B 63 hat viele besorgte Bürger auf den Plan gerufen. Sie fürchten um ihre Gesundheit. Bau- und Gesundheitsamt der Warendorfer Kreisverwaltung haben nun auf einen umfangreichen Fragenkatalog der Anwohner geantwortet.

Freitag, 10.08.2018, 14:08 Uhr

Ähnlich wie dieser Stall in Waltrop soll auch der in Planung befindliche Legehennenstall in Walstedde aussehen. Die Tiere haben beispielsweise die Möglichkeit, sich im Freien aufzuhalten.
Ähnlich wie dieser Stall in Waltrop soll auch der in Planung befindliche Legehennenstall in Walstedde aussehen. Die Tiere haben beispielsweise die Möglichkeit, sich im Freien aufzuhalten. Foto: Markus Eickenscheidt

Der geplante Bau eines Legehennenstalls an der B 63 macht vielen Anwohnern im Lambertusdorf Sorgen. 14 998 Tiere sollen dort in einem Stall mit überdachtem Auslauf und Freilandhaltung leben (WN berichteten).

Die Bürger haben mehr als 500 Unterschriften gegen das Bauvorhaben gesammelt und sich außerdem mit einem Fragenkatalog an den Kreis Warendorf gewandt: „Wie werden die Geräusch- und Geruchsimmissionen bewertet? Bestehen Gesundheitsrisiken durch Bioaerosole für die Nachbarn? Stehen Auswirkungen auf das Grundwasser zu befürchten?“. Bau- und Gesundheitsamt haben jetzt darauf geantwortet und stellen klar, dass gesundheitliche Gefahren, Geräuschbelästigungen und Auswirkungen auf das Grundwasser nicht zu erwarten seien. Die Schreiben liegen der Redaktion vor.

► Geruchsimmissionen: Im Zuge des Verfahrens hatte der Bauherr ein immissionsschutzrechtliches Gutachten, datiert auf den 20. März, vorgelegt. Darin, so heißt es im Schreiben des Bauamtes, seien die Immissionen nach Durchführung des Neubaus bewertet worden. Das Ergebnis: Die zumutbaren Geruchsimmissionen von 25 Prozent für Wohnnutzung im Außenbereich und zehn Prozent im Wohngebiet würden nicht überschritten.

Schallpegelberechnung

► Geräuschimmissionen: Im Bauantragsverfahren sei eine überschlägige Schallpegelberechnung durchgeführt worden. „Im Ergebnis ist durch den geplanten Stall mit keinen erheblichen Lärmimmissionen zu rechnen“, sagt das Bauamt.

► Bioaerosol-Emissionen: Bioaerosole seien, so formuliert es das Gesundheitsamt, Ansammlungen luftgetragener Partikel, denen Bakterien, Pilze, Viren oder Pollen anhaften können. „Aus der Arbeitsmedizin ist das Auftreten insbesondere von bioaerosolbedingten Atemwegserkrankungen in der Landwirtschaft bekannt. Diese Erkenntnisse sind aber nicht auf die Allgemeinbevölkerung und Nachbarschaft übertragbar“, heißt es im Schreiben weiter. Es gebe auch keine Hinweise, dass der Staub der Abluft krebserregend sei. Zudem sei eine Verbindung zu einem erhöhten Erkrankungsrisiko durch die von den Anwohnern mit der Geflügelhaltung in Verbindung gebrachten Erreger wie etwa Chlamydien, Salmonellen, Staphylokokken oder Campylobacter wissenschaftlich nicht belegt.

In Walstedde sei im Februar ein Gutachten erstellt worden. Es sagt aus, dass für die Nachbarschaft keine konkreten Anhaltspunkte für schädliche Umwelteinwirkungen durch Bioaerosolbelastungen vorlägen.

Vor Inbetriebnahme

► Emissionen, die von der Kotlagerhalle sowie der Sammelgrube für Reinigungs- und Schmutzwasser ausgehen: Diese seien ebenfalls im immissionsschutzrechtlichen Gutachten berücksichtigt worden. „Die Betonqualität der Kotlagerhalle beziehungsweise die Dichtigkeit der Behälter ist vor Inbetriebnahme nachzuweisen, so dass Auswirkungen auf das Grundwasser nicht zu befürchten sind“, erklärt das Bauamt.

Die Anwohner hatten zudem Sorgen geäußert, dass der Legehennenstall zwar im Außenbereich, allerdings relativ nah zur geschlossenen Wohnbebauung realisiert werden soll. Das Kreisbauamt schreibt dazu, dass die vorgeschriebenen Werte bereits im Bereich der Auslaufflächen, mindestens aber an den nächstgelegenen Wohnhäusern deutlich unterschritten werden würden. „Für das Wohngebiet können daher keine weiteren Maßnahmen oder Vorkehrungen gefordert werden“, heißt es. Zu berücksichtigen sei auch, dass der Antragsteller die Schweinehaltung am elterlichen Hof aufgeben und sich die Geruchssituation dadurch insgesamt verbessern werde.

Recht und Gesetz

Natürlich habe man Verständnis für die Sorgen der Anwohner, teilt Landrat Dr. Olaf Gericke in einer Presseerklärung mit. „Als öffentliche Behörde müssen wir uns jedoch an Recht und Gesetz halten – das heißt auch, eine Baugenehmigung zu erteilen, wenn alle Vorgaben erfüllt sind.“

Wann die endgültige Entscheidung über den Bauantrag getroffen wird, steht noch nicht fest. Die Stadt Drensteinfurt hat angekündigt, nach vertraglicher Regelung der Erschließung des Baugrundstücks ihr Einvernehmen zu erteilen. Erst danach entscheidet der Kreis.

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