Nachbarschaftshilfe Rinkerode
Integration fordern – und fördern

Rinkerode -

Seit drei Jahren leben viele Geflüchtete in Rinkerode, die seitdem von der Nachbarschaftshilfe betreut und begleitet werden. Diese greift die Integrationsdebatte in einer Pressemitteilung auf.

Sonntag, 12.08.2018, 12:14 Uhr

In Rinkerode engagiert sich die Nachbarschaftshilfe für die im Davertdorf lebenden geflüchteten Menschen.
In Rinkerode engagiert sich die Nachbarschaftshilfe für die im Davertdorf lebenden geflüchteten Menschen. Foto: Nachbarschaftshilfe

Vor genau drei Jahren, im August 2015, erreichte der Zustrom an Flüchtlingen nach Europa und insbesondere nach Deutschland seinen Höhepunkt. Seitdem kümmert sich die Nachbarschaftshilfe Rinkerode um die Menschen, die im Davertdorf leben. In einer Pressemitteilung greift die Initiative die Debatte darüber auf, was die Gesellschaft von Geflüchteten erwarten darf, aber auch, was sie selbst zu deren Integration beitragen kann.

„Die anfängliche Euphorie der Hilfsbereitschaft und Willkommenskultur ist inzwischen dem Alltag gewichen“, heißt es. Trotzdem sei das Thema fast täglich in den Medien gegenwärtig. Oft werde jedoch in einem negativen Kontext über geflüchtete Menschen berichtet. „Rechtspopulisten nutzen diese negativen Meldungen als Scheinargumente für ihre menschenverachtenden Äußerungen und hetzen Menschen innerhalb der Gesellschaft gegeneinander auf“, schreibt die Initiative.

Fördern und fordern müsse die Devise im Zusammenleben lauten. „Die gastgebende Gesellschaft darf erwarten, dass sich die Zuwanderer an die hier gültigen Gesetze halten. Wir dürfen zudem Respekt für und Interesse an der Kultur und an den Traditionen im Gastland voraussetzen und eine Grundbereitschaft zum Erwerb der deutschen Sprache als wichtigste Integrationshilfe einfordern“, heißt es in der Mitteilung. „Außerdem darf man erwarten, dass Menschen, die länger in Deutschland leben, alles daran setzen, ihren Lebensunterhalt durch Arbeit selbst zu finanzieren.“

Kontaktängste abbauen

Wie man Integration fördern kann, dafür führt die Nachbarschaftshilfe ebenfalls Beispiele an: „Es beginnt wie so oft mit kleinen Dingen: Ein freundliches ‚Guten Morgen‘ oder ein kurzes Gespräch am Bahnhof oder beim Bäcker erleichtern es den Geflüchteten, Kontaktängste abzubauen und die Hemmschwelle, Deutsch auch im Alltag zu sprechen, zu verringern.“ Kinder kämen in Kita und Schule oft einfacher in Kontakt. Eltern könnten dies intensiv unterstützen und damit Misstrauen abbauen.

Auch aktiver Einsatz ist in Rinkerode problemlos möglich. Erwachsene, die Interesse haben, Kontakt sowohl zu neuen Mitbürgern als auch zur Nachbarschaftshilfe aufzunehmen, sind eingeladen, dienstags von 17.30 bis 18.30 Uhr im Jugendheim beim „Café International“ vorbeizuschauen.

Vereine, so führen die Initiatoren weiter aus, könnten sich weiter öffnen, um auch unter den Zuwanderern neue, engagierte Mitglieder zu gewinnen. „Einige Rinkeroder und Drensteinfurter Firmen bieten bereits Ausbildungsplätze an.“

Wohnungen gesucht

Gesucht wird auch Wohnraum. Deshalb richtet die Nachbarschaftshilfe einen Appell an alle Rinkeroder Bürger: Wo gibt es freie Wohnungen, und wer könnte sich vorstellen, diese an einen oder mehrere Asylbewerber zu vermieten und ihnen so den Einstieg in ein „normales“ Leben zu ermöglichen?

Die Frage richtet sich auch an ältere, allein stehende Menschen, die oft in großen Häusern mit leer stehenden Zimmern wohnen. „Vielleicht kann sich der eine oder andere vorstellen, eine Wohngemeinschaft mit anderen Menschen einzurichten, in der jeder von der gemeinsamen Wohnsituation bei gleichzeitiger Wahrung der Privatsphäre profitiert“, schreibt die Nachbarschaftshilfe. Über entsprechende Angebote würden sich Petra Höller-Rieping, ✆ 0 25 38 / 680, Rolf Himmelmann, ✆ 91 47 53, und Lisa Stotter, ✆ 10 37, freuen. Bei der Vermittlung und der Kommunikation zwischen Mietern und Vermietern stehen sie unterstützend zur Seite.

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