Serie „Lieblingsplatz“
Ein Schwätzchen am Brunnen

Rinkerode -

Theo Schemmelmann, der Vorsitzende des Heimatvereins Rinkerode, ist ein geselliger Zeitgenosse. Deshalb ist er am liebsten dort, wo auch viele andere Menschen sind: am Rinkeroder Dorfplatz.

Samstag, 18.08.2018, 06:00 Uhr
Veröffentlicht: Samstag, 18.08.2018, 06:00 Uhr
Theo Schemmelmann, hier mit seiner Nichte Ellen Wöstmann, hält sich gerne am Pankratiusbrunnen auf. Da trifft er immer jemanden, mit dem er ein wenig plaudern kann.
Theo Schemmelmann, hier mit seiner Nichte Ellen Wöstmann, hält sich gerne am Pankratiusbrunnen auf. Da trifft er immer jemanden, mit dem er ein wenig plaudern kann. Foto: Nicole Evering

Am allerliebsten sitzt Theo Schemmelmann in seinem eigenen Garten in Eickenbeck. Da kann er den weiten Blick in die Natur genießen. „Das ist meine Welt.“ Obwohl: „Im Moment sind alle Wiesen braun. So etwas habe ich noch nicht erlebt“, erzählt der Vorsitzende des Rinkeroder Heimatvereins.

Er erinnert sich an eine Geschichte, die sein Vater immer erzählt hat: Im Jahr 1947, als Schemmelmanns Eltern heirateten, habe es eine ähnliche Dürre gegeben. „Die Kühe mussten mit Stroh gefüttert werden. Das war nicht besonders nahrhaft.“ Für den Pudding, den es zur Hochzeitsfeier geben sollte, musste die Familie um Milch aus der gesamten Nachbarschaft bitten, damit das Essen für alle reicht . . .

Zurück zum Lieblingsplatz: Da er ja nicht alle Einwohner und Besucher des Davertdorfes in seinen Garten einladen kann – die rund 200 Gäste seiner Geburtstagsfete vor einigen Wochen sprechen da allerdings fast eine andere Sprache –, gibt es noch einen Ort, an dem sich der 66-Jährige gerne aufhält: den Dorfplatz samt Pankratiusbrunnen.

Kontakt zu Pilgern

Theo Schemmelmann ist ein äußerst kommunikativer Mensch. Er kennt Gott und die Welt. Sitzt man mit ihm auf einer der Bänke mit Blick auf das rege Treiben auf der Albersloher Straße, dann dauert es nicht lange, bis der erste Bekannte vorbeikommt. Zeit für ein kurzes Schwätzchen? Hat Schemmelmann immer. Der vorbeifahrenden Frau auf dem Fahrrad wirft er auch noch eben schnell einen Gruß hinterher. „Ich brauche den Kontakt zu den Menschen einfach“, erzählt er. An seinem Hof in der Bauerschaft führt der Jakobsweg vorbei. Oft kommt er dort mit den Pilgern ins Gespräch. „Mich interessiert dann auch, was sie für einen Eindruck von Rinkerode haben.“

Das Dorf ist seine Heimat. Im ehemaligen Krankenhaus, dem heutigen Pfarrzentrum, ist er auf die Welt gekommen. Deshalb hat eigentlich der gesamte Bereich rund um die St.-Pankratius-Kirche eine besondere Bedeutung für ihn. „Der Ort hat sich um den Pröbstinghof herum entwickelt“, weiß Schemmelmann. „Rings herum gerodet“: So habe man ihm damals in der Schule erklärt, wie sich der Ortsname ableitet. Heute wohnen dort, im einstigen Garten des Pfarrhauses, Senioren in einer Einrichtung der Alexianer. „Das zeigt, was uns alte Menschen wert sind: Sie leben mitten im Ort, nicht außen vor“, hat Theo Schemmelmann das Projekt von Anfang an unterstützt.

30 Jahre Backhaus

Noch ein bisschen wichtiger ist ihm der Ortskern geworden, als er vor sechs Jahren zum Vorsitzenden des Heimatvereins gewählt wurde. Denn dem ist es zu verdanken, dass das 1780 erbaute Backhaus, das nach aufgegebener Nutzung dem Verfall preisgegeben war, vor fast genau 30 Jahren originalgetreu wieder aufgebaut werden konnte. Heute dient es dem Heimatverein als Versammlungsraum und kann auch für private Feiern angemietet werden.

Vor dem Backhaus stehen zwei Bänke. Insgesamt 53 hat der Heimatverein im gesamten Dorf sowie entlang der umliegenden Wirtschaftswege aufgestellt, um Spaziergängern und Radfahrern Orte zum Verschnaufen zu bieten. Und für noch eine Einrichtung in Rinkerode waren die Heimatfreunde, damals unter Leitung von Renate Heitmann, mitverantwortlich: für den historischen Ortsrundgang. Der Arbeitskreis Ortsgeschichte hat die 21 Tafeln entworfen, die innerhalb und außerhalb des Ortes erwandert werden wollen. „Folgen Sie dem Wappen der Herren von Rinkerode – der vornehmen Gürtelschnalle auf schwarz-gold-geteiltem Schild“, lädt der Rundgang zur Erkundung des Golddorfes ein.

AG Rinkeroder Vereine

Apropos Golddorf: Die Arbeitsgemeinschaft Rinkeroder Vereine hat die Errichtung des Pankratiusbrunnens damals für den Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ initiiert. Am 15. Oktober 1993 wurde er den Bürgern übergeben. Und heute, fast 25 Jahre später, sitzen die Rinkeroder dort immer wieder gerne – um mit Blick auf das rege Treiben ein kleines Schwätzchen zu halten.

Führungen und Info-Tafeln

Drei Stadtführer bringen interessierten Bürgern und Besuchern die Geschichte und die Sehenswürdigkeiten Drensteinfurts näher. Zum Team gehören Petra Holler-Kracht, 01 51 / 64 81 26 70, Walter Gröne, 01 75 / 5 86 60 00, und Manfred Blanke,01 75 / 57 28 58 19. In den Ortsteilen Drensteinfurt und Rinkerode gibt es außerdem jeweils einen historischen Rundgang: Info-Tafeln vermitteln Wissen und lassen Stadtgeschichte lebendig werden. Für Walstedde wird ein solcher Rundgang derzeit erarbeitet

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