40 Jahre Kolping-Blasorchester
„Ein Fest der Superlative“

Rinkerode -

Das Kolping-Blasorchester (KBO) Rinkerode wird 40 Jahre alt. Der Geburtstag wird zusammen mit Kolpingsfamilie und Spielmannszug auf dem Gelände von Haus Borg gefeiert. Wie der Verein 1978 entstanden ist, verrät ein Blick in die Chroniken.

Freitag, 21.09.2018, 14:28 Uhr
Veröffentlicht: Sonntag, 16.09.2018, 08:00 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Freitag, 21.09.2018, 14:28 Uhr
Professioneller Auftritt: 1992 erhielten die Musiker bordeauxfarbene Jacken mit dem Rinkerode-Wappen am Revers. Zudem wurde ein eigener Pkw-Anhänger für den Instrumententransport angeschafft.
Professioneller Auftritt: 1992 erhielten die Musiker bordeauxfarbene Jacken mit dem Rinkerode-Wappen am Revers. Zudem wurde ein eigener Pkw-Anhänger für den Instrumententransport angeschafft. Foto: KBO

Drei Gruppen, die aus der vielfältigen Rinkeroder Vereinslandschaft schon lange nicht mehr wegzudenken sind, feiern am 22. und 23. September auf Haus Borg gemeinsam Geburtstag: Das Kolping-Blasorchester (KBO) wird 40 Jahre alt, die Kolpingsfamilie feiert ihr 60-jähriges Bestehen, und den Spielmannszug gibt es sogar seit 70 Jahren. Grund genug, einmal in die Geschichte der Vereine zu blicken.

Es war im Herbst 1977, als der Vorstand der Kolpingsfamilie den Wunsch aus der Bevölkerung aufgriff, eine eigene Blaskapelle ins Leben zu rufen, die – neben dem Spielmannszug – beim Schützenfest und bei sonstigen Feiern für die Musik sorgen könnte. „Nach reiflicher Überlegung“, wie es in der von Karl-Heinz Droste erstellten Chronik heißt, lud der Vorstand im Dezember des Jahres zu einer Informationsveranstaltung ein. Die Resonanz war erfreulich.

Und so griffen 28 Rinkeroder im Alter von neun bis 50 Jahren erstmals am 13. Februar 1978 zu den meist neuen Instrumenten. Zum Einsatz kamen Trompeten, Posaunen und Hörner, mehrere Schlagzeuge sowie Klarinetten und Saxofone. Für die musikalische Ausbildung hatte man aufgrund persönlicher Kontakte Mitglieder des Heeresmusikcorps aus Münster gewinnen können. Auch einige Jagdhornbläser hatten sich der neuen Gruppe angeschlossen. Daneben gab es elf interessierte Rinkeroder auf einer Warteliste.

Finanziell beschwerlich

In finanzieller Hinsicht waren die Anfänge hingegen beschwerlich. Denn die Kolpingsfamilie übernahm nicht nur ein Drittel der Unterrichtskosten. Sie hatte außerdem ein Darlehen aufgenommen, um die Anschaffung der zahlreichen Instrumente in Höhe von 25 000 D-Mark vorübergehend zu tragen. Dies wurde zum Problem, als die Diözesanstelle des Kolpingwerkes in Münster die in Aussicht gestellten Zuschüsse doch nicht übernahm und die Stadt Drensteinfurt eine nachträgliche Gewährung von Zuschüssen ablehnte. Durch Aktionsveranstaltungen der Musiker sowie durch viele Spenden aus Reihen der Bürger wurde die missliche Situation jedoch erfolgreich gemeistert.

Im September 1979 wurde das Blasorchester zu einer eigenständigen Gruppe innerhalb der Kolpingsfamilie. Seinen ersten öffentlichen Auftritt hatte es im Mai 1980 bei der Einweihungsfeier des Pfarrzentrums. Und von der Darbietung des KBO gemeinsam mit dem Kolping-Kinderchor beim Weihnachts-Festgottesdienst waren die Besucher derart angetan, dass sie unüblicherweise spontan Beifall spendeten, erinnert die Chronik.

Nach Berlin und in die Schweiz

Bei zahlreichen weiteren Anlässen war das KBO fortan regelmäßig vertreten. Es spielte bei der Fronleichnamsprozession und beim Pfarrfest, bei Vereinsjubiläen und Schützenfesten. Meist besteht diese Tradition bis heute. Auch bei der Ucht am frühen Morgen des ersten Weihnachtstags gehört die musikalische Begleitung durch das KBO seit vielen Jahren dazu. Nach und nach fanden die Orchester-Auftritte nicht mehr nur in Rinkerode und in der näheren Umgebung statt. Konzertreisen führten auch nach Schleswig-Holstein, zur Berliner Bundesgartenschau sowie in die Schweiz.

Bereits innerhalb der ersten zehn Jahre seines Bestehens hatte sich das KBO einen Namen gemacht, so dass zum dreitägigen Geburtstagsfest 1988 laut Chronik weit mehr als 1000 Besucher kamen. Nach so viel Zuspruch wurden auch die folgenden Jubiläen ausgiebig begangen. Die Feier zum 25-jährigen Bestehen nennt die Chronik ein „Fest der Superlative“.

Fanclub gegründet

Die Begeisterung für das KBO ließ 30 Musikfreunde aus dem Davertdorf sowie aus Hiltrup im Dezember 1989 sogar einen Fanclub gründen. Auf diese Weise unterstützten sie das Orchester in ideeller ebenso wie in finanzieller Hinsicht.

Und das KBO stellte sich zunehmend professioneller auf: 1992 erhielten die Musiker bordeauxfarbene Jacken mit dem Rinkerode-Wappen am Revers, und auch ein Pkw-Anhänger für den Instrumententransport wurde angeschafft.

Zusätzlich zu den wöchentlichen Proben gibt es nun meist ein Mal im Jahr ein Probenwochenende außerhalb von Rinkerode. Aber auch ohne Instrumente fanden und finden immer wieder gemeinschaftliche Fahrten der Gruppe statt, „die nur funktionieren kann, wenn das Zusammengehörigkeitsgefühl immer wieder gefördert und gepflegt wird“, wie Karl-Heinz Droste es in der Chronik formuliert. So reiste man 1996 für vier Tage nach Paris, 2003 nach Prag und zwei Jahre später nach Berlin. Der jüngste Ausflug einiger Musiker führte im Juni nach Bochum zum Musical „Starlight Express“.

„Schnuppertag“

Außerdem ist das KBO offen für neue Mitstreiter. Ein Mal im Jahr veranstaltet es einen „Schnuppertag“, bei dem Kinder und Jugendliche die Instrumente kennenlernen und ausprobieren können. Sind sie interessiert, so erhalten sie KBO-intern eine musikalische Ausbildung, um dann im Vororchester und später im großen Ensemble zu spielen.

► Das KBO lädt am Samstag, 22. September, zum großen Konzert im Innenhof von Haus Borg ein. Die Besucher erwartet ein vielseitiges Programm. „Für jeden ist etwas dabei“, versprechen die Organisatoren. Beginn ist um 20 Uhr, der Eintritt frei.

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