Standort-Nummern an Ruhebänken
Im Notfall flott zu finden

Rinkerode -

Wer in der Münsterländer Parklandschaft unterwegs ist, kann bei einem Notfall zwar meist Hilfe per Handy anfordern, weiß dann aber oft nicht, wo genau er sich gerade befindet. Für den Außenbereich von Rinkerode hat der Heimatverein Abhilfe geschaffen – und seine Ruhebänke mit Standort-Nummern versehen.

Freitag, 21.09.2018, 14:28 Uhr
Veröffentlicht: Montag, 17.09.2018, 06:00 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Freitag, 21.09.2018, 14:28 Uhr
Ulrich Morick (Heimatverein, v.li.), Löschzugführer Christian Bruns, Heinz Buxtrup (Heimatverein), Lukas van der Stok („First Responder“) und Theo Schemmelmann (Heimatverein, mit Enkelin Paulina) haben dafür gesorgt, dass die Bänke im Außenbereich mit Standort-Nummern versehen wurden.
Ulrich Morick (Heimatverein, v.li.), Löschzugführer Christian Bruns, Heinz Buxtrup (Heimatverein), Lukas van der Stok („First Responder“) und Theo Schemmelmann (Heimatverein, mit Enkelin Paulina) haben dafür gesorgt, dass die Bänke im Außenbereich mit Standort-Nummern versehen wurden. Foto: Birte Moritz

Tagtäglich sind bei gutem Wetter zahlreiche Radfahrer und Wanderer in der Münsterländer Parklandschaft unterwegs. Fast alle haben heute ein Mobiltelefon dabei, können also im Notfall, etwa nach einem Sturz oder einem Schwächeanfall, den Rettungsdienst alarmieren.

Das Problem dabei: Häufig können die Hilfesuchenden der Leitstelle ihren genauen Standort nicht mitteilen. Sie befinden sich mitten im Grünen in einer Bauerschaft, wo schnell die Orientierung fehlt und nicht – wie im Ort – an jeder Ecke ein Straßenschild steht. Zwar sind die Mobilfunkanbieter verpflichtet, bei Notfall-Anrufen auch den Standort des Anrufers weiterzuleiten. Doch ist diese Information gerade in den außerörtlichen Bereichen eher ungenau. Und bis der Fall an die Polizei weitergeleitet ist, die eine Ortung durchführen darf, vergehen wertvolle Minuten.

Für den Außenbereich von Rinkerode hat der örtliche Heimatverein auf Initiative von Mitglied Ulrich Morick nun Abhilfe geschaffen. In enger Zusammenarbeit mit der Feuerwehr haben die Heimatfreunde auf allen 30 vereinseigenen Ruhebänken Schilder mit Standort-Nummern angebracht. Ergänzt wurden diese durch einen Hinweis auf die allgemeingültige Notrufnummer 112.

GPS-Koordinaten erfasst

Damit das System funktioniert, haben die Mitglieder unter Federführung von Heinz Buxtrup zunächst die Sitzgelegenheiten durchnummeriert und deren GPS-Koordinaten erfasst. Diese Daten haben sie an die Leitstelle des Kreises Warendorf weitergegeben, wo sie in die Alarmierungssoftware eingepflegt wurden. Im Anschluss griffen die Rinkeroder zum Werkzeug und brachten mit nicht-rostenden Schrauben die eigenfinanzierten Schilder an.

Der Rinkeroder Löschzugführer Christian Bruns sowie Lukas van der Stok von der „First-Responder“-Gruppe des Davertdorfes freuten sich über das Engagement des Heimatvereins. Zur Anschauung simulierten sie einen Notruf mit Angabe der Standortnummer einer Ruhebank. Es zeigte sich, dass das System funktioniert und der Notfall-Standort in Sekundenschnelle auf dem Navigationsgerät des Rettungsfahrzeugs eingeblendet wird.

Auch in einigen umliegenden Gemeinden gibt es bereits Notruf-Orientierungssysteme, etwa in Ascheberg, Lüdinghausen und Nordkirchen.

Im Winter eingelagert

Etwas ältere, witterungsanfällige Bänke des Heimatvereins werden über den Winter in der Scheune von Mitglied Willi Schlüter eingelagert, wo sich dieser mit einigen Vereinskollegen um deren Reparatur und Pflege kümmert. Damit das Notfall-System funktionsfähig bleibt, haben sie nun zusätzlich genau darauf zu achten, dass die Sitzgelegenheiten im Frühjahr wieder an ihre festgelegten Standorte kommen. Rund die Hälfte der Vereinsbänke besteht jedoch aus massivem Eichenholz, kann also draußen „überwintern“ – und möglicherweise Leben retten.

► Rinkeroder Vereine und Privatleute, die ebenfalls Ruhebänke aufgestellt haben und möchten, dass diese in das System aufgenommen werden, können sich an Heinz Buxtrup vom örtlichen Heimatverein wenden.

Anzeige
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6054422?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F106%2F127%2F
Preußen-Kapitän Schauerte im Interview: „Abstiegskampf ist fast zu wenig“
Julian Schauerte erwartet als Kapitän der Preußen eine Herkulesaufgabe in der Rückrunde.
Nachrichten-Ticker