Herbstkonzert des MGV
Thomas Klein setzt die Akzente

Drensteinfurt -

Gleich mehrere Protagonisten namens Klein hatte das Herbstkonzert des Männergesangvereins Drensteinfurt im Forum der Teamschule zu bieten.

Freitag, 12.10.2018, 15:32 Uhr
Veröffentlicht: Montag, 08.10.2018, 18:00 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Freitag, 12.10.2018, 15:32 Uhr
In ihren roten Jacketts gaben die Sänger des MGV Drensteinfurt auf der Bühne auch optisch ein gutes Bild ab. Das Programm des Herbstkonzerts bot für jeden Geschmack etwas: vom Schlager bis zur Oper.
In ihren roten Jacketts gaben die Sänger des MGV Drensteinfurt auf der Bühne auch optisch ein gutes Bild ab. Das Programm des Herbstkonzerts bot für jeden Geschmack etwas: vom Schlager bis zur Oper. Foto: Reinhard Baldauf

„Musik ist Trumpf.“ Josef Klein, Vorsitzender des Männergesangvereins Drensteinfurt 1910, hatte am Sonntagnachmittag nicht zu viel versprochen, als er zur besten Kaffeezeit die 270 Besucher des Herbstkonzertes in der Teamschule begrüßte. Vermutlich erinnerten sich die Älteren unter den Zuhörern noch an die gleichnamige ZDF-Musikrevue mit Peter Frankenfeld, die nach dessen Tod Harald Juhnke übernahm, mit der unverkennbaren Titelmelodie von Komponist Heinz Gietz.

So leicht und beschwingt präsentierten die MGV-Sänger auch das nächste Lied, das zur Hymne der Gastarbeiter und späteren Zuwanderer wurde: „Griechischer Wein“ des unvergessenen Udo Jürgens. Danach wechselte der Männerchor an die Adria und intonierte das „Chianti-Lied“ (1940) von Gerhard Winkler, der durch die drei Jahre später komponierten „Capri-Fischer“ zu einer Ikone der deutschen Schlagerszene der 1950-er Jahre wurde.

Anstelle von Thomas Módos, der den Chor sieben Jahre lang erfolgreich geleitet hatte, führte zum ersten Mal Thomas Klein den Dirigentenstab. Der 34-jährige Chorleiter aus Lünen, der an der Universität Dortmund ein Lehramtsstudium für Musik, katholische Theologe und Philosophie absolviert hat, setzte bei seinem Debüt gleich deutliche musikalische Akzente. Mit den drei weiteren Mitgliedern des Quartetts „Canto Puro“ – Meri Mlikotic, seiner Ehefrau Nicole Klein und Andreas Feilen – gestaltete er die zweite Hälfte des ersten Teils mit englischen Komponisten der Renaissancezeit wie John Dowland, Thomas Morley und John Bennet. Schöner als mit dem „Air“ aus der Suite D-Dur von Johann Sebastian Bach, das die Vier gesanglich modulierten, kann ein Programm nicht ausklingen.

Trumpf im Ärmel

Einen Trumpf hatte Josef Klein, in dessen Händen einmal mehr die Moderation lag, noch vor der Pause im Ärmel: Isabella Josch, Mutter von Nicole Klein, stellte sich als ausgewiesene Flötistin vor, die, begleitet von ihrer Tochter am Klavier, das Menuett vom Luigi Bocerini präsentierte.

Mit dem zweiten Teil stieg auch der Schwierigkeitsgrad für die wie immer rot berockten MGV-Sänger. Doch bevor gleich vier Opern auf dem Programm standen, bewies Josef Klein, unterstützt von Guido Närmann und Helmut Schlüter, Soloqualitäten mit einer Parodie auf Speichellecker und Kriecher als Arbeitskollegen. Dann ging es klassisch mit dem „Chor der Waffenschmiedegesellen“ aus Lortzings-Oper „Der Waffenschmied“, dem berühmten Gefangenenchor aus Verdis „Nabucco“, dem „Chor der älteren Pilger“ aus Wagners „Tannhäuser“ und dem „Jägerchor“ aus dem „Freischütz“ von Carl Maria von Weber weiter.

Französische Chansons

Von England wechselte „Canto Puro“ im zweiten Teil auf den Kontinent nach Frankreich, um dem Publikum zwei frühe Chansons aus dem 16. Jahrhundert von Pierre Attaingnant und Pierre Passerau vorzustellen. Vor allem Attaingnant (1494 bis 1552) war eine markante Persönlichkeit, die sich als Musikverleger, Buchhändler und Komponist einen Namen machte. Mit dem Song „Can‘t Buy Me Love“ von John Lennon und Paul McCartney verabschiedete sich „Canto Puro“ unter großem Beifall von der Bühne des Herbstkonzertes.

Nicht so Thomas Klein, der anschließend wieder sein Dirigat aufnahm und das als Henry-Maske-Hymne bekannt gewordene „Conquest Of Paradise“ mit dem Sängern anstimmte. Nach so viel Triumph und Siegerposen fiel der Abschied musikalisch mit den Liedern „Guter Mond“ und „Abendlied“ eher besinnlich aus. Und dann hatte auch Thomas Klein als Zu-Zugabe noch seinen Solo-Auftritt als Tenor mit dem Frühlingslied von Georg Kreislers „Tauben vergiften im Park“. Das Publikum lag ihm förmlich zu Füßen.

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