Versammlung der Bürgerschützen
„Ein fantastisches Schützenfest“

Drensteinfurt -

Eine umfangreiche Tagesordnung wartete am Samstag auf die Mitglieder des Bürgerschützenvereins. Unter anderem wurde eine Beitragserhöhung beschlossen.

Freitag, 09.11.2018, 14:06 Uhr
Veröffentlicht: Sonntag, 04.11.2018, 23:57 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Freitag, 09.11.2018, 14:06 Uhr
Der Vorstand des Bürgerschützenvereins „St. Johannes“ zeigte sich mit dem Verlauf des Jubiläumsjahres überaus zufrieden.
Der Vorstand des Bürgerschützenvereins „St. Johannes“ zeigte sich mit dem Verlauf des Jubiläumsjahres überaus zufrieden. Foto: Simon Beckmann

Lange wird es nicht mehr dauern, dann ist das Jahr 2018 wieder Geschichte. Viele Stewwerter und vor allem zahlreiche Schützenbrüder werden dieses Jahr aber nicht so schnell vergessen, schließlich standen vor wenigen Monaten die Feierlichkeiten anlässlich des 425-jährigen Bestehens des Bürgerschützen „St. Johannes“ an. Während der Generalversammlung am Samstag in der Gaststätte „La Piccola“ blickte Vorsitzender Theo Scharbaum auf die Vielzahl an Veranstaltungen zurück. Zudem wurde positiv für eine Beitragserhöhung abgestimmt und es gab die eine oder andere Änderung im Vorstand.

Nach acht Jahren als Adjutant trat Reinhard Heinze aus beruflichen Gründen von seinem Posten ab. „Ich habe das immer gerne gemacht. Aber auf mich warten neue Aufgaben“, erklärte der König von 2016, der auf eine lange „Karriere“ bei den Bürgerschützen zurückblicken kann. Seit 1993 im Verein, war er von 1996 bis 2006 Fahnenoffizier. Danach übernahm er für drei Jahre die Aufgabe des zweiten Schriftführers, bevor er Adjutant wurde. „Du kannst auf eine lange und interessante Zeit zurückblicken. Ganz herzlichen Dank für deine geleistete Arbeit und dein Engagement“, verabschiedete Scharbaum seinen nun ehemaligen Mitstreiter unter stehenden Ovationen aller im Saal Anwesenden. Als Nachfolger wählten die rund 90 Schützen den bisherigen Schriftführer Andreas Schröter in das Amt. Dementsprechend musste auch ein neuer „Schreiberling“ her. Für diese Aufgabe schenkten die Schützen Volker Neve – bisher seit einem Jahr als „z.b.V.“ tätig gewesen – ihr Vertrauen. Die beiden neuen „z.b.V.“ – neben Neve schied Dieter Zimmermann aus persönlichen Gründen aus – sind Fabian Hoffschuld und Timo Lammersmann.

Ansonsten bleibt im Vorstand alles beim Alten: Sowohl der zweite Vorsitzende Hermann Weber junior als auch der erste Kassierer Karsten Lohmann, Oberst Hugo Billermann, Hauptmann Frank Tendahl und Unteroffizier Thorsten Tegtmeier wurden einstimmig wieder in ihre Ämter gewählt. Zudem wurde der Vertreter der Fahne, Holger Notz, von der Versammlung bestätigt. Der neue Kassenprüfer ist Elmar Topp. Eine Änderung gab es auch bei der Beerdigungsfahne: Hier gab Egon Wittler aus gesundheitlichen Gründen nach 15 Jahren im Amt und 293 Beerdigungen seinen Posten als Fahnenträger an Reinhold Hüls weiter.

Bei der im Raum stehenden Beitragsanpassung entwickelte sich eine kurze Diskussion. Bis zum Mai 2018 hatten die Schützen neben dem Beitrag in Höhe von 20 Euro auch seit 2014 jährlich einen Jubiläumsbeitrag in Höhe von fünf Euro bezahlen müssen. Der Vorstand schlug vor, diesen Beitrag nun zu halten, weil der Verein ansonsten auf Dauer negative Jahresabschlüsse erzielen könnte. „Wir müssen in die Zukunft schauen. Und wenn wir eine gewisse Qualität – beispielsweise bei den musikalischen Gruppen – beibehalten wollen, ist die Erhöhung nun zwingend notwendig“, bemerkte Theo Scharbaum. Ebenso führte der Vorsitzende die Argumente an, dass die Kosten kontinuierlich steigen würden und der Verein eine gewisse Liquidität benötige, um in Vorleistung treten zu können.

Danach erklärte er, was man für 25 Euro bekommt: Neben dem freien Eintritt beim Festball am Samstagabend gebe es zwei Generalversammlungen mit Freibier. Zudem unterstütze man mit dem Jahresbeitrag den Zuschuss des Königs vom Verein. „Die wichtigsten Aspekte sind aber das Gemeinschaftsgefühl und eine Menge Spaß“, bemerkte Scharbaum. Im Anschluss meldeten sich mehrere Schützen, die eine Erhöhung auf 30 Euro vorschlugen. „Wer 200 Euro auf dem Schützenfest versaufen kann, kann auch fünf Euro mehr im Jahr bezahlen“, hieß es. Ein anderer betonte, dass 25 Euro zu knapp seien, schließlich reiche der Betrag nur um bei plus minus Null zu landen. „Es tut uns nicht weh, wenn wir den Beitrag um fünf Euro erhöhen“, meinte ein weiterer. Als Gegenargument wurde vorgebracht, dass der Schritt vielleicht zu groß sein könnte und die Folge zu viele Mitgliederaustritte sein würden. Alternativ – so der Vorschlag eines Schützen – könnte jeder ein weiteres Mitglied werben. Bei der sich anschließenden Abstimmung votierten die Schützen erst mit einer Mehrheit für eine grundsätzlich Erhöhung des Beitrags und legten letzteren danach auf 30 Euro fest.

Beim Rückblick auf die Jubiläumsfeierlichkeiten bedankte sich Scharbaum noch einmal für die zahlreichen helfenden Hände, ohne die das alles gar nicht möglich gewesen wäre. Er erinnerte ebenso an den Königsschuss von Frank Tendahl, der am 15. Juni um 22.33 Uhr sich zum Regenten gemacht hatte. „Spannender kann man so einen Wettkampf kaum gestalten. Das merkte man auch daran, dass erst nach deinem Schuss der Run auf die Toiletten begann“, berichtete der Vorsitzende. „Das war ein fantastisches Schützenfest“, zog auch der amtierende Regent eine kurze Bilanz. „Meine Frau und ich haben das tierisch genossen und sind total stolz, euer Königspaar sein zu dürfen“, bedankte sich Tendahl für die tolle Unterstützung.

Ein Kritikpunkt zum Schützenfest wurde aber noch laut. Denn die Bewirtung der Gäste am Samstagabend hätte – so ein Schütze – nicht funktioniert und sei eine „totale Katastrophe“ gewesen. „Das wissen wir, und wir haben auch schon mit dem Festwirt gesprochen, dass wir das nicht noch einmal sehen wollen“, betonte Scharbaum. Der Vorstand sei nämlich durchaus gewillt, dem Festwirt noch eine Chance zu geben. „Er hat an anderer Stelle bewiesen, dass er das eigentlich kann und die Dinge, die nicht funktioniert haben, sind alle abstellbar“, erklärte er.

Nach der Übergabe des Königstellers wurden ebenso noch 16 neue Mitglieder in den nun 680 Personen starken Verein aufgenommen. Zudem wies Scharbaum darauf hin, dass aufgrund der Marktplatzsanierung das Maibaumaufstellen in 2019 entfallen wird.

Abschließend verhandelte Günter Neuer, der beim Schützenfest den Königsorden von 2004 gefunden hatte, mit dem damaligen Regenten Thomas Kröger über eine adäquate Menge an Freibier als Ersatz, „um den fahrlässig verlorenen Orden“ seinem Besitzer zurückzugeben. Kröger versprach der Versammlung 50 Liter Bier – und hatte danach seinen Orden wieder.

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