„Neues vom Büchermarkt“
29 Empfehlungen im Gepäck

Rinkerode -

Es war ihr nunmehr elfter Besuch im Rinkeroder Pfarrzentrum. Und wieder waren dutzende Literatur-Liebhaber der Einladung zu einem Abend mit Kritikerin Sybil Gräfin Schönfeldt gefolgt. Und die hatte viel zu erzählen.

Freitag, 09.11.2018, 14:06 Uhr
Veröffentlicht: Mittwoch, 07.11.2018, 22:00 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Freitag, 09.11.2018, 14:06 Uhr
91 Jahre alt, aber immer noch bestens informiert über den aktuellen Büchermarkt: Literaturkritikerin Sybil Gräfin Schönfeldt war bereits zum elften Mal zu Gast im Rinkeroder Pfarrzentrum.
91 Jahre alt, aber immer noch bestens informiert über den aktuellen Büchermarkt: Literaturkritikerin Sybil Gräfin Schönfeldt war bereits zum elften Mal zu Gast im Rinkeroder Pfarrzentrum. Foto: Birte Moritz

Gut 70 Literatur-Liebhaber lauschten am Dienstagabend im Pfarrzentrum den Ausführungen der Journalistin, Buchautorin und Übersetzerin Sybil Gräfin Schönfeldt, die zum nunmehr elften Mal „Neues vom Büchermarkt“ präsentierte. Zu der Veranstaltung eingeladen hatten das Aktuelle Forum der Pfarrgemeinde St. Regina und die Familienbildungsstätte ( FBS) Ahlen, in Kooperation mit der Drensteinfurter „Bücherecke“.

„Sie hat eine richtige Fangemeinde hier. Viele Zuhörer sagten mir, sie freuten sich außerordentlich, dass Gräfin Schönfeldt wieder in Rinkerode ist“, so Lars Koenig, Leiter der FBS.

Pfarrer em. Clemens Röer zeigte sich nach seiner humorvollen Begrüßung erfreut darüber, dass in diesem Jahr Georgien Gastland der Frankfurter Buchmesse war. Schließlich hatte er vor wenigen Wochen an der Gemeindefahrt in dieses sowie das Nachbarland Armenien teilgenommen. Und so gab Röer auch selbst eine Buchempfehlung. In „Das Birnenfeld“ von Nana Ekvtimishvili gehe es um die Umwälzungen der 1990-er Jahre.

In charmanter Manier

Dann begann Gräfin Schönfeldt mit der Vorstellung von nicht weniger als 29 Büchern – und dies in gewohnt launig-charmanter Manier und ohne Manuskript. „Ich verreiße hier kein Buch. Dafür ist mir die Zeit zu schade.“ Sie habe nur Empfehlungen mitgebracht.

Da in diesem Jahr kein Literatur-Nobelpreis verliehen wurde, kam die promovierte Germanistin als erstes auf den mit dem Deutschen Buchpreis 2018 ausgezeichneten Roman „Archipel“ von Inger-Maria Mahlke zu sprechen. Von Aleida und Jan Assmann, die den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels erhalten hatten, stellte sie das Werk „Menschenrechte und Menschenpflichten“ vor. Und aus Georgien empfahl sie „Die georgische Tafel“ von Nana Ansari. Das Buch sei „eine Schatztruhe auch für Vegetarier“.

Viel gut Lesbares

„Es gibt in diesem Jahr eine ganze Reihe von gut lesbaren Unterhaltungsromanen“, erklärte die 91-jährige Kritikerin und stellte die der Autoren Isabell Allende, Elsa Ferrante und Jane Gardam vor. Ebenso hatte sie drei Bücher mitgebracht, in denen Umweltthemen behandelt werden. So schreibt die aus Ahlen stammende Ulla Lachauer „Von Bienen und Menschen“. Und in „Unverfrorene Freunde“ stellt der Pinguinforscher Klemens Pütz seine Beobachtungen in der Antarktis vor. „Ein nachdenklich stimmendes Buch“, so Gräfin Schönfeldt.

In „Jena 1800“ von Peter Neumann geht es um die Literatur, die um die Stadt herum in dieser Zeit entstanden ist und um „die Keimzelle der deutschen Geisteswissenschaft“, erklärte die in Hamburg lebende Journalistin. Zudem hatte sie Karina Urbachs Werk über „Queen Victoria“ mitgebracht und auch Peter Pranges Buch über „Eine Familie in Deutschland“ in der Zeit von 1933 bis 1939. „Ich finde, dieser Autor wird immer besser“, so Gräfin Schönfeldt.

Vergangenheit und Zukunft

Neben Werken, die die Vergangenheit thematisieren, stellte die Kritikerin mit „Erhebungen“ auch ein Gegenwartsthema vor. In dem Buch von Natasha Stagg gehe es um Selbstinszenierungen im Internet. Und in die mögliche Zukunft ging es mit dem Science-Fiction-Roman von Christina Dalcher.

Außerdem empfahl die Kritikerin die „amüsanten und lehrreichen Geschichten“ im Buch von Andreas Englisch, der so schnell spreche, dass man gar nicht alles verstehe. „In ‚Mein Rom‘ können Sie alles in Ruhe lesen“, fügte sie lächelnd an.

Ausnahmsweise stellte Gräfin Schönfeldt auch zwei Kochbücher vor. Und das von ihr selbst verfasste „Kochbuch für die kleine alte Frau“, das Pfarrer Röer anfangs vorgestellt hatte, ließen sich viele Besucher zum Schluss von ihr signieren.

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