Bundesfreiwilligendienst
Mittendrin im Schulalltag

Rinkerode/Albersloh -

„Lehrer – ist das der richtige Beruf für mich?“: Janna Marschalleck und Ole Spiegelberg waren sich da nicht ganz sicher. Deswegen absolvieren sie den Bundesfreiwilligendienst in der Rinkeroder Grundschule. Und das hat ihnen schon nach kurzer Zeit erste Erkenntnisse gebracht.

Samstag, 10.11.2018, 07:00 Uhr
Veröffentlicht: Samstag, 10.11.2018, 07:00 Uhr
Ole Spiegelberg und Janna Marschalleck leisten ihren Bundesfreiwilligendienst in der Grundschule.
Ole Spiegelberg und Janna Marschalleck leisten ihren Bundesfreiwilligendienst in der Grundschule.

„Lehrer – ist das der richtige Beruf für mich?“: Das haben sich Janna Marschalleck und Ole Spiegelberg gefragt, als es darum ging, welchen Weg sie nach dem Abitur einschlagen wollen. So richtig sicher waren sich beide noch nicht. Die zweiwöchigen Praktika während der Schulzeit haben nur bedingt geholfen. „In einer so kurzen Zeit erfährt man kaum etwas über den Beruf. Da bleibt man meistens in der Beobachterposition“, blickt der 19-jährige Ole zurück. Der Bundesfreiwilligendienst (BFD) aber sei eine gute Möglichkeit, wirklich in den Alltag hineinzuschnuppern, ergänzt die 18-jährige Janna.

Seit Beginn des Schuljahres unterstützen beide das Lehrer-Team an der Rinkeroder Grundschule. Der Albersloher ist in den ersten, die Münsteranerin in den zweiten Klassen im Einsatz. Dort begleiten sie vormittags den Mathe- und Deutsch-Unterricht. Die „Bufdis“ beantworten Fragen der Kinder oder vertiefen mit ihnen das Gelernte in einem Nebenraum anhand zusätzlicher Übungen. „Dabei überlegt man: Wie kann ich eine solche Übung für die Kinder spannend gestalten? Sie darf weder zu einfach, noch zu schwierig sein. Und das Kind soll selbstständig zum Ergebnis kommen“, beschreibt Janna die Herausforderung.

Nach dem Mittagessen helfen die „Bufdis“ zunächst in der Hausaufgabenbetreuung und nachmittags in der OGS. Dabei kann es schon mal etwas lauter zugehen als noch im Unterricht. „Der Lärmpegel ist etwas stressig, gerade, wenn die Gruppen größer sind“, gibt Janna zu.

Irgendwelche Linien

Von 8 bis 16 Uhr dauert ein solcher Arbeitstag. Die Anfangszeit sei dabei nicht ganz einfach gewesen. „Die Kinder kannten uns noch nicht. Und man muss sich selbst erst einmal klar machen: Für uns sind A und B ganz normale Buchstaben – für die Erstklässler sind das nur irgendwelche Linien“, sagt Ole Spiegelberg. Zwar hatten beide im Abi Erziehungswissenschaften beziehungsweise Pädagogik als Leistungskurse, „aber da lernt man fast ausschließlich die Theorie. Die Fallbeispiele kommen zu kurz. Gerade deshalb ist dieses praktische Jahr so wichtig für mich“, meint Janna Marschalleck.

Sie ist durch eine Freundin auf die Möglichkeit aufmerksam gemacht worden, den Bundesfreiwilligendienst an der Grundschule zu absolvieren. Ole hatte sich über die offizielle BFD-Homepage informiert. Nach der schriftlichen Bewerbung stand ein Kennenlerngespräch mit Schulleiterin Jutta Nienhaus auf dem Programm. Und mittlerweile, nach gut zwei Monaten, fühlen sich beide an der Schule richtig wohl – und dürfen immer mehr Verantwortung übernehmen. „Auch das Team ist toll. Mir macht die Arbeit viel Spaß“, sagt Ole.

Die Balance finden

Wenn er durch die Flure läuft, rufen die Kinder „Hey Ole!“ und wollen mit ihm abklatschen. „Manchmal ist es schwierig, die richtige Balance zwischen Spielkamerad und Autoritätsperson zu finden“, bewertet der Albersloher seinen Stand bei den Kids. Für Janna war es anfangs nicht ganz einfach, in Konfliktsituationen richtig zu reagieren. Doch auch dann ist das Lehrer-Team stets ansprechbar und hilft, wenn die „Bufdis“ einmal keine Lösung wissen.

Solche Themen werden auch in den insgesamt vier einwöchigen Seminaren behandelt, die Janna und Ole in Bad Oeynhausen besuchen. Dort kommen Bufdis aus ganz NRW zusammen – etwa 120 sind es in diesem Jahr –, um die Theorie zu vertiefen und sich auszutauschen. „Die Truppe ist bunt zusammengewürfelt. Manche absolvieren ihren BFD im Krankenhaus, andere in der Verwaltung“, findet Ole den Kontakt bereichernd.

Beide denken, mit dem einjährigen Bundesfreiwilligendienst die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Janna möchte wahrscheinlich Germanistik auf Lehramt studieren. Und auch Ole kann sich vorstellen, später als Lehrer zu arbeiten. Ihnen hat der BFD bei der Berufswahl auf jeden Fall geholfen.

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