Simon Horstkötter war ein Jahr lang in Südamerika
Wo Vollmilch reiner Luxus ist . . .

Rinkerode -

Ein Jahr hat Simon Horstkötter im Rahmen eines Freiwilligendienstes in Paraguay und Peru verbracht. Obwohl er zunächst Bedenken hatte, wie er einräumt. Andererseits hatte er den Leistungskurs Spanisch belegt und somit sprachlich schon einmal gute Voraussetzungen.

Donnerstag, 06.12.2018, 23:56 Uhr aktualisiert: 07.12.2018, 15:48 Uhr
Ein Jahr lang hat der Rinkeroder Simon Horstkötter in sozialen Projekten in Südamerika gearbeitet. Unter anderem betreute er die Besucher des Jugendzentrums der Stadt Lima.
Ein Jahr lang hat der Rinkeroder Simon Horstkötter in sozialen Projekten in Südamerika gearbeitet. Unter anderem betreute er die Besucher des Jugendzentrums der Stadt Lima. Foto: Simon Horstkötter

Ein ganzes Jahr voller Erlebnisse und Erfahrungen in Südamerika liegt hinter dem Rinkeroder Simon Horstkötter. Denn er hat einen Freiwilligendienst in Paraguay und Peru absolviert.

Als die Hiltruper Missionsschwestern („MSC-Welthaus“) sich damals in seiner Schule, dem dortigen Kardinal-von-Galen-Gymnasium, als Entsendeorganisation sowie die Möglichkeiten eines Auslandseinsatzes vorgestellt hatten, hatte er zunächst Bedenken: für ein ganzes Jahr weg in eine fremde Kultur, dazu die Arbeit mit Kindern aus schwierigen Verhältnissen? Andererseits hatte er den Leistungskurs Spanisch belegt und somit sprachlich schon einmal gute Voraussetzungen. Der Abiturient hat das Auslandsjahr gewagt – und nicht bereut. „Ich habe sehr viel Spaß an der Arbeit dort gehabt.“

In Paraguay hat Simon Horstkötter in der Hauptstadt Asuncion in einem Kinderheim für Jungen gearbeitet. Auch gewohnt hat er auf dem Gelände. Er hat die Kinder bei den Hausaufgaben unterstützt und Angebote zur Freizeitgestaltung gemacht. Weil in der Einrichtung jedoch die Organisation sowie Kommunikation hinsichtlich der Aufgaben für ihn auch nach längerer Zeit nicht zufriedenstellend war, entschied sich der Rinkeroder schließlich, den Dienst dort zu beenden. Er konnte aber ins Land Peru wechseln und seinen Dienst fortsetzen. Im Nachhinein sei er dankbar, dass er dadurch gleich zwei Länder näher kennenlernen konnte, so Horstkötter.

Im Andenstaat Peru trat er seinen Dienst in der Hauptstadt Lima an. Jeden Morgen ging es für ihn ins Büro eines Gesundheitszentrums, wo er unter anderem mit Übersetzungen betraut war. Und an den Nachmittagen war er in einem Jugendzentrum aktiv. Dort half er Kindern der ersten bis sechsten Klasse bei ihren Hausaufgaben, aber spielte auch mit ihnen Kicker und Tischtennis. Zusätzlich gab er an zwei Abenden pro Woche Englischunterricht in der „Casa de la Mujer“, einer Bildungs- und Beratungseinrichtung für Frauen. Durchaus eine Herausforderung, erinnert sich Horstkötter. Denn es war eine altersgemischte Gruppe mit Erwachsenen und Kindern sowie einem unterschiedlichen Kenntnisstand.

Doch trotz der vielen Tätigkeiten blieb ihm auch viel Zeit fürs Reisen. Und als seine Familie ihn besuchen kam, ging es gemeinsam zur historischen Inkastadt Machu Picchu.

Vieles sei in Paraguay und Peru anders als hier, beschreibt der Rinkeroder. So haben in Lima zahlreiche Häuser kein Dach. Denn die Besitzer müssen dann weniger Steuern zahlen und haben außerdem die Option, eine Etage aufzustocken. Da es in der Region kaum regnet, ist es möglich, so zu wohnen. Die problematische Trockenheit in Lima hat sich auch optisch in einem grauen Stadtteil mit wenig Pflanzen bemerkbar gemacht – ganz anders als im Münsterland also. „Von daher habe ich es sehr genossen, wenn ich mal aus der Stadt raus in die Natur kam“, schildert Simon Horstkötter von der zehn Millionen Einwohner zählenden Metropolregion, wo er in einer WG lebte. Auch gibt es kaum Bushaltestellen, denn wer mitfahren will, winkt den fahrenden Bus einfach heran. Viele Leute betreiben einen Miniladen direkt am Wohnhaus, um ein kleines (Zusatz-) Einkommen zu erwirtschaften, hat der Freiwilligendienstler zudem beobachtet. Gegessen wird viel Maniok anstelle von Kartoffeln. Und er erinnert sich gerne an die Mangoernte, bei der er in Paraguay geholfen hat.

Aber auch die sozialen Probleme der beiden Länder haben ihn beschäftigt. „Die Schere zwischen arm und reich geht immer weiter auseinander“, so seine Einschätzung. Die staatlichen Schulen seien nicht gut. Wer es sich leisten kann, schicke seine Kinder daher in Privatschulen. Milchprodukte seien sehr teuer, Vollmilch geradezu ein Luxus. Und wegen der Kriminalität sollte man abends nicht überall alleine auf die Straße gehen.

Trotz der Probleme: „Die Leute dort sind sehr feierfreudig“, hat Simon Horstkötter nicht erst festgestellt, als zu seinem Geburtstag eine Party für ihn ausgerichtet wurde.

Rückblickend meint er zu seinem Freiwilligendienst: „Man braucht eine gewisse Portion an Offenheit. Außerdem Interesse, sich mit anderen Kulturen zu befassen und die Sprache zu lernen.“ Gute Voraussetzungen auch für das Lehramts-Sprachstudium, das Simon Horstkötter nun aufgenommen hat. Seine Fächer sind Italienisch und natürlich Spanisch.

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