Brieffreundschaften für den guten Zweck
„Echter Kontakt“ für die gute Sache

Drensteinfurt -

Seit etwa drei Jahren vermittelt Soledad Berghoff ihren Sprachschülern sogenannte „compañeros virtuales“, Brieffreunde aus ihrer südamerikanischen Heimat. Etwa 30 Brieffreundschaften wurden bereits geschlossen. Die „Vermittlungsgebühren“ spendete Berghoff nun für den guten Zweck

Donnerstag, 17.01.2019, 23:55 Uhr
María Soledad Berghoff übergibt die Spende an die Leiterin der Organisation „Soles“.
María Soledad Berghoff übergibt die Spende an die Leiterin der Organisation „Soles“. Foto: Berghoff

Ihrer Familie im argentinischen Córdoba hat María Soledad Berghoff über die Feiertage einen Besuch abgestattet. Gleichzeitig hatte die Inhaberin der Spanisch-Sprachschule „Pasos“ aber noch einen weiteren „Auftrag“ im Gepäck: eine Spendenübergabe, die ihr sehr am Herzen lag.

Seit etwa drei Jahren vermittelt Soledad Berghoff ihren Sprachschülern sogenannte „compañeros virtuales“, Brieffreunde aus ihrer südamerikanischen Heimat. „Denn es ist beim Erlernen einer Sprache wichtig, so viel echten Kontakt wie möglich zu haben“, weiß sie. Was theoretisch im Unterricht gepaukt wird, soll auch praktisch angewendet werden. Das sei schriftlich sogar noch etwas einfacher als im direkten Gespräch, so Soledad Berghoff, denn die Schüler hätten Zeit, sich Formulierungen zu überlegen.

So kam sie vor einiger Zeit auf die Idee mit den „compañeros virtuales“, die sie alle aus ihrem Familien- und Bekanntenkreis „rekrutiert“ hat. „Die Argentinier sind für so etwas immer offen und sehr begeisterungsfähig“, erzählt die Drensteinfurterin lachend, dass sie aus einem großen Pool an Interessierten schöpfen kann. Etwa 30 Brieffreundschaften hat sie schon vermittelt. „Die Persönlichkeiten, die Interessen müssen zueinander passen“, findet sie. „Erst dann kann eine Bindung entstehen.“ Der Kontakt bereichere ihre Schüler nicht nur sprachlich, sondern auch kulturell. Und in einigen Fälle seien sogar richtige Freundschaften daraus entstanden.

In den Vermittlungsprozess und in die Vorbereitung der „compañeros virtuales“ auf ihre Aufgabe steckt María Soledad Berghoff viel Zeit und Arbeit. Deshalb nimmt sie für die Vermittlung eine einmalige Gebühr. Die behält sie jedoch nicht für sich, das Geld wird gespendet. Etwa 800 Euro konnte Soledad Berghoff schon für den guten Zweck übergeben.

Im Vorjahr ging eine Summe an eine Familie mit mehreren Kindern, eins davon schwer krank. Der Kontakt war über einen der „compañeros“ zustande gekommen. „Sie brauchten das Geld für Medikamente“, erzählt Soledad Berghoff. Zudem sei es der Familie durch die Spende möglich gewesen, die Kloake, die sich in einem Nebenraum des Wohnzimmers befand, leeren zu lassen. „Leider ist das Kind mittlerweile gestorben“, berichtet die Argentinierin mit Tränen in den Augen.

Und trotzdem sei jede Hilfe weiter willkommen, denn in ihrer Heimat lebten viele Menschen in Armut, so María Soledad Berghoff. Aus diesem Grund ging die aktuelle Spende an die Organisation „Soles“, die krebskranke Kinder aus armen Verhältnissen in Córdoba unterstützt – ebenfalls die Idee eines der „compañeros“. Zur Behandlung der kranken Kinder in den örtlichen Krankenhäusern müssten viele Familien weite Anreisen in Kauf nehmen. „Soles“ bietet ihnen während dieser schwierigen Zeit nicht nur eine Unterkunft in Klinik-Nähe, sondern auch Beratung und Beistand. Derzeit, so berichtet die Spanischlehrerin, sei die Organisation dabei, ein neues Gebäude zu bauen. „Das alte ist eng, hat keine Klimaanlage und nur einen winzigen Garten.“ Die Spende aus Deutschland war deshalb sehr willkommen.

Für María Soledad Berghoff lassen sich auf diese Weise zwei Dinge kombinieren: „Ich kann meine Schüler noch besser zum Lernen motivieren, und wir tun gemeinsam etwas Gutes.“

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