„Bewerbungscamp“ der Teamschule
Outfit-Check und Eignungstest

Drensteinfurt -

Eine anstrengende, aber abwechslungs- und vor allem erfolgreiche Woche liegt hinter den Neuntklässlern der Teamschule. Denn beim jüngsten „Bewerbungscamp“ ging es nicht nur um die Theorie, sondern auch um die Praxis. Dazu wurde unter anderem das Hotel Krautkrämer besucht.

Dienstag, 19.02.2019, 23:55 Uhr aktualisiert: 20.02.2019, 00:00 Uhr
Die anstrengende Projektwoche hatte auch überaus angenehme Seiten. So durften zwölf Teilnehmer des „Bewerbungscamps“ im Hiltruper Hotel Krautkrämer gemeinsam mit Berufskoordinatorin Claudia Schemmelmann (2. li.) am gedeckten Frühstückstisch Platz nehmen.
Die anstrengende Projektwoche hatte auch überaus angenehme Seiten. So durften zwölf Teilnehmer des „Bewerbungscamps“ im Hiltruper Hotel Krautkrämer gemeinsam mit Berufskoordinatorin Claudia Schemmelmann (2. li.) am gedeckten Frühstückstisch Platz nehmen. Foto: Teamschule

Erfolgreich – aber anstrengend: So lautete das Fazit der Neuntklässler der Teamschule nach dem einwöchigen „Bewerbungscamp“. Und das hatte es auch dieses Mal durchaus „in sich“.

Los ging es mit einer gemeinsamen Auftaktveranstaltung, in der die Schüler auch das 32-seitige Begleitheft erhielten, das sie in der Folge zu bearbeiten hatten. Nach einem Fotoshooting mit einem professionellen Fotografen stand zunächst ein „Kompetenzcheck“ auf dem Programm. „Dieser lieferte mit den bisherigen Erfahrungen aus den bereits geleisteten Praktika Vorschläge für neue Berufsbilder und diente als Grundlage für ein Beratungsgespräch mit Martina Sengbusch von der Agentur für Arbeit“, berichtet Claudia Schemmelmann , die das „Bewerbungscamp“ erneut koordiniert und organisiert hatte.

Dann war schließlich ein wenig Recherchearbeit gefragt, galt es doch, Firmen mit den passenden Ausbildungsplatzangeboten zu finden, bevor die erste Bewerbungsmappe zusammengestellt wurde. „Parallel hatten die Schüler reale Eignungstests zu schreiben und Benimmregeln zu lernen“, so Schemmelmann. „Als Zusatzangebot wurde ein Workshop ,Vorstellungsgespräche‘ angeboten, in dem die Schüler zu typischen Fragen ihr Verhalten analysieren und gegenseitig spiegeln und diskutieren konnten, um die Nervosität für das am Folgetag anstehende und von Experten geführte Vorstellungsgespräch zu minimieren.“

Für die Vorstellungsgespräche hatten sich zuvor 28 aktive und ehemalige Profis aus unterschiedlichen Branchen zur Verfügung gestellt. Und um die rund 30-minütige Vorstellungsrunde so authentisch wie möglich zu gestalten, hatten sich die insgesamt 110 Schüler entsprechend zu kleiden und sich im Vorfeld einem „Outfit-Check“ zu unterziehen. „Es ist schon erstaunlich, wie sich die Schüler in ihrem Verhalten ändern, wenn sie sich mal schick machen und in feinen Sachen zur Schule kommen“, gab eine Lehrerin preis, die die Schüler normalerweise in ganz anderen Outfits kennt.

„Die Kleidungswahl, der Gesprächsverlauf und das Verhalten im Vorstellungsgespräch wurden direkt im Anschluss von beiden Seiten reflektiert und besprochen. Die so gewonnen Erkenntnisse konnten in einem weiteren Vorstellungsgespräch geübt und gefestigt werden“, berichtet Organisatorin Claudia Schemmelmann. Danach mussten die zwischenzeitlich durchgesehenen Bewerbungen erneut korrigiert und eine zweite Bewerbung für einen Alternativberuf verfasst werden. Zudem standen zwei weitere Eignungstests an. „Überdies wurden Zeugnisse und Bescheinigungen gescannt und mit allen Unterlagen auf dem schülereigenen USB-Stick gespeichert, damit diese Unterlagen im Falle der immer häufiger werdenden, fast standardmäßig vorkommenden Online-Bewerbung vorliegen“, so Schemmelmann. „Für einen persönlichen Erstkontakt wurde zusätzlich ein ,Bewerbungsflyer‘ mit den wichtigsten persönlichen Eckdaten verfasst. Dieser kann als unverbindliche Visitenkarte an interessante Unternehmen verteilt werden.

Nach so viel Theorie kam aber auch die Praxis nicht zu kurz. Je nach Interesse besuchten die Neuntklässler das Ausbildungszentrum der Bauindustrie oder die St.-Barbara-Klinik in Hamm, das Unternehmen BASF oder das Seehotel Krautkrämer in Hiltrup, die Stadtverwaltung oder die „Wellness-Oase“ in Drensteinfurt sowie die Firma „WF Maschinenbau und Blechformtechnik“ oder die „VEKA AG“ in Sendenhorst.

„Wir haben einen eigenen alkoholfreien Cocktail in einer echten Bar selbst mixen dürfen“, berichtete ein Projektteilnehmer, der das Hotel Krautkrämer besucht hatte. „Die Schüler hatten neben dem Spaß aber auch noch Betten zu machen. Außerdem durften sie sich die Küche mit den angrenzenden Kühlräumen sowie die ehemalige hauseigene Metzgerei und Bäckerei ansehen. Insgesamt waren sie sehr interessiert, haben zahlreiche Fragen gestellt und hatten sogar Interesse geäußert, ein freiwilliges Praktikum dort zu absolvieren“, erklärt Claudia Schemmelmann. Am Freitag endete die Woche zur Berufsorientierung mit der Evaluation und Reflexion des Projekts und den noch zu erledigenden Restarbeiten.

„Bereits jetzt kann festgehalten werden, dass die Schüler und Lehrer der Schule das Projekt durchweg als sinnvoll und überaus wichtig empfanden und eine Fortführung wünschen. Diese Meldungen kamen auch aus den Personalerteams, die von den Schüler begeistert waren und deren Bemühungen lobten“, lautet das Fazit der Koordinatorin. Einen besonderen Dank richten die Schulleitung und die Organisatorin an die Ehrenamtlichen und Unterstützenden, ohne die dieses Projekt nicht hätte stattfinden können. „Dieser Dank gilt auch den acht Unternehmen, die die Schüler empfangen und in das Betriebsgeschehen haben eintauchen lassen“, so Schemmelmann.

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