Zwei Freunde sammeln Pfandflaschen für den guten Zweck
Die Route wird nicht verraten

Drensteinfurt -

Das Ziel von 100 Euro haben sie bereits geschafft. Trotzdem sammeln Franco Berghoff und Emil Kunz munter weiter, wollen sie mit dem Pfanderlös des gefundenen Leergutes doch arme Kinder unterstützen.

Donnerstag, 14.03.2019, 07:00 Uhr
Franco Berghoff und Emil Kunz haben seit dem Sommer mehr als 850 Pfandbehälter gesammelt. Das Geld wollen sie spenden.
Franco Berghoff und Emil Kunz haben seit dem Sommer mehr als 850 Pfandbehälter gesammelt. Das Geld wollen sie spenden. Foto: Evering/dpa

Mit einer Cola-Flasche hat alles angefangen. Die hatte Franco Berghoff irgendwo auf einem Spielplatz gefunden, im Supermarkt abgegeben und dafür 25 Cent kassiert. Schnell reifte bei dem Neunjährigen und seinem Kumpel Emil Kunz der Gedanke, gezielt nach weggeworfenen Pfandflaschen zu suchen – und damit sogar gleich in doppelter Hinsicht etwas für den guten Zweck zu tun. Denn nicht nur die Umwelt wird so sauberer, das eingetauschte Geld wollen die beiden Grundschüler zudem für arme Kinder spenden.

Doch der Reihe nach. Im vergangenen Sommer haben Franco und Emil mit ihrem Projekt begonnen. Denn: „Die ganze Natur ist voller Plastikflaschen“, zeigt Franco wenig Verständnis dafür, dass einige Menschen ihren Müll einfach achtlos in der Landschaft entsorgen. Und das, obwohl die leeren Flaschen ja immer noch einen Wert haben. Dass es für die weggeworfenen Flaschen Geld gibt, und gar nicht mal so wenig, das hatten die beiden Freunde schnell raus.

Ob bei strömendem Regen wie in diesen Tagen oder bei mehr als 30 Grad wie im zurückliegenden Sommer: Bei jedem Wetter machen die Jungs sich seitdem auf die Suche. „Mama, wir gehen Flaschen sammeln“, so schalle es beinahe täglich durchs Haus, erzählt Francos Mutter Maria Soledad Berghoff. „Immer, wenn den Jungs langweilig ist, gehen sie los.“

Und das ist seit dem Sommer an vielen, vielen Tagen passiert. Besonders oft am Wochenende. „Denn dann wird viel gefeiert“, weiß Emil, dass anschließend wieder einiges an Sammelgut auf sie warten wird. Zu Fuß oder mit dem Fahrrad sind sie dann in der Stadt unterwegs, haben Tüten, Körbe und Fahrradtaschen dabei, in denen sie ihre Beute verstauen. Einmal auch einen Bollerwagen. „Der war am Ende bis oben hin voll mit Flaschen“, berichten die Jungs.

Von Emils Vater sind sie extra mit Gummi-Handschuhen ausgestattet worden. Und kürzlich hatten die Freunde ein ganz besonderes Erfolgserlebnis. Sechs Stunden am Stück haben sie gesammelt – und kamen am Ende mit Flaschen im Wert von 14,13 Euro im Supermarkt an. Rekord. „Dort an der Kasse kennt man uns schon“, sagt Franco und schmunzelt.

Ihre genaue Route wollen Franco und Emil, die beim Sammeln manchmal von einigen Freunden unterstützt werden, nicht verraten. Schließlich verfolgen sie ein bestimmtes Ziel, für das jede einzelne Flasche wichtig ist: Sie wollen mit dem Geld armen Kindern helfen. „Ich habe mit meinen Eltern die Nachrichten im Fernsehen geschaut und gesehen, dass es vielen Kindern in der Welt nicht so gut geht wie uns“, berichtet der achtjährige Emil. Ausschlaggebend für die Idee, das Pfandgeld zu spenden, sei aber auch, das müssen die beiden Freunde lachend zugeben, ein kleiner Streit darüber gewesen, wer denn am Ende wie viel von dem Geld behalten darf. Die Lösung: Keiner kriegt etwas. Stattdessen sollen andere profitieren.

100 Euro, das war die „magische Grenze“, die die beiden Freunde erreichten wollten. Mittlerweile haben sie diese Marke sogar schon geknackt. Rund 125 Euro in Zwei-Euro-Münzen, sicher verwahrt in einem großen Einmachglas, liegen in Francos Schrank. „Und den kann man abschließen“, hat der Neunjährige überdies für Sicherheit gesorgt. Umgerechnet mehr als 850 Glas- und Plastikflaschen haben sie also bereits aus der Natur geholt. Manchmal müssen sie sich dafür richtig ins Zeug legen. „Auf der anderen Seite eines Baches lagen ganz viele Flaschen“, erzählt Franco. Über einen kleinen Damm aus Ästen und Schlamm sind die Schüler dorthin balanciert. „Das gab nasse Füße.“ Aber am Ende eben auch wieder ein paar Euro mehr für den guten Zweck.

Für welche Initiative sie das Geld am Ende spenden wollen, darüber müssen sich die Kids noch Gedanken machen. Ein bisschen Zeit haben sie noch. Denn mindestens bis zu Francos Geburtstag im Juni, vielleicht sogar bis zu Emils im August wollen sie weitersammeln. Vielleicht knacken sie ja sogar die 200-Euro-Marke.

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