Baugebiet „Mondscheinweg“
Flugschneise für nächtliche Jäger

Drensteinfurt -

Über ein Jahr ist es her, dass der Rat die Aufstellung des Bebauungsplanes „1.43 Mondscheinweg“ beschlossen hat. Am Montag nun steht das künftige, rund 13 Hektar große Baugebiet zwischen Riether Straße und Konrad-Adenau-Straße erneut auf der Tagesordnung des Bauausschusses.

Donnerstag, 14.03.2019, 23:58 Uhr aktualisiert: 15.03.2019, 00:00 Uhr
Eine nahe Bebauung entlang des Siedlungsbestands an der Riether Straße soll aus Artenschutzgründen ausgeschlossen werden. Stattdessen ist ein acht Meter breiter Gehölzkorridor vorgesehen, der vor allem der Zwergfledermaus als Flugschneise zu ihren Jagdgebieten dienen soll.
Eine nahe Bebauung entlang des Siedlungsbestands an der Riether Straße soll aus Artenschutzgründen ausgeschlossen werden. Stattdessen ist ein acht Meter breiter Gehölzkorridor vorgesehen, der vor allem der Zwergfledermaus als Flugschneise zu ihren Jagdgebieten dienen soll. Foto: Dietmar Jeschke / dpa

Sie sind überaus schnell und für das menschliche Ohr lautlos unterwegs. Und das vor allem an warmen Sommerabenden, wenn mit einbrechender Dunkelheit die nächtliche Jagd beginnt. Die Rede ist von Breitflügelfledermaus, „Großem Abendsegler“ und Zwergfledermaus. Exoten? Nein, denn auch, wenn sie wohl viele Menschen in der Stadt noch nie gesehen haben dürften, handelt es sich doch nachgewiesener Maßen um einheimische Bewohner. Das bestätigt zumindest das umfangreiche Artenschutzgutachten zum künftigen Baugebiet „Mondscheinweg“, das am kommenden Montagabend ein Punkt der umfangreichen Tagesordnung in der Sitzung des Bauausschusses sein wird.

Wie die Diplom-Biologin Shirley Wendt in ihrem Bericht mitteilt, wurde das künftige Baugebiet bereits im Sommer 2016 umfassend auf Fledermausvorkommen untersucht. Das Ergebnis der Ultraschalluntersuchungen: Von insgesamt acht in Frage kommenden Arten wurden eben genau die drei oben genannten dezidiert nachgewiesen. Allen voran die Zwergfledermaus die, so Wendt, in größerer Zahl aus dem nördlichen Siedlungsbereich entlang der Riether Straße kommend den Randbereich des künftigen Baugebiets überflog, um so in Richtung Rieth auf nächtliche Insektenjagd zu gehen. An zwei Häusern an der Riether Straße konnte die Biologin zudem Fledermausquartiere entdecken.

„Der entlang der nördlichen Grenze der Planfläche verlaufende Flugkorridor wird von Zwerg- und Breitflügelfledermäusen genutzt,

um von ihren Quartieren im Siedlungsgebiet von Drensteinfurt zu ihren Jagdhabitaten zu gelangen“, fasst Shirley Wendt zusammen. „Der Korridor verläuft entlang der Grenze zwischen Ackerfläche und den Gärten der Wohnhäuser an der Riether Straße.“ Und um diesen Flugkorridor auch künftig zu sichern, soll, so die Biologin, bereits vor der Umsetzung des Bauvorhabens am Mondscheinweg eine „linienhafte Struktur entlang der Gärten geschaffen werden, die dauerhaft erhalten bleibt und den Fledermäusen als Orientierungshilfe dienen kann.“ Konkret schlägt Wendt die Pflanzung einer Hecke oder Baumreihe von mindestens drei Metern Höhe entlang der künftigen Grenzlinie zwischen Altbebauung und Neubaugebiet vor.

Eine Forderung, die die Verwaltung im neuen Entwurf des Bebauungsplanes „Mondscheinweg“ aufgegriffen hat. Konkret ist nun geplant, im nördlichen, an die Gärten der an der Riether Straße gelegenen Häuser angrenzenden Bereich eine acht Meter breite Fläche für „Maßnahmen zum Schutz, zur Pflege und zur Entwicklung von Natur und Landschaft“ festzusetzen, ist der Beschlussvorlage zu entnehmen. Aufgrund der dazu notwendigen Flächenverschiebungen in Richtung Süden sollen sich dem künftigen Gehölzstreifen nun Einzel- und Doppelhäuser – und keine Mehrfamilienhäuser – anschließen. Damit begegnet die Verwaltung auch einigen, im Zuge der Planoffenlegung geäußerten Anwohnerbedenken. Denn: „Durch den nun deutlich vergrößerten Abstand und die Höhenbegrenzung auf 9,50 Meter beziehungsweise 10,50 Meter ist eine Verschattung der nördlich angrenzenden Bestandsgebäude ausgeschlossen“, schildert die Verwaltung.

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