Flachdächer
Grün oder nicht ?

Drensteinfurt -

Sollten die für den Mehrfamilienhausbau im Areal „Mondscheinweg“ favorisierten Flachdachgebäude verpflichtend begrünt werden, oder nicht? Darüber diskutierte am Montagabend der Bauausschuss.

Mittwoch, 20.03.2019, 15:00 Uhr
Das Natur-Kinder-Haus ist bislang eines der wenigen Objekte in der Stadt, dessen relativ flaches Dach begrünt ist. Geht es nach den Grünen, soll eine Bepflanzung auf ähnlichen Dächern im Baugebiet „Mondscheinweg“ verpflichtend werden.
Das Natur-Kinder-Haus ist bislang eines der wenigen Objekte in der Stadt, dessen relativ flaches Dach begrünt ist. Geht es nach den Grünen, soll eine Bepflanzung auf ähnlichen Dächern im Baugebiet „Mondscheinweg“ verpflichtend werden. Foto: Dietmar Jeschke

Der Nachfragedruck ist riesig. Das machte auch Bürgermeister Carsten Grawunder in der Sitzung des Bauausschuss noch einmal explizit deutlich. Entsprechend sieht der Entwurf des Gebiets „Mondscheinweg“ auf rund einem Drittel der Fläche keine Einfamilien- und Doppelhäuser, sondern Reihen- und Mehrfamilienhäuser vor, die künftig modernen, aber eben auch bezahlbaren Wohnraum bieten sollen. Und das vor allem in bislang vor Ort eher selten anzutreffender Form – nämlich als Flachdachgebäude.

Die nämlich, erklärte Stadtplaner Roger Loh, lägen angesichts der raumtechnischen Vorteile durchaus im Trend. Und wenn die entsprechenden Dachflächen dann auch noch begrünt sind, erfüllen sie nicht nur einen praktischen, sondern auch noch einen ökologischen Zweck. Denn schließlich, erläuterte Bauamtsleiter Christoph Britten , bieten Pflanzen auf dem Dach nicht nur einen Lebensraum für Insekten. Sie sorgen auch dafür, dass der Regen nur zu einem äußert geringen Teil in der Kanalisation landet. „50 Prozent verdunstet direkt wieder“, so Britten. Was sich übrigens auch im Portemonnaie niederschlägt. Denn Eigentümer von begrünten Flachdächern zahlen nur 30 Prozent der üblichen Regenwassergebühr.

Wenn wir nicht jetzt anfangen, wann dann?

Stefan Gengenbacher

Zahlreiche Vorteile also – aber reichen sie auch aus, um das „grüne Flachdach“ am Mondscheinweg zur Pflicht zu machen? „Ja“, sagen die Grünen. „Wenn wir nicht jetzt anfangen, wann dann?“, fragte Ausschussmitglied Stefan Gengenbacher, der auf zahlreiche gelungene Beispiele in Großstädten verwies, in denen das Prinzip einwandfrei funktioniere. Bedenken äußerte hingegen die CDU. „Ich hatte im vergangenen Sommer schon Schwierigkeiten, meinen Garten grün zu halten“, formulierte Ausschussvorsitzender Heinz-Josef Voss seine Bedenken bezüglich der Überlebensfähigkeit von Dachpflanzen während anhaltender Dürrephasen. „Ich finde die Idee gut“, erklärte SPD-Fraktionsvorsitzender Ingo Stude. „Aber es verpflichtend zu machen, damit tue ich mich schwer. Gerade wenn es darum geht, günstigen Wohnraum zu schaffen.“

Thema vertagt

Um das – so CDU-Ratsmitglied Markus Wiewel – „noch nicht ausdiskutierte Thema“ noch einmal eingehend zu erläutern, soll es in einer der nächsten Sitzungen noch einmal auf den Tisch kommen. Dann mit weiteren Informationen, vor allem zu den Kosten und zum Pflegeaufwand, den begrünte Flachdächer für die Bewohner mit sich bringen.

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