Projekt der Marga-Kamphus-Stiftung
Tagespflege: Umbau des maroden Gebäudes soll weitergehen

Drensteinfurt -

Eine Tagespflege für Demenzkranke soll im ehemaligen Hotel „Zur Post“ entstehen. Doch seit Monaten stockt die Renovierung des unter Denkmalschutz stehenden, aber einsturzgefährdeten Gebäudes. Jetzt äußert sich die Marga-Kamphus-Stiftung, wie es an der Mühlenstraße weitergehen soll.

Donnerstag, 04.04.2019, 06:00 Uhr
Der Umbau des maroden Gebäudes im Schatten der St.-Regina-Kirche stockt seit Monaten.
Der Umbau des maroden Gebäudes im Schatten der St.-Regina-Kirche stockt seit Monaten. Foto: Dietmar Jeschke

Aus dem ehemaligen Hotel „Zur Post“ an der Mühlenstraße soll eine Tagespflegeeinrichtung für Demenzkranke und Senioren werden. Doch seit eben dieser Ankündigung der Marga-Kamphus-Stiftung im Jahr 2017 hat sich kaum etwas getan. Zumindest nicht sichtbar. Und viele Bürger fragen sich, wie es weitergeht mit dem Gebäude – und mit dem Projekt.

Zur Erinnerung: Beim Freilegen des Fachwerks war aufgefallen, dass einige der historischen Holzbalken morsch sind. Tragende Vertikalständer fehlten ganz. Das Gebäude ist einsturzgefährdet. Seit Anfang 2018 gilt ein Baustopp ( WN berichteten).

Im Hintergrund ist die Stiftung weiter aktiv. Doch auf dem Weg zur hoffentlich bald schmucken Einrichtung sind ihr schon zahlreiche Steine in den Weg gelegt worden. Dennoch versichern Elke Willecke und Dr. Birgit Salomon vom Vorstand: „Das Projekt ist nicht auf Eis gelegt, es geht weiter.“

Grünen-Ratsfrau Waltraud Angenendt hatte in der Sitzung am Montagabend frustriert nachgefragt: „Wird gewartet, bis das Haus von selbst zusammenfällt? Das ist mittlerweile ein richtiger Schandfleck.“ Die Stadtverwaltung jedoch hatte keine Kenntnis vom Fortschritt des privaten Bauvorhabens. Nun gibt Birgit Salomon auf Anfrage zu: „Wir haben mehr als ein Mal darüber nachgedacht, das Projekt zurückzugeben.“ Das vergangene Jahr sei bestimmt gewesen von Katastrophen.  

Kosten stiegen immer weiter

„Immer, wenn ein Stein hochgehoben wurde, lauerte darunter das nächste Drama“, erinnert sie sich. Die Folge: „Die Kosten stiegen in die Höhe.“ Dann sei irgendwann die Frage aufgekommen, ob das viele Geld für die Renovierung der Stiftung überhaupt zugemutet werden könne. „Es ist ja nicht unser Zweck, ein Denkmal zu renovieren“, gibt sie zu. Daraufhin sei sie Anfang Februar bei der Bezirksregierung Münster vorstellig geworden, um sich rückzuversichern, dass die Gelder – viele haben schon für das Projekt gespendet – auch dafür verwendet werden dürfen. Die oberste Aufsichtsbehörde der Stiftung gab ihr Einverständnis, weil, so Salomon, am Ende der Zweck, Senioren und Demenzkranke in einer Tagespflege zu betreuen, erfüllt wird.

Das Problem sei der Zustand des Gebäudes, der viel schlechter sei, als vermutet. Ein Sachverständiger habe ihr erklärt: „Es ist völlig unverständlich, wie man so unprofessionell arbeiten kann. Das hat schon dramatische Ausmaße.“ In solchen Momenten, das gibt die Ärztin unumwunden zu, denke sie oft: „Hätten wir geahnt, was alles auf uns zukommt – wir hätten es nicht gemacht.“

Termin noch vor Ostern

Noch vor Ostern soll nun ein Termin mit dem Architekten und dem auf Denkmäler spezialisierten Sachverständigen stattfinden, bei dem das weitere Vorgehen abgesteckt werden soll. Dann würden auch Firmen gesucht, die sich mit Denkmalschutz auskennen.

Fest steht: „Wir machen weiter.“ Warum? „Wir haben noch immer die Hoffnung, dass wir unser Vorhaben realisieren können“, so Salomon, die sich gerne an die Anfänge erinnert: „Wir waren euphorisch und haben in diesem tollen Gebäude sofort eine Tagespflege gesehen.“ Dann fügt sie noch hinzu: „Wir wünschen uns eine solche Einrichtung für Drensteinfurt.“

Im Moment sind Elke Willecke und Dr. Birgit Salomon vorsichtig optimistisch. „Wenn es losgeht, werden wir die Öffentlichkeit mit einer Art ‚Baustellentagebuch‘, ähnlich wie es beim Marktplatz praktiziert wird, über den Fortschritt informieren“, verspricht sie.

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