Ehrenamtlicher Einsatz der Lotsen
Sie sorgen für Sicherheit auf dem Schulweg

Rinkerode -

Die Rinkeroder Lotsen-Gruppe gibt es schon seit mehr als 20 Jahren. Bei Wind und Wetter stehen die Verkehrshelfer jeden Morgen parat, um für Sicherheit auf dem Weg zur Grundschule zu sorgen. Einige Lotsen sind ganz frisch, andere schon seit vielen Jahren mit von der Partie.

Freitag, 05.04.2019, 20:00 Uhr aktualisiert: 12.04.2019, 12:22 Uhr
Die Rinkeroder Lotsen sind jeden Morgen im Einsatz, damit die Mädchen und Jungen sicher zur Schule kommen. Gerade am Bahnübergang, so Susanne Koch, komme es manchmal zu unübersichtlichen Situationen.
Die Rinkeroder Lotsen sind jeden Morgen im Einsatz, damit die Mädchen und Jungen sicher zur Schule kommen. Gerade am Bahnübergang, so Susanne Koch, komme es manchmal zu unübersichtlichen Situationen. Foto: Birte Moritz

Erfreuliche Zahlen konnte die Unfallkasse NRW in ihrer kürzlich veröffentlichten Statistik hinsichtlich des vergangenen Jahres vermelden: Erstmals seit 2015 ist die Zahl der besonders schlimmen Schulwegs-Unfälle im Bundesland zurückgegangen (siehe Info-Kasten). Dennoch steht außer Frage: Verkehrssicherheit und -erziehung müssen ein Dauerthema bleiben.

Das wird auch im Stadtgebiet Drensteinfurt so gesehen. Daher ist ein Besuch der Polizei bei den Erstklässlern aller Grundschulen obligatorisch. In Theorie und Praxis üben die Beamten mit den Kindern das richtige Verhalten im Straßenverkehr, etwa das gefahrlose Überqueren einer Straße. Darüber hinaus gibt es private Initiativen wie die eines Lastwagenfahrers, der vergangenes Jahr mit Hilfe seines Dienstfahrzeugs Walstedder Grundschülern die Gefahren des „toten Winkels“ veranschaulicht hatte. Und es gibt die Lotsen.

In Rinkerode, wo viele Kinder den Weg zur Grundschule zu Fuß zurücklegen, stehen allmorgendlich drei Erwachsene als Lotsen parat, um die Jungen und Mädchen beim sicheren Überqueren der Straße zu unterstützen. Bereits seit 1996 gibt es diese Gruppe.

Leuchtend gelbe Warnwesten

„Es wird immer schlimmer“, sind sich Helmut Melzer und Alexa Lenze, die an diesem Morgen mit leuchtend gelben Warnwesten sowie mit Anhaltekellen an der Alten Dorfstraße in Höhe der Einmündungen Dartmanns Kamp und Haverland stehen und dort rund 60 Kinder erwarten, einig. Der jeden Morgen durchs Davertdorf rollende Verkehr habe im Laufe der Jahre zugenommen, so ihr Eindruck. Zu den zahlreichen Rinkerodern, die zur Arbeit außerhalb des Dorfes aufbrechen, kommt noch der Durchgangsverkehr.

Zwar ist an besagter Stelle eine Mittelinsel als Querungshilfe vorhanden, doch aufgrund des Verkehrsstroms sei es für die ganz jungen Verkehrsteilnehmer schwierig abzuschätzen, wann sie gefahrlos auf die Straße treten können und ob ein nahendes Auto abbremst, erklären die beiden Verkehrshelfer. Die Dunkelheit im Winter ist ein weiterer Faktor. Wenn die Schüler am Mittag den Heimweg antreten, ist es dagegen weitaus ruhiger im Dorf, so dass die Lotsen nicht im Einsatz sind.

Melzer und Lenze sind Teil des Teams von aktuell 18 Erwachsenen, die zumeist ein Mal pro Woche verlässlich als Schülerlotsen aktiv sind. Sie tun diesen Dienst ehrenamtlich, bei Wind und Wetter. Noch dazu: Kaum einer von ihnen hat derzeit eigene Kinder oder Enkel in der Rinkeroder Grundschule. Doch „man bekommt auch etwas zurück“, sagt Lenze. Etwa, wenn Kinder sich bedanken. Oder wenn sie kurz stehen bleiben und erzählen, was sie gerade beschäftigt.

Koordinatorin des Teams

Margret und Helmut Melzer sind vor einigen Jahren als Lotsen aktiv geworden als sie hörten, dass dringend neue Leute für diese Aufgabe gesucht werden. Seit Anfang 2017 ist Margret Melzer nun Koordinatorin des Teams, als Nachfolgerin von Alexa Lenze. Wenn ein Lotse krank wird, meldet er sich bei ihr, und sie telefoniert nach Ersatz. Zudem hält sie den Kontakt zur Schulleitung.

Seit einem dreiviertel Jahr ist auch Dagmar Bordasch Teil der Gruppe. Sie sei in Rente, könne aber wegen ihres jungen Hundes kein mehrstündiges Engagement übernehmen, erklärt sie. Da sei diese Aufgabe passend für sie. Außerdem wohne sie um die Ecke.

Die „dienstälteste“ Lotsin ist Susanne Koch . Im nunmehr 15. Jahr ist sie ein Mal wöchentlich an der Albersloher Straße für ein gutes Dutzend Schulkinder im Einsatz. Mit dem dortigen Bahnübergang, dem nur schmalen Fußgängerstreifen neben der Fahrbahn über die Schienen sowie mit den Querstraßen Pröbstingweg und Kirchbreede bestehe dort eine heikle Verkehrssituation. Problematisch werde es oft, meint Koch, wenn sich die Schranken öffnen, die Autos anfahren, die Schüler in Richtung Schule laufen wollen und ihnen hektische Bahnpendler entgegen kommen, die noch schnell den eingefahrenen Zug erreichen wollen. „Dann warte ich mit den Kindern kurz ab, bis sich die Situation etwas entspannt hat“, so die Lotsin.

Ehrenamtliches Engagement

Koch begann ihren Dienst 2004, als ihr Sohn eingeschult wurde. Was motiviert sie, bis heute als Lotsin aktiv zu sein? „Die Sicherheit der Kinder natürlich!“, steht für sie dieses Engagement außer Frage. Zudem habe sie sich schon immer irgendwo ehrenamtlich eingebracht, erklärt Koch, die in der Siedlung aufgewachsen ist und die Familien ihrer Schützlinge kennt.

► Immer kurz vor den Sommerferien werden alle Lotsen von der Rinkeroder Grundschule zum gemeinsamen Kaffeetrinken eingeladen. Dann ist Zeit zum weiteren Kennenlernen, zum Austausch – und Zeit, Dankeschön zu sagen für diesen wichtigen ehrenamtlichen Einsatz.

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