Ausstellung von Peter Paul Berg eröffnet
„Den Faden rein und klar“

Drensteinfurt -

Dort, wo normaler Weise die Politik tagt und gelegentlich Folk-Konzert stattfinden, erwartet die Besucher derzeit eine besondere Installation des Künstlers Peter Paul Berg.

Dienstag, 02.04.2019, 13:00 Uhr
Rund 220 farbige Fäden füllen derzeit den großen Sitzungssaal der Alten Post. Gemeinsam mit Ulfried Weingarten, Bürgermeister Carsten Grawunder sowie Christa Heistermann vom Kunst- und Kulturverein wurde die Installation von Peter Paul Berg (v. re.) am Sonntagmorgen eröffnet.
Rund 220 farbige Fäden füllen derzeit den großen Sitzungssaal der Alten Post. Gemeinsam mit Ulfried Weingarten, Bürgermeister Carsten Grawunder sowie Christa Heistermann vom Kunst- und Kulturverein wurde die Installation von Peter Paul Berg (v. re.) am Sonntagmorgen eröffnet. Foto: -hat-

„Das ist eine Hängepartie.“ Bei dieser Beschreibung lächelt Peter Paul Berg . Der Raum, in dem sonst der Rat tagt und Konzerte und Vorträge stattfinden, wird in der Mitte vollständig von einer Installation aus etwa 220 farbigen Wollfäden eingenommen, die sich wie eine Riesenschaukel ausnimmt. Anfassen – und betreten sowieso – ist verboten.

Begrüßt wurden die zahlreichen Besucher am Sonntagmorgen von ungewohnten Klängen. Ross Parfitt , Audiologe und Komponist aus Münster, stellte seine vier Kofferradios auf Empfang, die ein minutenlanges Rauschen als Grundton abgaben. Die Irritation der Zuhörer war Programm.

Nach der kurzen Begrüßung durch den Hausherrn, Bürgermeister Carsten Grawunder, stellte Christa Heistermann als Vorsitzende des Kunst- und Kulturvereins den Künstler vor, der erst Deutsch und Kunstwissenschaft in Münster studierte, danach die Kunst für sich entdeckte und von 1988 bis 1996 ein Studium an der Kunstakademie bei Ludmilla von Arsieniew und Jochen Zellmann anschloss. Ein Spätberufener also, dessen Kunst Ulfried Weingarten anschließend zunächst beschrieb. Die zehn Meter langen und in einer Höhe von 3,50 Meter gespannten Fäden bilden eine nach oben offene Parabel. Aus dem Alltag kenne man eher die Form einer Parabel eher als Kurve, die ein in die Luft geworfener Ball beschreibe, der aber von der Schwerkraft nach unten falle. Diese Parabel mit den durchhängenden Wollfäden öffne sich nach oben ins Unendliche.

Eine ganz wesentliche Rolle komme dem Licht und seinem Einfall zu, das die Rauminstallation und ihre Wahrnehmung ständig verändere: Mal als sehr dominant im Raum und mal sehr filigran und durchscheinend. Nicht zuletzt lasse sich die Installation auch als Zeichnung im Raum begreifen, denn die einzelnen Fäden wirken wie grafische Linien.

Das Schusswort hatte Ross Parfitt: Der Schlagwerker lotete das Klangvolumnen zwei seiner Instrumente aus und stellte die Hörgewohnheiten seiner Zuhörer auf die Probe. Nicht jeder hielt die Schallwellen und die sich entwickelnden Obertöne gut aus. Für Peter Paul Berg war es in jedem Fall ein Mehrwert, der seine Installation „den Faden rein und klar“ ergänzte. Der Ausstellungstitel ist übrigens eine Zeile aus dem Gedicht „Die Spinnerin“ des Romantikers Clemens von Brentano.

► Die Ausstellung von Peter Paul Berg ist bis zum 21. April jeweils donnerstags bis samstags von 16 bis 18, sowie sonntags von 11 bis 18 Uhr zu sehen.

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