Blühstreifen: Landwirte machen mit
Blumenwiesen statt Ackerflächen

Rinkerode -

Zum ersten Mal beteiligt sich der Landwirtschaftliche Ortsverein Rinkerode am Projekt „Blühendes Band durchs Münsterland“. Dabei stellen Landwirte Teile ihrer Ackerflächen zur Verfügung, um auf diesen eine Mischung verschiedener Blumensamen einzusäen. Das Projekt dient dem Klima- und Artenschutz.

Donnerstag, 25.04.2019, 06:00 Uhr aktualisiert: 25.04.2019, 15:48 Uhr
Christian Schulze Othmerding (re.) und Martin Holtkamp bei der Einsaat.
Christian Schulze Othmerding (re.) und Martin Holtkamp bei der Einsaat. Foto: Schulze Othmerding

Bienen, Hummeln, Schmetterlinge und viele andere Insekten spielen für den Erhalt der Artenvielfalt von Wildpflanzen, aber auch bei der Bestäubung von Kulturpflanzen wie Obst und Raps eine wichtige Rolle. Jedoch fehlt es vielerorts zunehmend an blühenden Flächen.

Um dem entgegenzuwirken, haben der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband (WLV) und die Stiftung Westfälische Kulturlandschaft vergangenes Jahr gemeinsam die Aktion „Blühendes Band durchs Münsterland“ ins Leben gerufen. In diesem Jahr beteiligt sich auch der Landwirtschaftliche Ortsverein (LOV) Rinkerode daran. Am vergangenen Samstag hat Landwirt Martin Holtkamp, der jüngst schon mit seiner Idee der „Wiesenpaten“ einen Anstoß für mehr Artenschutz gegeben hatte (WN berichteten), das Saatgut ausgebracht.

Dieses ist dem LOV kostenfrei von der Stiftung zur Verfügung gestellt worden. Es besteht laut dessen Vorsitzendem Christian Schulze Othmerding unter anderem aus Buchweizen-, Sonnenblumen- und Ringelblumen-Samen. Der Bio-Anteil liege bei knapp 77 Prozent. Auf den Aufruf des LOV, der auf die Aktion bei einer Veranstaltung des WLV-Kreisverbandes aufmerksam geworden war, hätten sich sehr viele der knapp 70 Mitglieder gemeldet. „Die Nachfrage war am Ende höher als die Menge des Saatguts, das uns zur Verfügung stand“, sagt Schulze Othmerding.

85 Kilometer zurückgelegt

Sechs Hektar im gesamten Stadtgebiet seien zur Verfügung gestellt worden, davon zwei von insgesamt acht Landwirten aus Rinkerode. Holtkamp habe einen ganzen Tag für die Einsaat in den Bauerschaften rund um das Davertdorf gebraucht und dabei 85 Kilometer zurückgelegt, berichtet der LOV-Vorsitzende. Um ihren Teil zum Klima- und Artenschutz beizutragen, verzichteten die Landwirte auf einen Teil ihrer Ernte.

Weil das Projekt so gut angenommen worden sei, will der LOV Rinkerode es auch im kommenden Jahr weiterführen. Christian Schulze Othmerding hofft, dass dann noch mehr Saatgut zur Verfügung steht, damit sich auch wirklich alle LOV-Mitglieder beteiligen können. Jetzt hoffen die Bauern nur noch auf Regen, damit die Saat auch aufgeht.

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