An der Grenze von Mersch zu Herbern
Pläne für 176 Meter hohes Windrad

Mersch/Herbern -

Erst vor Kurzem hat das Verwaltungsgericht Arnsberg entschieden, dass an der Grenze von Ameke zu Hamm keine neuen Windräder gebaut werden dürfen. Der Grund: Der Standort liegt in der Nähe des Drehfunkfeuers Albersloh. Dennoch hat ein Projektentwickler aus Wiesbaden nun Pläne für Mersch.

Freitag, 26.04.2019, 08:00 Uhr
Der rote Stern kennzeichnet den geplanten Standort der Windenergieanlage inmitten der orangefarbenen Konzentrationszone, die in der Nähe der Gemeindegrenze zu Ascheberg liegt.
Der rote Stern kennzeichnet den geplanten Standort der Windenergieanlage inmitten der orangefarbenen Konzentrationszone, die in der Nähe der Gemeindegrenze zu Ascheberg liegt. Foto: ABO Wind

„ABO Wind“, eine Firma mit Sitz in Wiesbaden, plant die Errichtung und den Betrieb einer Windenergieanlage (WEA) auf Drensteinfurter Gebiet. Das Areal sei Teil der Konzentrationszone Nummer VII, die im Flächennutzungsplan der Stadt Drensteinfurt vom Februar 2018 ausgewiesen wurde, heißt es in einer Pressemitteilung des Unternehmens.

Die insgesamt rund 176 Meter hohe Anlage soll laut online verfügbarer Karte an der Grenze zwischen Mersch und Herbern, südlich der L 671 und westlich der K 21, entstehen. „Der Windpark würde so viel Strom produzieren, wie rund 3100 Haushalte verbrauchen. Das vermeidet den jährlichen Ausstoß von mehr als 8200 Tonnen Kohlendioxid“, teilt „ABO Wind“ weiter mit.

Die Ankündigung des Unternehmens kommt gut eine Woche nach dem „Aus“ der Arnsberger Verwaltungsrichter für zwei Windkraftanlagen an der Grenze zur Stadt Hamm (WN berichteten). Wie die beiden Windräder, die die Gesellschaft „Windenergie Ameke Hölter“ am Kurricker Berg bauen wollte, liegt der geplante Standort in Mersch innerhalb des 15-Kilometer-Radius‘ um das Drehfunkfeuer Albersloh. Die Flugsicherer haben also auch bei diesem Vorhaben ein Vetorecht.

Antworten für jeden Einzelfall

„Das wissen wir natürlich. Um eine Aussage zu bekommen, ob an der Stelle ein Windrad möglich ist, müssen wir aber einen Antrag einreichen. Die Flugsicherung gibt immer nur im Einzelfall eine Antwort“, erklärt Dr. Daniel Duben , Projektleiter Kommunikation bei „ABO Wind“. Bei der Windkraft gebe es keine Planung, ohne dass man ein Risiko eingehe, am Ende nicht bauen zu dürfen. Duben verweist darauf, dass die Anlage mit einer Nabenhöhe von 110 Metern nicht zu den Größten gehören werde. Deswegen habe man auch nicht darauf verzichtet, an der Stelle, gut elf Kilometer vom Drehfunkfeuer entfernt, weiterzuplanen.

Auf einer Internetseite informiert der Projektentwickler über den aktuellen Planungsstand, gibt Hintergrundinformationen und antwortet auf gängige Fragen. „Wir befinden uns noch in einer relativ frühen Planungsphase“, sagt Projektleiter Michael Lohmann. „Trotzdem möchten wir mit der Website schon jetzt informieren und für Rückfragen erreichbar sein.“

Artenschutzrechtliche Untersuchungen

Derzeit führen unabhängige Fachleute die notwendigen natur- und artenschutzrechtlichen Untersuchungen sowie Kartierungen durch, heißt es in der Pressemitteilung weiter. „Laut Flächennutzungsplan leben keine Windkraft-sensiblen Vögel im näheren Umkreis dieser Konzentrationszone“, erfährt man auf der Internetseite. Sämtliche gesetzlichen Vorgaben zur Schall- und Schattenemission würden bei den Planungen berücksichtigt. Mit einer Inbetriebnahme des Windparks rechnet Lohmann in knapp drei Jahren.  

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