Drittes Medientreffen der Stadt
WN-Chefredakteur zur Zukunft der Marke „Tageszeitung“

Drensteinfurt -

Zum dritten Medientreffen hatte die Stadt Drensteinfurt am Montag in die Alte Post eingeladen. Referent des Abend war Dr. Norbert Tiemann, Chefredakteur der Westfälischen Nachrichten. Er beantwortete dabei die Frage nach der Zukunft der gedruckten Tageszeitung eindeutig.

Mittwoch, 01.05.2019, 08:00 Uhr aktualisiert: 02.05.2019, 15:24 Uhr
Zum nunmehr dritten Medientreffen waren Vertreter der Verwaltung, der Fraktionen und der in Drensteinfurt vertretenen Tageszeitungen in die Alte Post eingeladen.
Zum nunmehr dritten Medientreffen waren Vertreter der Verwaltung, der Fraktionen und der in Drensteinfurt vertretenen Tageszeitungen in die Alte Post eingeladen. Foto: Jeschke

Hat die gedruckte Tageszeitung im digitalen Zeitalter überhaupt noch eine Zukunft? Auf diese Frage hatte der Chefredakteur der Westfälischen Nachrichten , Dr. Norbert Tiemann , beim Medientreffen in der Alten Post eine klare Antwort: Ja. Tiemann war am Montagabend auf Einladung von Bürgermeister Carsten Grawunder nach Drensteinfurt gekommen, um mit den geladenen Gästen medienpolitische Fragen zu diskutieren.

Allen Krisenmeldungen der Zeitungsbranche zum Trotz: „Ja, die gedruckten Zeitungsauflagen sinken, und die Werbeerlöse stehen unter Druck“, erläuterte Tiemann. „Gleichwohl erreichen insbesondere die regionalen Medienhäuser mit ihren Nachrichten so viele Menschen wie nie zuvor.“

Die Reichweite der gedruckten Zeitungen wachse oder entwickele sich stabil. Durch die steigende Nutzung der digitalen Medien-Angebote, ob nun der Newsportale oder aber der elektronischen Zeitung, des E-Papers, erreichten die regionalen Medienhäuser mit diesem Produkt-Portfolio häufig noch weit mehr als 60 Prozent der deutschsprachigen Bevölkerung ab 14 Jahren. „Damit können wir mehr als zufrieden sein“, bilanzierte Tiemann. Neben der gedruckten Zeitung seien die Medienhäuser mit ihren Nachrichten damit auch auf Smartphone, Tablet und stationärem PC rund um die Uhr verfügbar.

Spitzenplatz in Sachen Glaubwürdigkeit

Insbesondere die regionalen Anbieter arbeiteten mit großem Erfolg daran, ihre Marke, die in gedruckter Form seit Jahrzehnten ihren festen Platz im Alltag der Menschen habe, zunehmend auch in digitaler Form dort zu etablieren. Tiemann führte aus, dass seit vielen Jahren im Hinblick auf die Glaubwürdigkeit der Medien die regionale Tageszeitung neben dem öffentlich-rechtlichen Fernsehen den Spitzenplatz bei den Bürgerinnen und Bürgern einnimmt. „Facebook und Twitter tragen hier gemeinsam die rote Laterne“, so Tiemann, der darauf hinwies, dass journalistische Ethikregeln, denen sich die klassischen Medien natürlich unterwerfen, im Bereich von Social Media keinerlei Relevanz hätten.

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